Bild: Pixabay / mojzagrebinfo / Toei / Montage: bento

Eine Bettdecke, eine Schale Cornflakes und die Alleinherrschaft über die Fernbedienung: Das war der ultimative Traum, den jedes Kind der Neunziger am Samstagmorgen erleben durfte, wenn Mama und Papa noch seelig im Bett lagen. 

Der Lieblingscomic lief nämlich genau dann – und nur dann. Anders als heute, wo eigentlich jede Sendung immer gestreamt werden kann. Das sorgte manchmal für Stress, aber auch für einen sehr geregelten Tagesablauf. 

Diese Momente kennt jeder, der als Kind viel Fernsehen geschaut hat:

1 In der Schule kamst du gerne mal zwei Minuten zu spät, aber wenn deine Sendung losging, saßt du pünktlich auf der Couch.

2 In der Werbepause hast du neue Rekorde aufgestellt: Essen holen, Pipi machen, Telefonieren, Hausaufgaben erledigen, Aufräumen – was auch immer nötig war, hast du in unter sieben Minuten geschafft.

3 Du hattest es wortwörtlich im Urin, wie lang die Werbepausen bei jedem Sender sein würden. Zur Sicherheit hast du trotzdem die Tür aufgelassen und mitgehört.

4 Wenn du doch mal Werbung geschaut hast, wolltest du danach ALLES haben.

Also, wirklich alles.

5 Du kanntest alle Clips auswendig – von Villariba und Villabajo bis zur ominösen Würstchenkette. Und diese (im Rückblick fragwürdige) Werbung sowieso:

6 Du wärst unglaublich gerne Kandidatin bei "1, 2 oder 3" gewesen. Oder beim "Tigerenten Club". Oder hier: 

7 Wenn du heute Netflix und Co. schaust, dann meist Kochsendungen, Dokus oder Dramas. Früher ging es um die Herrschaft über das Universum!

8 Wie du reagiert hast, wenn dir dein Bruder oder deine Schwester die Fernbedienung abnehmen wollten.

9 Wenn du eine Folge verpasst hast und dann in der folgenden Woche das "Letztes Mal bei ..." anschaust.

10 Unsinn wie diesen kanntest du nicht – du konntest und wolltest jedes Intro mitsingen!

Sie waren aber auch echt gut:

11 Wenn du eine Folge gesehen hast, musstest du eine Woche warten, bis es weiter ging!

12 Wenn etwas Krasses in deiner Lieblingsshow passiert ist, haben am nächsten Tag alle in der Schule nur darüber gesprochen. 

(Bei mir war es die Szene da oben, die wochenlang das Gespräch dominiert hat. Welche war es bei euch? Schreibt mir eine Mail an sebastian.maas@bento.de!)

13 Du wusstest als Einziger in der Familie, wie man den Videorekorder programmiert – deine Eltern haben dir mit Begeisterung dabei zugesehen.

14 Deshalb hattest du eine gut sortierte Videothek mit den besten Filmen und Serien...

15 ... auch, wenn die Qualität etwas zu wünschen übrig ließ.

16 Dieses Intro versprach dir freitags große Unterhaltung – besonders, wenn du alleine zu Hause warst.

17 Wenn deine Eltern dann nach Hause kamen, hast du schnell den Fernseher ausgemacht und bist schnell in dein Zimmer zurück gelaufen.

Und du hast inständig gehofft, dass sie nicht den Fernseher anfassen.

18 Für große Shows, Staffelfinale und wiiiichtige Erstausstrahlungen (immer 3 Jahre nach dem Kino) hast du dich als Teenager immer zu Partys verabredet. 

Okay, das machst du heute immer noch gerne. Game of Thrones Finale, anyone?


Streaming

Wir bekommen eine neue Dracula-Serie – von den "Sherlock"-Machern!
In Deutschland wird sie wohl bei Netflix laufen.

"Dracula" kommt nach London: Die britische BBC hat eine neue Serie um den blutsaugenden Grafen aus Transsylvanien in Auftrag gegeben. Produziert werden soll das Projekt von dem Team, das auch hinter "Sherlock" steht. In Deutschland wird die Serie wohl bei Netflix laufen. (Variety)

Zunächst sollen drei 90-minütige Folgen von "Dracula" entstehen, produziert von Mark Gatiss und Steven Moffat. Beide haben bereits beim Dreh von "Doctor Who" zusammengearbeitet und "Sherlock" entwickelt. Die Serie versetzt die Abenteuer des Meisterdetektivs in die Gegenwart und verhalf Schauspieler Benedict Cumberbatch zu seinem internationalen Durchbruch.

Für "Dracula" geht es nun allerdings zurück in der Zeit: Die Serie soll im viktorianischen London Ende des 19. Jahrhunderts spielen.

Offensichtlich wollen sich die Produzenten stark an der Originalgeschichte von "Dracula" orientieren, dem gleichnamigen Roman des irischen Schriftstellers Bram Stoker. "Es gab schon immer Geschichten über das große Böse. Das Besondere an Dracula ist, dass Bram Stoker dem Bösen seinen eigenen Helden gab", erklärten Gatiss und Moffat.

Die Serie soll von der BBC und Netflix koproduziert werden. Mit Ausnahme von Großbritannien und China hat Netflix die globalen Erstausstrahlungsrechte – das heißt, die Serie wird auch in Deutschland dort zuerst zu sehen sein.

2013 versuchte sich bereits der amerikanische Fernsehsender NBC an einer "Dracula"-Serie – allerdings mit wenig Erfolg. Die Serie wurde schon nach einer Staffel eingestellt.