Bild: imago/United Archives

Der schönste und netteste Kinderfilm braucht seine dunklen Momente. Natürlich, es muss ja etwas Böses geben, das bekämpft und am Ende besiegt wird. Aber muss das Böse soooo böse sein?

Jetzt mal ehrlich: Hassen die Macher der Kinderfilme Kinder?

Schauen wir uns diese Kinderfilme an, könnte man wirklich denken: wollten die Macher, dass Kinder davon Albträume bis ins Erwachsenenalter bekommen? Hier werden Menschen und Tiere entführt, gequält, entstellt – das ist zum Teil nicht nur für Kinderaugen grausam

Und fast noch schlimmer sind die Figuren, die unter die Kategorie "nett gemeint" fallen – denn die sind den Machern von Kinderfilmen oft komplett daneben geraten. Oder warum glotzt Schlupp vom grünen Stern unsere Kollegin Leni die ganze Nacht an und warum sieht der Froschkönig von 1986 für Caro aus wie ein Triebtäter?

Hier sind die Figuren, Bilder und Szenen aus Kinderfilmen, die uns auch als Erwachsene noch kalte Schauer über den Rücken laufen lassen.

"Pinocchio" hätte Susan beinahe generell Esel versaut. 

Eine der schlimmsten Kinderfilmszenen, die ich mit etwa sechs Jahren gesehen habe, war aus dem Disney-Klassiker Pinocchio. Die kleine Marionette, die unbedingt ein echter Junge werden will, gerät in die Hände von Verbrechern. Er wird überredet, mit auf eine Insel zu kommen, auf der kleine Jungen wie er tun und lassen können, was sie wollen.

Erst haben sie eine Menge Spaß, doch dann beginnt ein echter Albtraum:

Auf der Insel verwandeln sich die Kinder in Esel. Die werden dann in Kisten gesperrt und an den Zirkus oder zur Arbeit in Mienen verkauft. Die Kinder weinen und schreien. Manche von ihnen können noch sprechen und rufen verzweifelt nach ihren Müttern.

Pinocchio erlebt die Verwandlung eines Jungen in einen Esel hautnah. Der schreit nach Hilfe und fleht Pinocchio an, etwas zu tun. Das Brüllen nach seiner Mama wird immer unmenschlicher – bis nur noch der Schrei eines Esels zu hören ist. Auch Pinocchio wachsen schon Eselsohren und ein Schwanz. Doch mit Hilfe von seiner Grille Jiminy kann er rechtzeitig von der Insel fliehen.

Nach dieser grausamen Szene war ich völlig fertig und spulte die Videokassette von da an immer vor, wenn Pinocchio auf der Insel ankam. Esel mag ich trotzdem.

(Bild: Giphy )

Leni findet die Augsburger Puppenkiste an sich schon gruselig – und dann kam auch noch Schlupp!

Die Marionetten der Augsburger Puppenkiste bergen an sich schon einiges Gruselpotential. Mit festgefrorenem Gesicht hampeln sie durch die Welt, wie durch Fäden gesteuerte Zombies. Haben sie Gefühle? Haben sie Skrupel? Ihren hölzernen Gesichtern ist es nicht zu entnehmen. 

Doch der unheimlichste von allen ist Schlupp vom grünen Stern. Schlupp ist ein Alien, der für einen Staubsauger gehalten wird und dann doch noch menschliche Freunde findet. Wie diese Freunde über seine viel zu langen Arme, seine Roboterstimme und den starren Glotzblick aus seinem metallenen Kopf hinwegsehen können, war mir als Kind jedoch völlig schleierhaft. 

Bei mir sorgte das alles stattdessen für wiederkehrende Albträume, in denen Schlupp in der Zimmerecke stand und mich durchdringend anglotzte. Die ganze Nacht.

"Dumbo" hat Korinnas soziales Herz zum Bluten gebracht.

Ich kann mich kaum an den weiteren Verlauf des Filmes erinnern, weil ich die ersten Szenen schon so schlimm fand, dass ich den Film anscheinend nicht weiter gucken konnte. Warum waren bloß alle so gemein zu dem armen kleinen Elefanten? Er konnte doch nichts für seine großen Ohren! Ich konnte das einfach nicht nachvollziehen und hatte so viel Mitleid mit Dumbo.

Besonders schlimm war diese Szene, in der Dumbos Mutter versucht, ihren Jungen zu verteidigen, dafür Menschen angreift (ja, Gewalt ist keine Lösung) und dann weggesperrt wird. Die Mutter weint in ihrem dunklen Käfig, in dem sie angekettet ist. Dumbo weint, alleine zurückgelassen, ausgeschlossen von der Elefantenherde. Oh Gooooooott!

Und dann später noch dieses schreckliche Lied! "Pink Elephants" (YouTube). Dumbo und die Maus Timothy trinken ausversehen Wasser, in dem Alkohol ist, und halluzinieren einen merkwürdigen Albtraum mit bunten Elefanten mit bösen Augen. Die halbdurchsichtigen Elefanten verändern dauernd ihre Form und gucken immer so böse. Schrecklich!

Auch heute als Erwachsene verbinde ich irgendwie noch immer negative Gefühle mit dem Film.

2019 kommt eine neue Dumbo-Realverfilmung von Regisseur Tim Burton ins Kino. Ich habe ein mulmiges Gefühl aber glaube, die Neugier überwiegt.

(Bild: Giphy )

"Das letzte Einhorn" hat aus Basti zumindest einen Tierschützer gemacht.

Ja, der Film ist älter als ich. Aber als ich im Grundschulalter gemeinsam mit meiner Nachbarin eine Videokassette mit "Das letzte Einhorn" guckte, habe ich Todesängste gelitten. 

Dieser boshafte, rote Stier ist einfach nur gruselig! Der Film ist auch ansonsten nichts für zarte Kinderseelen: Es wird getötet, mit Gerippen geredet und Motive wie Einsamkeit, aussterbende Tiere und Aufopferung spielen eine zentrale Rolle. 

Wahrscheinlich ist der Film auch (zusammen mit "Als die Tiere den Wald verließen") dafür verantwortlich, dass ich mich bis heute so gegen Umweltzerstörung, Tierquälerei und Zirkusse einsetze.

(Bild: Giphy )

Hanna musste sich durch "Die Schöne und das Biest" kämpfen, bevor sie nach Nimmerland durfte.

Erstmal vorab: Als ich klein war, gab es noch VHS-Kassetten. Das ist wichtig für die folgende Geschichte, denn auf die Dinger passten immer ziemlich genau zwei Filme und als sparsamer Mensch nahm man diese aus dem Fernsehen auf. 

Leider hatte meine Mutter meinen Lieblingsfilm, "Peter Pan", hinter "Die Schöne und das Biest" auf eine Kassette gespielt. Also musste ich letzteren immer entweder gucken oder mich elendig langsam durchspulen, um zum geliebten Film zu kommen. Das Problem damit: Ich fand "Die Schöne und das Biest" unfassbar gruselig. 

Habt ihr euch den noch mal angeguckt? Also den Alten? Der ist total düster! Da ist zum einen ein anfangs sehr unheimliches Biest, das später – als es endlich nett ist – von einem schrecklichen, fackelschwingenden Mob attackiert und verletzt wird. Dazu kommen Szenen im dunklen Wald, in denen Wölfe mit glühenden Augen Belles Vater verfolgen. Apropos Belles Vater: Er ist ihre einzige Vertrauensperson – und wird einfach mal entführt, gequält und in einen Kerker gesperrt! 

Und fangt mir gar nicht erst mit Gaston an: Ein Mensch, der die Personen um sich herum wie den letzten Dreck behandelt und Belle gegen ihren Willen dazu zwingen will, mit ihm zusammen zu sein. Hallo?! Die einzigen Lichtblicke waren für mich Belles Lieder und die schöne Bibliothek, die das Biest ihr im Schloss zeigt. Ansonsten hieß es: Augen zu und durchhalten, bald kommt Peter Pan und fliegt mit dir ins Nimmerland...

Die unglaublich schlechte Maske aus "Der Froschkönig" hat Caro Albträume beschert

Märchen sind nicht realistisch, schon klar, aber wie man sich in ein so unästhetisches Tier wie einen Frosch verlieben kann, war mir als Kind schon ein Rätsel. 

Dann sah ich die Froschkönig-Verfilmung mit echten Menschen aus dem Jahr 1986 und plötzliche machte alles Sinn: Jede Sumpfkröte war Beziehungsmaterial im Vergleich zu dem, was da auf dem Bildschirm zu sehen war. 

Der Froschkönig, gespielt von John Paragon, sieht aus wie eine Mischung aus Joker, Ninja Turle und Triebtäter. Dazu trägt er auch noch Frack, Rüschenhemd und Lackstiefel, ich nehme an, um glaubhaft zu machen, dass diese Karikatur eines Frosches eigentlich ein König sein soll. 

Zum ersten Mal taucht sein bizarres Gesicht unter der Wasseroberfläche des Brunnens auf, in dem Prinzessin Zora ihre Glückskugel verliert. Gruselig! Den Rest des Films hüpft der ausgewachsene Froschmann auf allen grünen Vieren durch das Bild und irgendwann fängt er auch noch an zu singen. 

Den Kuss zum Schluss gibt die vielleicht zwölfjährige Zora ihm zum Glück nur auf die geschwollene Froschbacke und nicht auf den Mund. Das hätte gerade noch gefehlt.

(Bild: imago/Prod.DB)

Food

Ein "Simpsons"-Autor hat eine Preisverleihung für Fast Food gedreht – du wirst dahinschmelzen
🤤

Es gibt Preisverleihungen für so ziemlich alles. Für den besten Film des Jahres und das beste Parfüm des Jahres, für die am schlechtesten geschriebene Sexszene in einem Roman – und sogar für die schlechteste Hausarbeit des Jahres.

Was es aber nicht gibt: einen Preis für das schlonzigste Fast Food des Jahres.

Bis jetzt. Der Filmproduzent Bill Oakley hat nämlich den "Steamie Award" erfunden. Einen Preis für die leckersten Burger und Pizzen – und auch die größten Fast-Food-Enttäuschungen.

Oakley war früher Autor bei den "Simpsons", hat später auch "Futurama" und die Netflix-Serie "Disenchantment" produziert. Nebenbei rezensiert er leidenschaftlich gerne Fast Food auf seinem Instagram-Kanal. Das sieht dann in etwa so aus: