Bild: YouTube/Suzie Grime
Eine Twitter-Userin hat sie verpfiffen.

Suzie Grime nimmt kein Blatt vor den Mund. Seit einem Jahr vloggt die 25-jährige Berlinerin unter dem Motto "Mode, Gras und Feminismus". Jetzt hat sie Ärger mit der Polizei.

Im letzten Video der Serie "Get High with me" erklärt Suzie Grime, warum vapen gesünder ist, als Gras in der Bong oder in einem Joint zu rauchen.

Ein Twitter-Troll schwärzte sie daraufhin bei der Berliner Polizei an:
Und die antwortete direkt:
Was passiert jetzt?

Der Link zum Video wurde vom Social Media Team der Berliner Polizei an das Landeskriminalamt und an die Staatsanwaltschaft weitergeleitet. Das bestätigte die Polizei auf Nachfrage. Beide Stellen würden jetzt die Strafbarkeit prüfen.

Was ist an dem Video von Suzie Grime strafbar?

Im Video zeigt sie ein Kraut, das nach Marihuana aussieht, und raucht es. Fakt ist: Der Konsum ist nicht strafbar, der Besitz hingegen schon. Allerdings gibt es eine Toleranzgrenze und die liegt in Berlin bei 10 Gramm, in Ausnahmefällen sogar bei 15 Gramm. Bei diesen geringen Mengen verzichtet die Staatsanwaltschaft in der Regel auf eine Anklage, da es sich um reinen Eigenbedarf handelt ("BZ").

"Vielleicht rauche ich ja Oregano und kein Marihuana."
Wie reagiert Suzie Grime?

Die YouTuberin will sich nicht aus der Ruhe bringen lassen: Sie weiß, dass sie sich in einer Grauzone bewegt, sagt sie zu bento. "Vielleicht rauche ich ja Oregano und kein Marihuana, oder habe das Video in den Niederlanden gedreht. Wer kann mir das nachweisen?"

Dass sie sich mit ihren offensiven Videos nicht nur Freunde macht, sei ihr klar. "Ich wundere mich, dass es solange gedauert hat, bis sich mal jemand bei der Polizei beschwert." Suzie Grime folgen mehr als 25.000 Abonnenten bei YouTube, 22.000 bei Instagram.

Wer hat sie bei der Polizei angeschwärzt?

Suzie Grime vermutet ein rechtsorientiertes Troll-Kollektiv hinter dem Tweet. Seit der Veröffentlichung eines Sexismus-Videos auf ihrem YouTube-Kanal vor einem Monat werde sie fast täglich von diversen Fake-Profilen auf allen Kanälen angegriffen, sagt sie. Die Verfasser dieser Nachrichten sind mehrere hundert User, die sich als lose zusammengefasster "Trollring" verstehen. (Krautreporter)

Die Person, die Suzie Grime bei der Polizei anschwärzte, nennt sich bei Twitter "Drol Negül". Was zuerst nach einem türkischen Namen klingt, liest sich rückwärts so: Lügen Lord. Und das schreibt "Drol Negül" über sich selbst:

(Bild: Screenshot YouTube)

Inzwischen meldete auch Suzie Grime der Berliner Polizei das Profil von "Drol Negül".

Mit dem Hashtag #stopcybermobbing:
Auch sie bekam von den Beamten eine Antwort:

Ziel des Trollrings ist es, kritische Nutzer durch systematische Belästigung zum Schweigen zu bringen und aus dem Netz zu vertreiben. Die klassische Internetregel "Don’t feed the trolls", Störer also einfach zu ignorieren, greift schon lange nicht mehr. Jede Präsenz im Internet ist mittlerweile schon ein Füttern, das gar nicht an die Trolle gerichtet sein muss. Die einzige Möglichkeit dem zu entgehen, wäre, im Netz einfach gar nicht mehr zu kommunizieren.

Eine Lösung ist das gewiss nicht.

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