Zungenküsse, Partys auf drei Etagen und Radler für 50 Cent

JuZe, Jottzett oder AJZ – die Namen vieler Jugendeinrichtungen klingen, als hätte die Gewerkschaft der Polizei sie erfunden. Dabei waren Jugendtreffs, Jugendhäuser, Jugendclubs oder wie wir sie auch immer nannten für viele Menschen ein wichtiger Bestandteil ihrer Pubertät. Oft gab es nur hier die Möglichkeit für ungestörte Zungenküsse, Partys auf drei Etagen und Radler für 50 Cent.

Doch damit könnte bald Schluss sein: Denn das Phänomen Jugendtreff stirbt offenbar aus. Allein in Berlin, so schreibt es der Tagesspiegel, droht mittelfristig mehr als 400 Jugendclubs der Untergang. Zu wenig Zuschüsse, zu viele Smartphones und steigende Mieten. 

In der Provinz leiden viele Treffs zusätzlich unter Abwanderung und einer verbesserten Mobilität. Wer kann, geht weg. Wenn es so weitergeht, könnten vielerorts bald die Türen schließen.  

In unseren Jugend-Erinnerungen sind sie aber noch präsent – nicht alle davon waren gut. Diese 15 Dinge kennt jeder, der früher in Jugendtreffs abhing:

1.

Bei den Partys legte der weltbekannte "DJ Winamp" auf.

(Bild: Imgur )

2.

Grundsätzlich klebten alle Böden. Aber in jedem Stockwerk ein bisschen anders.

3.

Bei Partys ging nur einer zum Bezahlen rein. Und kam gleich wieder raus, um seinen Stempel an fünf weiteren Freunden abzudrücken.

4.

Beim ersten Konzert stand die ganze Familie Punkt 22 Uhr mit dem Kombi vor dem Eingang und wartete.

5.

Irgendein Politiker hatte die "coole Idee", einen "coolen Namen" zu vergeben, weshalb ihr euch im "JuZe" oder "JottZett" treffen musstet – ein "cooles Graffiti" am Eingang wies dezent darauf hin.

(Bild: dpa)

6.

Obwohl die meisten alkoholischen Getränke nur 50 Cent bis 1,50 Euro kosteten, war es eine Frage der Ehre, "Fremdalk" hineinzuschmuggeln.

7.

Statt Selfies gab es "Partyfotografen" (a.k.a. verschrobene Typen aus der elften Klasse), die später alle Bilder auf lokale Internetseiten stellten.

8.

Zur Party ging es meist mit dem Fahrrad. Und wenn es nach der Feier plötzlich nicht mehr da war – kein Problem, nahm man sich halt ein anderes.

9.

Alle sechs Monate wurde genau an diesem Ort ein neuer Rap-Gott geboren – bis wieder jemand herausfand, dass die Texte von mzee.com geklaut waren.

10.

Der Controller der Spielkonsole war umkämpfter als Westeros.

(Bild: Imgur)

11.

Und wer den Schlüssel für den Schrank mit den guten Spielen bekam, war ein Gott.

12.

Hier wurden Kicker-Legenden geboren und vernichtet.

13.

Jeder Tag war Pizza-Tag.

14.

Festplatten voller Raupkopien wechselten hier ganz analog den Besitzer: Die größte Tauschbörse des Dorfes traf sich hier jeden Tag.

15

Im Freundeskreis sagten sich alle immer wieder, wie schlimm das "JuZe" eigentlich ist. Doch sobald der nächste mit Wordart-3D-Effekten gestaltete Flyer zur "Chill & Grill"-Fete einlud, war die Wochenendplanung wieder gesetzt.


Gerechtigkeit

Diese brasilianischen Sportreporterinnen haben genug von Grabscherei und Beleidigungen
Als Frauen in einer männerdominierten Branche haben sie es schwer – das wollen sie jetzt ändern.

Stell dir vor, du bist Sportreporterin und berichtest von einem Fußballspiel – und plötzlich küsst dich ein besoffener Fan vor laufender Kamera. Was machst du? 

Vor dieser Frage stand die brasilianische Reporterin Bruna Dealtry, als ihr genau das während einer Liveschalte passierte. 

Sie entschied sich, ruhig zu bleiben. Nach einem "Das war nicht cool" in Richtung Kamera moderierte sie einfach weiter. Sie beschloss aber auch, dass es so nicht mehr weitergehen kann. Wenige Stunden später veröffentlichte sie den Ausschnitt auf ihrem Facebook-Profil und konnte damit 1,5 Millionen Menschen erreichen. "Ein Kuss auf den Mund ohne meine Erlaubnis, während ich meinen Beruf ausgeübt habe. Ich wusste nicht, wie ich reagieren soll, und ich verstehe nicht, wie jemand glauben kann, er habe das Recht, so etwas zu tun", schrieb sie dazu. (FAZ)