Bild: HFR
"Du da, im Raaaaadio..."

Bei dir beginnt sofort ein Ohrwurm? Dann warst du in den Achtzigern oder Neunzigern entweder noch ein Kind oder du hattest eins.

Denn um die Lieder von Rolf Zuckowski kam man damals nicht herum. Sie haben uns beigebracht, warum wir am Zebrastreifen aufpassen müssen, wie man Plätzchen backt und dass am Ende alles wieder gut wird. 

Heute wird Rolf Zuckowski 70 Jahre alt – herzlichen Glückwunsch!

Darauf erstmal ein Ständchen:

Was Zuckowski inzwischen so macht, wissen wir: Er hat gerade ein neues Album herausgebracht, tourt damit durchs Land und feiert heute seinen Geburtstag im Familienkreis.

Aber was ist eigentlich aus den Kindern geworden, die uns damals die Lieder vorgesungen haben? Wir haben mal bei fünf von ihnen nachgefragt, was sie heute so machen.

Los geht's mit Niels.

Erinnert ihr euch noch an ihn? Nein?

Das hier frischt eure Erinnerung vielleicht ein wenig auf:

Mit "Du da im Radio" kam 1981 für Rolf Zuckowski der Durchbruch. Und auch der Lockenschopf Niels Peters war damit sofort berühmt. 

Was ist aus dem Kinderstar geworden? 

So hat sich Niels verändert:
Heute ist er 44 Jahre alt, lebt in der Nähe von Hamburg und arbeitet in der Fertigung von Flugzeugtoiletten. Musik macht er nur noch nebenbei als Hobby. Und so sieht er jetzt aus:
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Er wurde entdeckt weil...

... er bei einem Zuckowski-Auftritt in seiner Schule so laut und enthusiastisch mitgesungen hatte, dass Rolf ihn hinterher fragte, ob er nicht mitmachen möchte.

Was passierte nach dem Hitsong?

Niels sang noch viele Jahre mit Zuckowski und den anderen Kindern, nebenbei war er noch ein Gaststar beim Radiosender NDR2 (nun war er also die Person im Radio). Heute macht er Musik nur noch als Hobby.

Haben sich die anderen Kinder darüber lustig gemacht?

"Nicht wirklich. Aber natürlich wurde ich lange mit 'Ey, du da im Radio' gerufen", sagt er.

Wie ist Rolf Zuckowski so?

"Er hat immer darauf geachtet, dass wir in erster Linie Kinder sind und Spaß haben sollen. Bei Studioaufnahmen haben wir getobt und gespielt. Und die Freude hört man auch in den Liedern", erzählt Niels.

Lieblings-Zuckowski-Lied?

Theo, mach mir ein Bananenbrot. Denn da gab es in den Fernsehsendungen immer was zu essen. (Dazu gleich mehr bei Anuschka)

Weiter geht's mit Anuschka Zuckowski.

So sah Anuschka damals aus:
Heute ist Anuschka 45 Jahre alt, Mutter von vier Kindern (die allerdings nicht mit Opa Lieder aufnehmen), lebt in Hamburg-Blankenese und betreibt ein kleines Pilates-Studio. So sieht sie heute aus:
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Sie war dabei weil...

... sie seine Tochter ist. Nicht alle Zuckowski-Kinder wollten mit ihrem Papa singen, aber Anuschka hatte daran schon immer viel Spaß. Und mit ihr fing die Idee ihres Vaters, Kinderlieder zu singen, auch an: "Er hat mit mir schon gesungen als ich zwei Jahre alt war und nach und nach hat er sich immer mehr eigene Lieder ausgedacht", erzählt sie. Es folgten kleine, private Auftritte in ihrem Kindergarten und später dann die großen Bühnen.

So lange war sie dabei...

Die erste Platte, bei der sie mitsang, war die Schulweg-Hitparade im Jahr 1979 Und richtig aufgehört hat sie nie. Anuschka hat bis auf einige Jahre Auszeit immer mit ihrem Vater an seinen Alben gearbeitet. "Ich blicke supergern auf die gemeinsame Arbeit zurück und weiß es zu schätzen, dass ich schon als Kind so viel am Beruf meines Vaters teilhaben konnte."

Haben sich die anderen Kinder darüber lustig gemacht?

"In der Pubertät war es schrecklich. Da haben mir Leute auf dem Schulhof zugerufen: 'Anuschka, mach mir auch mal ein Bananenbrot!'" Danach hat sie sich eine Weile komplett aus der Arbeit mit ihrem Vater zurückgezogen.

Wie ist Rolf Zuckowski so als Vater?

"Ich fand ihn immer sehr witzig und kreativ", sagt sie. Er sei zwar nicht der klassische Papa gewesen, der jeden Nachmittag von der Arbeit nach Hause kam, aber dafür habe er die gemeinsame Zeit immer sehr intensiv genutzt. Das Familienleben sei harmonisch und lustig gewesen. Und "er war auf seine Art auch ein 'strenger' Vater: Er hat starke Wertvorstellungen und hat uns immer vermittelt, was richtig ist im Leben", sagt sie. 

Lieblings-Zuckowski-Lied?

"Ich mag am liebsten die ernsteren Weihnachtslieder, wie 'Der Himmel so nah' oder 'Mitten in der Nacht', weil die unser Familienleben stark begleiten. Und auch die Schlaflieder, die ich meinen Kindern vorgesungen habe." Ihre Favoriten dabei: "Sieh nur die Sterne", "Dein kleines Leben" und "Lichter in der Dunkelheit".

