Ampeln, Autoanhänger und Mülleimer in Berlin – klingt erst einmal nicht nach großer Kunst. Wenn man sie aber abfilmt, die Sequenzen nach Farben sortiert und die Aufnahmen mit Elektromusik unterlegt, wird daraus ein wundervolles Liebesgeständnis an unsere Hauptstadt.

Das dreiminütige Video "Berlin (Classified)" stammt nicht von einem Berliner, sondern vom französischen Filmemacher Julien Patry. Im Interview mit bento schwärmt er von der Stadt: "In Berlin ist alles so groß und weitläufig, es gibt so viel Platz für Kreativität."

Der 34-Jährige kam 2015 mit seiner Frau, die für deutsche und französische Medien arbeitet, in die Stadt. "Sie war schwanger und wir sind beide selbständig und können von überall arbeiten", sagt Patry. Sie wollten ihrem Wohnort Paris entfliehen und etwas Neues kennenzulernen.

"In Paris ist alles so eng, grau, die Parks sind überlaufen, genauso wie die Museen. Wir wollten eine Veränderung."

(Bild: Privat)

Nach getaner Arbeit spazierte Patry durch die Stadt, ohne Ziel. Was ihm schnell auffiel: Berlin ist bunt und schrill. "Die Mülleimer haben mich fasziniert – sie sind ein Wahrzeichen für die Stadt. Eigentlich sind sie etwas Ekeliges, aber viele sind beklebt, Dinge stapeln sich auf ihnen. Das sieht toll aus", sagt Patry.

Menschen tauchen in "Berlin (Classified)" nur im Hintergrund auf. Er sagt, die Menschen seien genauso verschieden wie auch die Farben im Video. "Franzosen, Italiener, Türken, Deutsche – alle sind beisammen. Das macht die Berliner auch so aufgeschlossen."

In der Slideshow: Unsere Berlin-Kolumnen

Bis Oktober lebte Patry in Berlin und sagt im Nachhinein: "Es war die schönste Zeit in meinem Leben." Im vergangenen halben Jahr arbeitete er dann an dem Video – und verzichtete dann doch nicht ganz auf die Clubszene. Sein Video unterlegte er mit Elektrosounds des Musikers Axl Otl – "die Musik prägt einfach die Stadt".

"In Paris ist alles so eng, grau, die Parks sind überlaufen, genauso wie die Museen. Wir wollten eine Veränderung."

Eine Woche, nachdem Patry und seine Frau wieder zurück in Paris waren, kam ihr gemeinsamer Sohn zur Welt. Er trage viel Berlin und das Glück der Eltern in sich, meint der junge Vater. "Wir sprechen zu Hause oft deutsch, denn irgendwann wollen wir nach Berlin zurückkehren."

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