Bild: Warner Bros. Family Entertainment

Es muss gar nicht immer so eine höllische Verwechslung wie im ZDF-Morgenprogramm sein, das neulich "Coco, der lustige Affe" mit "Halloween" vertauschte. Denn auch ganz normale Kinderfilme können ganz schön gruselig sein. Jeder von uns hat die Erinnerung an mindestens ein traumatisches Kindheitserlebnis, bei dem man im Dunkeln den falschen Film schaute, sich unter der Decke versteckte und bei jedem Knarren panisch zusammenzuckte.

Die bento-Redaktion hat ihre "Kinder-Horror-Filme" gesammelt:

Basti, ist ein (Angst)Hase
Watership Down (1978)(Bild: Warner Bros. Family Entertainment)
Wann immer sie dich fangen, werden sie dich töten. Aber zuerst müssen sie dich fangen
Watership Down Filmplakat

Als ich mit etwa sieben Jahren das erste Mal "Watership Down - Unten am Fluss“ sah, wussten weder meine Eltern noch ich, dass es auch Zeichentrickfilme für Erwachsene gab. Deshalb durfte ich ihn auch bedenkenlos alleine sehen. Die extreme Brutalität, die sehr ernste Geschichte über Ausrottung und Krieg ließen mich sprachlos vor dem Fernseher zurück. Erst versuchen die Menschen die friedlichen Hasen zu töten, dann kommen barbarische Tollwuthasen dazu.

Bis heute habe ich das wahnsinnige Gesicht von "General Woundwort" nicht vergessen. Wahrscheinlich würde ich immer noch schnell umschalten, wenn ich den Film im TV entdecken würde.

Franz, kann offenbar gar keine Kinderfilme sehen
Kevin allein zu Haus (1991)(Bild: 20th Century Fox)

Ich kann gar nicht bloß einen Film nennen, die waren alle so gruselig. "Kevin allein zu Haus" zum Beispiel, da haben mir die Einbrecher als kleinem Jungen schon den Glauben an die Menschheit geraubt. Seit "Dennis" mit Walther Matthau habe ich Angst vor der Vorstellung, im Wald verfolgt zu werden und eins auf den Deckel zu bekommen. Und dann "102 Dalmatiner", Cruella de Ville, why you so evil? Als letztes gab es auch noch "Ein Schweinchen namens Babe 2", da waren sie im Tierheim und es gab Tierfänger und wilde Verfolgungsjagden. Das war für mich als kleiner Tierfreund einfach zu viel.

Julia, steht total auf düstere Mäuse und gruselige Ratten
Mrs. Brisby und das Geheimnis von NIMH (1982)

Mein Gruselfilm der Kindheit ist "Mrs Brisby und das Geheimnis von Nimh": Die Feldmaus Mrs Brisby ist auf der Suche nach Medizin für ihren Sohn. Dabei trifft sie viele seltsame Kreaturen. Die Ratte Nicodemus zum Beispiel, die eigentlich zu den Guten gehört, mit ihren knochigen Fingern und den leuchtend gelben Augen aber wahnsinnig gruselig aussieht. Während ihrer Reise erfährt sie, dass der Bauer das Feld, auf dem sie leben, pflügen wird. Weil ihr Sohn zu krank ist, um zu fliehen, muss sie die Maschine aufhalten.

Fast der gesamte Film scheint in der Dunkelheit zu spielen, alles ist düster und sehr bedrückend. Nicht gerade das, was man sich unter einem Kinderfilm vorstellt (obwohl ich den Film heute super finde!). Regie führte bei diesem Film Don Bluth, ein ehemaliger Disney-Mitarbeiter. Seine Filme sind mindestens so schön wie Disney-Filme – nur eine Million mal düsterer. "In einem Land vor unserer Zeit“ und "Feivel der Mauswanderer" sind ebenfalls von Bluth.

Käthe, hat das Prinzip "Kinderfilm" nicht verstanden
Das Schweigen der Lämmer (1991)

"Lämmer" klingen doch ganz niedlich, dachte ich. Deshalb schaltete ich auch im Alter von zwölf Jahren nicht um, als der Film "Das Schweigen der Lämmer" eines Nachts im Fernsehen lief. Meine Eltern waren auf einer Verabredung und ich hatte die Macht über die Fernbedienung. Immer wieder hielt ich mir die Decke vors Gesicht, aber trotzdem kam ich nicht los von Hannibal Lecter. Ich glaube, das war eine Art Eigentherapie. Mehr als zehn Jahre später kann ich noch bestens Horrorfilme gucken und danach ohne Angst durch dunkle Gassen nach Hause gehen.

Sophia, hat jetzt einen Hass auf Disney und Erwachsene
Cap und Capper (1981)(Bild: Disney)

Als kleines (richtig kleines!) Kind habe ich so gut wie jeden Disney-Film gesehen. Auch "Cap und Capper". Darin geht es um die Freundschaft zwischen Cap, einem Fuchs, und Capper, einem Jagdhund. Doch als die beiden älter werden, beschließen die Erwachsenen, Cap "auszusetzen", so nahm ich das damals wahr. Eigentlich haben sie ihn nur in ein Wildreservat gebracht.

Wie auch immer: Die bösen Erwachsenen haben Fuchs und Hund einfach voneinander getrennt und ihre Freundschaft zerstört. Ich wollte damals einfach nicht verstehen, wie man so grausam sein kann. Disney-Filme wollte ich danach auch nicht mehr gucken.

Gesa, versteht bei Hunden keinen Spaß
Ein Hund namens Beethoven (1992)(Bild: Universal Pictures)

Jaja, lacht mich ruhig aus, aber "Ein Hund namens Beethoven" hat mich als Kind echt fertig gemacht. Klar, es war lustig, wenn sich der Bernhardiner im Schlafzimmer der Eltern austobte, oder eines der Kinder von oben bis unten abschlabberte. Aber: Die Szene am Anfang, in der irgendein irrer Wissenschaftler in seinem düsteren Labor brüllt: "Ich brauche Welpen"? Und dann, als er am Ende mit der Pistole auf den großen gutmütigen Beethoven zielt? Nee. Außerdem: Ich war fünf, maximal sechs.

So, du kennst Filme – aber kennst du auch Serien?
Was ist dein "Kinder-Horror-Film"?

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