Vier Fakten über die peinliche Nummer

Sacha Baron Cohen ist ein Meister der Selbstentlarvung. Er bringt Menschen dazu, vor laufender Kamera Dinge zu tun und zu sagen, die fast unmöglich erscheinen. Bekannt geworden ist er als "Ali G." und als "Borat". 

In der neuen Serie "Who is America?" auf Showtime schlüpft er wieder in verschiedene Rollen (bento). Eine davon: der israelische Terrorismusexperte "Erran Morad". 

Und mit dieser Figur hat es Sacha Baron Cohen jetzt tatsächlich geschafft, dass ein US-amerikanischer Politiker zurücktritt.

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Wer der Politiker ist:

Es geht um Jason Spencer. Der 43-Jährige wurde 2012 in das Repräsentantenhaus von Georgia gewählt. Als Republikaner

  • Er ist starker Gegner von "Obamacare", dem Gesetz, das unter anderem den Zugang zur Krankenversicherung regelt und das US-Gesundheitssystem reformiert hat.
  • Spencer wollte 2016 durchsetzen, dass verschleierte Frauen während des Autofahrens ihre Bedeckung abnehmen müssen. Er zog die Forderung zurück. Der Ruf, islamfeindlich zu sein, blieb ihm.

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Was in der Folge "Who is America?" gezeigt wird:

"Terrorismus-Experte" Erran Morad erklärt dem Politiker, wie er einen potenziellen Kidnapper in der Öffentlichkeit angeblich verdrängen kann: Indem er das "N-Wort" nennt.

  • So reagiert Jason Spencer: Er schreit aus vollem Halse: "Nigger, nigger, nigger!" Morad weist ihn darauf hin, das sei das falsche Wort. Er habe "noonie" gemeint, ein englisches Slang-Wort für eine coole Person.

Dann behauptet Morad, Terroristen hätten große Angst davor, homosexuell zu werden. Und das gehe allein schon durch die Berührung eines Schwulen. Also: Hosen runter!

  • So reagiert Jason Spencer: Er zieht tatsächlich seine Hose runter und rennt mit dem Hintern voraus auf Morad zu. Als der ihn darauf hinweist, dass der blanke Hintern noch effizienter sei, zieht der Politiker blank.

Außerdem ruft Spencer: 

An alle verdammten Sand-Neger aus dem Nahen Osten: Wir haben die Schnauze voll, dass ihr nach Amerika kommt, und wir haben die Schnauze voll, dass ihr versucht, uns zu bedrohen.

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Was die Konsequenzen sind:

Ein Sprecher des Repräsentantenhauses in Georgia sagte in einer Stellungnahme, Spencer habe sich blamiert und sollte umgehend kündigen. Georgia sei besser als das.

Der Gouverneur von Georgia, Nathan Deal, twitterte: 

"Die Handlungen und die Sprache von Jason Spencer sind schockierend und beleidigend. Es gibt keine Entschuldigung für diese Art von Verhalten, niemals, und ich bin davon betroffen und angewidert."

Anfang sträubte sich Spencer dagegen, zu kündigen. Eine Vermutung: Er hatte daran ein finanzielles Interesse. Hätte er seinen Sitz bis Januar gehabt, hätte er nach vier Amtsperioden 7000 Dollar extra bekommen und eine vergünstigte Krankenversicherung auf Lebenszeit.

Auf der anderen Seite musste er aber ohnehin mit Konsequenzen rechnen – und kündigte dann doch selbst. Er wird seinen Sitz im Repräsentantenhaus zum 31. Juli freigeben.

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Warum Spencer überhaupt mitgemacht hat:

Laut Atlanta Journal-Constitution habe er gedacht, er würde für das Video israelische Terrorbekämpfungstechniken lernen. 

"Obwohl es mir sehr unangenehm war, da teilzunehmen, habe ich zugesagt. Ich hatte verstanden, dass diese Techniken mir und anderen dabei helfen sollten, das abzuwehren, was ich für eine unvermeidliche Attacke halte. Ich bedauere zutiefst die Sprache, die ich auf Anforderung Cohens benutzt habe. Ich bereue, dass ich überhaupt teilgenommen habe. Wenn ich von meinen Ängsten nicht so beeinflusst worden wäre, hätte ich niemals zugesagt.

Hier kannst du dir das Video anschauen:


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