Sie singt einfach so unglaublich schön

Kaylee Rodgers hat die Ruhe weg. Scheinbar ohne jede Aufregung und mit der Stimme eines Engels steht sie auf der Weihnachtsfeier ihrer Schule und singt mit dem Chor Leonard Cohens "Hallelujah". Hunderttausende Menschen haben das Video davon bereits gesehen.

Der Auftritt ist alles andere als selbstverständlich

Was es so besonders macht: Kaylee und ihre Mitschüler im nordirischen Donaghadee gehen auf eine Schule für behinderte Kinder. Und der Weihnachtsauftritt ist für die Zehnjährige alles andere als selbstverständlich. Denn Kaylee ist Autistin. Die Symptome sind bei allen Betroffenen anders, doch in der Regel fällt es Autisten extrem schwer, im Rampenlicht zu stehen – vermutlich erst recht, wenn dabei eine Kamera läuft.

Doch für das mutige Mädchen ist das kein Problem – sie freut sich über die Aufmerksamkeit, die das Video erzeugt hat. Bislang haben den Auftritt weltweit über 700.000 Menschen gesehen. Und bis zu den Festtagen werden es sicherlich noch mehr werden.

Es war überwältigend, wie viele Menschen das Video gesehen haben. Ich liebe das Singen einfach!
Kaylee Rodgers, 10 (ITV)

Schulleiter Colin Millar erzählt, dass Kaylee kaum gesprochen habe, als sie in die Klasse gekommen sei. Wer das Video sieht, kann sich das kaum vorstellen.

Frohe Weihnachten, Kaylee!

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Ein Plädoyer für mehr Muße

"Mamaaaa, mir ist laaaangweilig." Wie oft habe ich früher diesen Satz gesagt. Eine Aufforderung, sich mit mir zu beschäftigen. Dabei war mein einziges Problem: Soll ich mit Puppen oder Lego spielen, basteln oder mich verkleiden? Die Langeweile war mein ständiger Begleiter – es waren endlose Momente, in denen sich die Uhr über der Tafel im Unterricht rückwärts zu drehen schien, oder sich der lang ersehnte Familienurlaub schon nach wenigen Minuten im Auto in ein niemals zu erreichendes Ziel verwandelte.

Heiligabend war immer der längste Tag im Jahr.

Früh bin ich aufgewacht und habe mir heimlich den Weihnachtsbaum mit den darunter liegenden Geschenken angeschaut. Es machte sich eine Aufregung in mir breit, die sich den ganzen Tag über steigerte. Ausnahmsweise durfte ich ganz viele Lebkuchen, Spekulatius und Zimtsterne essen, und der Fernseher lief auch länger als eine halbe Stunde.

Doch weder Sissi, noch Madita oder die Kinder von Bullerbü ließen den Moment der Bescherung schneller kommen. Diese Langweile war müßig und zäh, schön und nervig zugleich: Ich hatte nichts anderes zu tun, als mich zu freuen.

Aber je mehr ich mich freute, desto langsamer verging die Zeit.