Bild: Soeren Stache/dpa
Irgendwoher kenn ich die doch!

Klar, "Game of Thrones" ist krass und jeder hat es gesehen. Aber auch in Deutschland gab es schon Serien, die allen im Gedächtnis geblieben sind. Vor allem die Nullerjahre waren voller Serien-Klassiker: GZSZ, "Verliebt in Berlin" oder auch Gerichtsshows wie "Richter Alexander Hold". 

Manches wird mittlerweile auf TV-Sendern mit Fernbedienungsplätzen im hohen dreistelligen Bereich ausgestrahlt, anderes ist noch immer Kult. Die Serien haben eines gemeinsam: Die Stars von damals haben sich inzwischen ganz schön verändert. Erkennst du noch alle Stars und Sternchen aus den Serien der Nullerjahre?

Hier kannst du dein Wissen über deutsche Serien der Nullerjahre testen:

Erkennst du die Serienstars der 2000er Jahre noch?


Fühlen

Tschüss, beste Freundin. Es lebe die Polyfreundschaft

Meine erste beste Freundin hieß Sophie. So steht es in meinem ersten Freundschaftsbuch. Sie zu finden, fiel ganz leicht. Sophie wohnte auf der anderen Straßenseite. Als Sophie auf eine andere Schule ging, löste Alexandra sie ab. Zwei Kilometer Distanz erschienen wie Norwegen und Neuseeland. Alexandra saß jetzt neben mir, mit Sophie war Schluss.

Wenn ich heute ein Freundschaftsbuch ausfüllen müsste, würde die Zeile nicht ausreichen. Da gibt es immer noch Alexandra, Alexa, Daniel, Maike, Maximilian, Lisa, Lena, Sebastian, Vanessa, Verena, Friederike, Fritzi...

Ich lebe eine Poly-Beste-Freundschaft. Die EINE beste Freundin habe ich abgeschafft. Ich betrüge niemanden, sie alle wissen voneinander. Es ist okay für sie, denn auch sie haben mehrere beste Freunde.

Das Konzept der einen besten Freundin hat spätestens mit "Sex and the City" angefangen zu bröckeln, als am Restaurant-Tisch in New York vier und nicht zwei Frauen saßen. Außer Joko und Paul Ripke fällt mir gerade niemand ein, der seine eine beste Freundin abfeiert.

Als DIE beste Freundin noch im Trend lag, wuchsen mir gerade Pickel auf der Stirn. Mit Lena spazierte ich Händchen haltend über den Schulhof. Wenn sich an Valentinstag die Mitschüler und Mitschülerinnen Liebesbriefe schickten, schrieben wir uns den längsten. Wir trugen die gleichen Shirts, verbrachten jeden Tag der Sommerferien zusammen. Wir teilten alles, außer die Männer. Wie Bibi und Tina – nur ohne die Pferde. Die hassten wir beide, versteht sich.

Es war die Zeit, in der man sich selbst fand und nur auf eines verlassen konnte: die beste Freundin. Aber was beste Freundschaft wirklich bedeutet, konnten wir höchstens erahnen. Zu dieser Zeit zählte auch, ob wir die gleiche Musik hörten und beide Buffalos trugen.

Familie suchst du dir nicht aus, Freunde immer wieder. Besondere Momente festigen, was einst mit der gleichen Schuhauswahl begann. Heute habe ich viele beste Freunde und Freundinnen.

  • Mit Alexandra hörte ich zum ersten Mal Backstreet Boys. Heute gehen wir zu einem Konzert, während in ihrem Bauch mein Patenkind heranwächst.
  • Marie beschwerte sich, dass ich sie nicht mit meiner Puppe spielen ließ. Später beruhigte sie mich, als ich die Schallplatten meines Ex zertrümmerte.
  • Mit Vanessa und Verena verbrachte ich das gesamte Studienleben in einer Wohnung und ernährte mich von Sternchensuppe.
  • Von Sina, weiß ich immer, was sie beschäftigt – auch wenn wir uns nur eine halbe Stunde am Bahnhof sehen, weil jemand in der Stadt des anderen gerade umsteigt.
  • Lena hielt meinen Kopf, als ich mich zum ersten Mal von Alkohol übergab. Marie, Magdalena und ich heulten gemeinsam am Grab von Lenas Mutter.
  • Daniel und ich gingen jeden Morgen gemeinsam 200 Meter bis zur Bushaltestelle und nachmittags zurück. 400 Meter Gesprächstherapie. Heute steht meine Unterschrift unter dem Punkt Trauzeugen auf seiner Heiratsurkunde.

Eine beste Freundin macht dich stark. Mit vielen besten Freunden wirst du zum Hulk.

Nur weil es die Möglichkeit eines Superlativs gibt, muss ich ihn noch lange nicht nutzen. Zum internationalen Tag der Freundschaft befragten das Sinus-Institut und YouGov mehr als 2000 Menschen über 18 Jahren. 66 Prozent gaben an, eine besten Freundin oder einen besten Freund zu haben, aber sie zählten im Schnitt 3,7 Menschen zu ihren engen Feunden. Wo liegt der Unterschied zwischen dem besten und den engen Freunden?

Müssen engste Freunde sich schon ewig kennen? Nein. Im Studium traf ich Fritzi. Obwohl wir 200 Kilometer voneinander entfernt aufwuchsen, empfanden wir genau gleich. Wir schickten uns Emojis, deren Bedeutung nur wir verstanden. Die Freundschaftsgeheimsprache. Aus unserem WhatsApp-Chat ließ sie vier hundertseitige Bücher drucken. Unsere enge Freundschaft war besiegelt.