Bild: Warner Bros.

Die Flüchtlingsfrage ist im deutschen Kino angekommen. Am Donnerstag startet "Willkommen bei den Hartmanns", eine Komödie über eine deutsche Familie, die einen Flüchtling bei sich aufnimmt.

Die Familie Hartmann ist gut-bürgerlich, ein bisschen spießig, aber auch irgendwie liebenswert. Weil "Wir schaffen das" in den Augen der Mutter eine wahre Aussage ist, will die Familie persönlich aushelfen und einen Flüchtling beherbergen. Der soll nicht zu alt sein, keine Familie mit anschleppen, bitte ein ernsthaftes Schicksal mit sich bringen und bitte "nicht schmutzen".

"Sie wissen ja, es gibt auch immer ein paar Schafe unter den Schwarzen."

Die Hartmanns casten schließlich Diallo aus Nigeria. Der wird im Film von Eric Kabongo gespielt. Kabongo ist Belgier und hat kongolesische Wurzeln, für seine Filme erhielt er bereits Preise. (erickabongo.com)

Auf dem Filmplakat zu "Willkommens bei den Hartmanns" taucht er nicht oben neben den anderen Namen auf:
(Bild: Warner Bros.)

Klar, er sitzt im Zentrum des Bildes – und der Handlung. Trotzdem wird nur der bekannte deutsche Cast rund um Palina Rojinksi, Elyas M’Barek und Florian David Fitz aufgelistet. Der Film verspricht "die Hoffnung, dass die Familie ihre Stabilität, Zuversicht und ihren Frieden wiederfindet – so wie das ganze Land."

Klar, die deutschen Schauspieler kennt man schon. Aber dann ausgerechnet den Namen der Person in der Mitte weglassen? Eine peinliche Aktion für einen Film, der sich doch mit Vorurteilen und Fremdenfeindlichkeit auseinandersetzt.

Eric Kabongo will sich darüber aber nicht aufregen – und äußerte sein Verständnis für die Entscheidung. Böse sei er nicht: "Ganz im Gegenteil. Der Film sorgt für eine Menge gute Aufmerksamkeit für mich.“ (B.Z.)

Hier könnt ihr den Trailer zum Film sehen:

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Keine besondere Lage in Bautzen*
*40 bis 50 Rechtsextreme jagen Flüchtlinge durch die Stadt

In Bautzen im Osten von Sachsen hat eine Gruppe von Rechtsextremen zwei Flüchtlinge gejagt. Das berichtet Zeit Online.

Laut Polizei gab es keine besondere Lage.

40 bis 50 Menschen, Jugendliche und Männer um die 30, legten sich mit zwei Flüchtlingen und deren Freunden an. Die Polizei beobachtete die Szene und war zunächst mit drei Streifenwagen vor Ort. Die zahlenmäßig unterlegen Beamten schritten aber erst ein, als die Flüchtlinge durch die Stadt gejagt wurden.

Einer der Flüchtlinge soll von einem Fahrrad gerissen und mit einem Stein beworfen worden sein. Beide konnten fliehen, einem halfen Beamten.

In Bautzen gibt es immer wieder Übergriffe von Rechtsextremen auf Flüchtlinge und deren Unterstützer. Die Polizei ist seit September verstärkt im Einsatz, belangt aber gerne mal Flüchtlinge, weil sie eine Ausgangssperre missachten, und lässt die Rechtsextremen laufen.

Wir waren Ende September für Euch in Bautzen, hier ist unser Bericht.