Bild: Imago

Pippi Langstrumpf ist einfach die coolste. Sie lebt in einem großen Haus, ganz ohne Erwachsene, stattdessen mit einem Pferd und einem Affen. Sie besitzt einen Goldschatz und ist so stark, dass sie ihr Pferd einfach hochheben kann. Kein Wunder also, dass Kinder die Bücher von Astrid Lindgren und deren Verfilmungen lieben

Doch was wenige wissen: Die Kinderdarstellerinnen und -darsteller aus den alten Filmen haben kaum etwas für ihre Arbeit bekommen.

Weil Inger Nilsson (Pippi, heute 59, damals 9 Jahre alt), Pär Sundberg (Tommy, heute 61, damals 10 Jahre alt) und Maria Persson (Annika, heute 59 Jahre, damals 9 Jahre alt) so jung waren, haben sie kaum Geld bekommen. Das war in Schweden damals normal. Auch an den späteren Einnahmen, den Tantiemen, wurden die Schauspieler nicht beteiligt.

Und: In einem Interview mit dem niederländischen Algemeen Dagblad sagte Inger Nilsson, dass diese extrem beliebte Rolle dafür gesorgt habe, dass sie danach nichts anderes mehr spielen konnte. Die Menschen verbanden mit Ingers Gesicht immer nur Pippi Langstrumpf. Ein Theater-Regisseur soll zu ihr gesagt haben "Wir können Pippi auf dieser Bühne nicht gebrauchen."

Zuletzt erzählte Nilsson noch, dass sie während der Dreharbeiten Heimweh hatte und dass der Affe, der Herr Nilsson spielte, sie gebissen und angepinkelt habe.

Insgesamt hat sie offenbar also wenige positive Erinnerungen an Pippi Langstrumpf.

(Bild: Giphy )

Doch zumindest die Sache mit der schlechten Bezahlung kann man doch nachträglich lösen, oder? Das dachten sich offenbar zwei niederländische Fans. 

Sie sammeln mit einer Crowdfunding-Kampagne Geld für die ehemaligen Pippi-Langstrumpf-Darstellerinnen.

Die beiden Frauen Heleen Bosma und Marjan Tulp haben die Kampagne auf der Plattform doneeractie.nl gestartet. Sie schreiben unter anderem: "Wenn wir alle fünf Euro spenden [...], können wir den Darstellern nachträglich ein tolles, großes DANKE sagen. Vielen Dank für all diese fantastischen Abenteuer, die uns zeigen, dass alles möglich ist, wann immer wir wollen, und dass am Ende alles gut wird." Sie betonen, dass es rein um den Akt der Freundlichkeit geht.

Und tatsächlich, die Menschen spenden. Schon fast 22.000 Euro sind zusammengekommen.  

Die Schauspieler sind dankbar, aber auch überrascht.

Die Pippi Langstrumpf-Verfilmungen werden 2019 inzwischen 50 Jahre alt. Die Leben der Darsteller sind weitergegangen – und nicht jeder braucht das Geld überhaupt.  

  • Inger Nilsson arbeitet weiterhin sporadisch als Schauspielerin am Theater und in kleineren TV-Rollen. Zusätzlich hat sie als Sekretärin gearbeitet. Zuletzt war sie zwischen 2007 und 2018 immer wieder als Schauspielerin in der deutschen Serie "Der Kommissar und das Meer" zu sehen. (Imdb
  • Maria Persson kann das Geld wirklich gut gebrauchen. Gegenüber dem Algemeen Dagblad sagt sie: "Ich habe lange in der Krankenpflege gearbeitet, aber wegen einer Arthritis kann ich nicht mehr arbeiten. In diesem Jahr werde ich 60 Jahre alt. Ich bekomme nur eine kleine Unterstützung von der Regierung. Ich möchte mich daher aus tiefstem Herzen bei allen bedanken, die an dieser Aktion teilnehmen!"
  • Pär Sundberg hat hingegen bereits ausgesorgt: Nach seiner Rolle als Tommy ging er wieder zur Schule, studierte und gründete eine Firma. Die hat Sundberg vor fünf Jahren verkauft und lebt seitdem in Spanien. Obwohl er nicht mehr arbeiten muss, ist er von der Geste gerührt. Er sagte dem Algemeen Dagblad: "Ich bin nicht so arm, dass ich das Geld brauche. Aber was für eine nette Geste, wirklich herzerwärmend, dass die Menschen in den Niederlanden das tun und anscheinend immer noch so viel von dem Film halten. So etwas habe ich noch nie erlebt."

Falls ihr euch jetzt fragt, wie Pippi wohl heute aussieht – das ist Inger Nilsson, damals und heute:

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