Ein Lied, das Anuschka übrigens nicht so gern mag, ist der Bananenbrot-Song. Auch weil sie bei Fernsehauftritten immer Brote fürs Publikum schmieren musste. Die Videos aus der Zeit sind herrlich – seht selbst:

Als Zuckowski-Kind fing er an, später schrieb er einen ESC-Hit: Julian.

Julian Maas ist heute 42, lebt in Hamburg und arbeitet als Musiker und Komponist. Er schreibt hauptsächlich Filmmusik (häufig für den "Tatort") und ...
... arbeitet auch häufg mit Zuckowskis Sohn Alexander zusammen. Mit diesem schrieb er auch das ESC-Siegerlied ...
... "Rise like a Phoenix" von Conchita Wurst. Und so sieht er heute aus:
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Er wurde entdeckt weil...

... seine Eltern gut mit den Zuckowskis befreundet sind. Die beiden Familien verbrachten viel Zeit miteinander, fuhren auch oft zusammen in den Urlaub. Sein erstes Lied war "Und ganz doll mich".

So lange war er dabei:

"Ich war jetzt nicht so der Sänger-Sänger", sagt Julian, "ich war eher so als Typ lustig". Einige Jahre war er dabei, kann aber schlecht sagen, wann es wirklich aufhörte. Denn: Julian wurde später selber Musiker und arbeitete auf diese Art noch viele Jahre mit Rolf Zuckowski zusammen – auch heute gibt es noch ab und zu gemeinsame Projekte.

Haben sich die anderen Kinder darüber lustig gemacht?

"Nein. Ich glaube, die damalige Zeit war noch nicht so gemein", sagt Julian. Seine Freunde hätten den Job eher spannend gefunden. Schämen musste er sich dafür nie.

Lieblings-Zuckowski-Lied?

Ein richtiges Lieblingslied gibt es bei ihm zwar nicht, aber "Sieh nur die Sterne" aus der Vogelhochzeit treibt ihm immer noch ein paar Tränen in die Augen. Und: "Heute habe ich aus Musiker-Sicht großen Respekt vor Rolf", sagt Julian.

Jetzt kommen zwei Geschwister. Zuerst: Sandra Keck.

So sah Sandra damals aus:
Dieses Jahr wird Sandra Keck 50 Jahre alt. Seit fast 30 davon arbeitet sie nun schon ...
... am Hamburger Ohnsorg-Theater als Regisseurin. Dort hat sie übrigens auch schon oft die Söhne von Rolf Zuckowski als Musiker engagiert.
Und so sieht sie heute aus:
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Sie wurde entdeckt weil...

... sie im Alter von 13 Jahren bei einem Fest in Hamburg-Finkenwerder in einem Kindertheaterstück mitspielte. "Mein kleiner Bruder und ich hatten am Ende eine kleine Bauchredner-Nummer. Das hat Rolf offenbar gesehen und gemerkt, dass wir zu jeder Schandtat bereit sind."

So lange war sie dabei:

Etwa zehn Jahre. Sandra war schon zu Beginn ihrer Zuckowski-Zeit eines der älteren Kinder. Einige Jahre lang sang sie noch selber mit, später betreute sie die kleineren Kinder bei verschiedenen Produktionen und führte Regie bei Zuckowskis Musical "Der kleine Tag".

Haben sich die anderen Kinder darüber lustig gemacht?

"Nein, die fanden das super! Unser erster Fernseh-Auftritt war gleich bei 'Wetten, dass ...' – und das war damals ein riesen Ding! Alle hatten es gesehen und am nächsten Tag waren wir in der Schule die Stars."

Wie ist Rolf Zuckowski so?

"Er ist wirklich ein toller Mensch. Er hat uns sehr geprägt", sagt sie. "Er hat uns einen sehr guten Umgang mit dem Showbusiness gelehrt. Das ist auch ein Grund, warum ich meinen heutigen Beruf gewählt habe."

Lieblings-Zuckowski-Lied?

"Ich schaff das schon". Warum? "Das Lied fand ich schon immer unglaublich stark." Es treffe auf sehr viele Situationen und Probleme zu und gibt Hoffnung.

Und ihr Bruder Florian.

Das war Florian früher:
Heute ist er Musiker und Hausmann, wohnt in Hamburg, ist 45 Jahre alt. So sieht er jetzt aus:
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Er wurde entdeckt weil...

... er als Neunjähriger seiner Schwester beim Theaterfest auf die Bühne gefolgt war und dort ein kleines Liedchen sang.

So lange war er dabei:

Nach einigen Jahren als Kinder-Sänger machte er später bei einigen Produktionen als Musiker mit. Und übrigens: Niels ist seit der gemeinsamen Zuckowski-Zeit sein bester Freund.

Wie ist Rolf Zuckowski so?

"Er ist mein Mentor", sagt Florian. Er helfe ihm bis heute in Lebens- und Berufsfragen und habe immer ein offenes Ohr.

Lieblings-Zuckowski-Lied?

"Mein Freund Abdullah" - weil es ein gutes Miteinander lehrt und diese Nachricht gerade in der heutigen Zeit sehr wichtig ist.


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"Harte Jungs": Wie gut erinnerst du dich an den Kult-Film aus dem Jahr 2000?

Das Jahr 2000 hat bei uns viele wundervolle Erinnerungen hinterlassen: Im Radio lief Faith Hill, wir träumten auf der Expo 2000 von einer besseren Zukunft. Das Geocaching wurde erfunden, und der vierte "Harry-Potter"-Band erschien. 

Andererseits begingen wir in den 2000er die wohl größten modischen Sünden: Wie kamen wir auf die kurzen Jeansröcke oder den Plastikschmuck?