Noooooooooo

Es gibt Ahoj-Brause jetzt auch fertig angemischt als Limonade aus der Dose. Ab Montag bei Rewe, Edeka und anderen Läden. In den vier Sorten Waldmeister, Himbeere, Zitrone und Orange.

Das musste ja so kommen! Unternehmen plündern schließlich gerade unsere Kindheit und Jugend, um noch das letzte bisschen Erinnerung frisch zu Geld zu machen. Die Diddl-Maus ist zurück. Bunte Telefone von Nokia. Der Super Toy Club. Und hat sich mal jemand das Kinoprogramm angesehen? "Jurassic Park", "Alien", "Spiderman", alles zurück, wieder da, neu aufgelegt.

Jetzt auch noch Ahoj-Brause. Schließlich erinnern sich noch viele daran, wie sie als Kind das prickelnde Pulver aus der Tüte geschleckt haben. Oder wie sie später als Teenager erst das Pulver und dann einen Schluck Vodka in den Mund nahmen, um dann den Kopf kräftig zu schütteln. Vodka ahoj!

(Bild: imago / teutopress)

Ahoj-Brause hatte immer auch etwas Verruchtes: Wenn wir die kristalline Substanz aus den Beutelchen schüttelten, fühlten wir uns wie Gangster unter der Sonne Miamis. Es war ein bisschen wie Drogen nehmen, nur ohne Drogen. Dafür mit fest einstudierten Ritualen: Mit dem Finger gegen das Papier schnippen, aufreißen, auf Körperoberflächen oder in Körperöffnungen hinein schütten.

Eigentlich schmeckt Ahoj-Brause absolut furchtbar. Vor allem künstlich, am Anfang viel zu sauer, später dann brutal süß. So gut wie ein Schlag ins Gesicht eben. Die Kombination mit Vodka, später dann, verstärkte die körperliche Abwehrreaktion nur noch mehr.

Ahoj-Brause ist für mich der Geschmack der Lebensmittelindustrie: künstlich und kreischend. Wobei die Firma, die jetzt die Ahoj-Brause-Brause in die Läden bringt, das Gegenteil behauptet: "keine chemischen Inhaltsstoffe". Was ein bisschen lustig ist, denn letztlich ist alles Chemie: Wasser, Natron, Zitronensäure.

Vielleicht stecken in der Ahoj-Brause keine künstlich erzeugten Aromen. Aber das ist nur eine Vermutung.

Ich glaube ja: Niemand hat auf die Ahoj-Brause-Brause gewartet. Ein paar von uns werden die Dose sehen, in Erinnerungen schwelgen und vielleicht ein paar davon kaufen. Und feststellen: Bah, was für eine Plörre

Niemand will Ahoj-Brause trinken. Wirklich nicht. Da wird noch eher Essigwasser aus Gurkengläsern zum Trendgetränk. Oder kalte Knochenbrühe. Das wäre überhaupt die sinnvollere Line-Extension für die Kultmarke Ahoj: neue Geschmacksrichtungen! Cold Brew Coffee, Avocado mit Eiern, Reste aus der Tierverwertung.

Am Ende reicht die Fantasie der Erinnerungsräuber dann wahrscheinlich nur für Einhorn-Brausepulver. Geschmacksrichtung irgendwie in Richtung pink. Hauptsache süß. Und sauer. Und voll retro.


Gerechtigkeit

Gute Idee: Ein Codewort für sexuelle Belästigung in Bars
"Ist Luisa da?"

Wahrscheinlich kennt jede Frau das Problem: Man ist feiern und eigentlich ist alles prächtig. Bis der eine Typ anfängt zu nerven. Die meisten haben natürlich schon ein eigenes praktisches Abwehrrepertoire. Aber für den Fall, dass man doch lieber Hilfe hätte oder man sich wirklich gruselt, gibt es mittlerweile in einigen Städten ein Codewort, das man zum Barkeeper sagen kann, oder besser gesagt, einen Code-Satz: