Bild: United Labels AG
Und so viel Geld kannst du mit deinen alten Blöcken machen

Du kannst dich bestimmt noch gut an die Zeiten erinnern, als all dein Taschengeld für eine einzige Maus draufging: Diddl-Schultasche, Diddl-Zahnbürste, Diddl-Poster, Diddl-Tasse und natürlich Diddl-Postkarten und Diddl-Blöcke

Auch auf den Schulhöfen und in Bussen florierte das Tauschgeschäft. Vielleicht bist du sogar in das kriminelle Milieu abgerutscht, weil du heimlich Farbkopien seltener Diddl-Seiten angefertigt hast?

Es war eine extreme Zeit – extremer als jeder "Pokémon Go"-Hype. Und sie könnte wiederkommen.

2010 verschwand die Diddl-Maus aus sämtlichen Geschäften, nun ist sie zurück: In Deutschland verkaufen 400 Läden wieder Diddl-Produkte. Und das ist erst der Anfang, hofft Peter Boder. Er ist Geschäftsführer bei der United Labels AG, die seit Januar die Diddl-Produkte wieder vertreibt. 

"Wir wollen vor allem Mädchen im Grundschulalter ansprechen und natürlich die Fans von damals – also schon die Mütter dieser Mädchen", sagt Boder. Mehr als 10.000 Menschen folgen bereits dem neuen offiziellen Instagram-Account von Diddl.

Genau darin wird die Herausforderung bestehen, sagt Steffen Kahnt vom Bundesverband des Spielwaren-Einzelhandels e.V.. "Der Diddl muss so modernisiert werden, dass er nicht wie das alte und muffige Spielzeug aus den Neunzigern wirkt."

Wir haben uns die neue Optik mal angeguckt und verraten euch, ob ihr jetzt mit den alten Blöcken auf dem Dachboden noch etwas Kohle machen könnt:
Wie sieht der Diddl jetzt aus?

Nicht mehr so platt wie früher. Damals zeichnete Erfinder Thomas Goletz Diddl und Diddlina zweidimensional – heute kommen die beiden in 3D daher. Und sie fahren jetzt Wakeboard, surfen oder halten ein Handy in der Hand. Ganz schön hip also, die Diddl-Maus.

Früher gab es sie übrigens in mehr als 26 Ländern zu kaufen gab – auch in den USA. Und: "Diddlina war immer viel beliebter", sagt Boder.

Heute lässt sie sich mit Diddl Popcorn schmecken – das sind die neuen Looks:

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Im Vergleich noch einmal das Retro-Design aus den Neunzigern:

Wie viel sind die alten Diddl-Blätter heute wert?

Nicht so viel, wie du dir vielleicht wünscht. Oft versprechen Artikel, seltene Blöcke würden online für 300 Euro gehandelt. Doch ein Blick auf Ebay ist ernüchternd. Ganze Sammlungen an Blöcken werden schon für zwei Euro eingestellt. Einige Anbieter hoffen, mehr als Hundert zu bekommen – doch bei den Geboten sieht es mau aus. 

Boder meint, dass einzelne Seiten manchmal für ein bis fünf Euro bei Ebay weggehen. Zu Spitzenzeiten seien es vor Jahren auch schon mal 200 bis 300 Euro gewesen. Zum Vergleich: Einen A5-Block bekommt man im Geschäft heute für 1,25 Euro. 

Es ist wenig überraschend, dass die Chancen auf einen hohen Preis dann steigen, wenn die Blöcke möglichst selten, alt, gut erhalten sind und ein wahrer Diddl-Fan zuschlägt.

Wir haben den Erfinder per Mail gefragt, wie er den Hype damals erlebt hat:

Das sagt Thomas Goletz:

Wie haben Sie die Erfolgsgeschichte in den Neunzigern erlebt?

Mit staunenden Augen und fröhlichem Glucksen in meinem kleinen Künstleratelier, das mit den Jahren immer enger wurde und vor lauter Diddl-Illustrationen, Mustern und Produkten aus allen Nähten platzte.

Hat der Ruhm Sie damals überrascht?

Ja, natürlich haben wir alle in keiner Weise mit solch einem Diddl-Fieber gerechnet und mussten uns mindestens einmal wöchentlich in den Arm kneifen, um zu checken, was da abläuft. Und die Freude mit Diddl zu arbeiten ist heute immer noch ungetrübt. 

Ist Diddl heute überhaupt noch zeitgemäß?

Klar, die Werte, die Diddl vertritt, also Liebe, Freundschaft und seine positive Ausstrahlung sind einfach zeitlos und vielleicht heutzutage nötiger denn je. 


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