Bild: dpa / Carsten Rehder
"Weiblich, sexy, rechtsextrem" und andere Filetstücke der Mediatheken.
Endstation Sonderflug
(Bild: 2011 Climage)
Sie sitzen hinter Gittern, obwohl sie kein Verbrechen begangen haben: Im Schweizer Ausschaffungsgefängnis warten Menschen ohne gültige Papiere auf das Urteil der Behörden. Monatelang klammern sie sich an die Hoffnung, doch nicht abgeschoben zu werden, doch dann – von einem auf dem anderen Tag – ist es soweit. Sie werden zurück in ihr Herkunftsland geflogen, das sie kaum mehr kennen, in dem sie unterdrückt werden oder keine Zukunft haben. Dass die Schweiz mittlerweile ihre Heimat geworden ist, spielt dabei keine Rolle. Dass sie seit 20 Jahren dort leben und arbeiten, auch nicht. Der Film "Endstation Sonderflug" erzählt die traurige Geschichte von Hoffnung und Verzweiflung. Ohne Sprecherkommentar begleiten wir die Gefangenen bis zum Zeitpunkt ihrer Abschiebung. Die Bilder sind bedrückend, der Kummer der Betroffenen und ihrer Familien kaum zu ertragen. In der Doku sehen wir noch die brutale Ausschaffungsmethode, bei der die abgewiesenen Asylsuchenden mit dem ganzen Körper an einem Rollstuhl fixiert werden. Diese wurde mittlerweile abgeschafft, denn zu oft sind Menschen dabei ums Leben gekommen.

First and Final Frames Part ||
(Bild: Screenshot aus First and Final Frames)
Könnt ihr euch am Ende des Filmes noch an seine erste Einstellung erinnern? Oder wisst ihr von euren drei liebsten Filmen sowohl Anfangs- als auch Endeinstellung? Na, denkt mal nach. ... Es gibt Szenen, Kamerafahrten und Schlusssequenzen, die bleiben einfach für immer im Gedächtnis, wir erinnern uns da gerade zum Beispiel an Michelangelo Antonioni's "Zabriski Point" oder Bernardo Bertolucci's "The Sheltering Sky". Doch allzu oft vergisst man die ersten und letzten Einstellungen, dabei sind sie äußerst interessant und sagen eine Menge über den Film aus. Das weiß auch der Filmemacher, Video-Essayist und Supercutter Jacob T. Swinney und hat aus über dreißig Filmen erneut die ersten und letzten Einstellungen genommen und sie in einem zweigeteilten Bild einander gegenüber gestellt. Das daraus entstandene Video "First and Final Frames Part II" ist das mittlerweile zweite seiner Art und macht große Lust alle Filme (noch mal) zu schauen!

Weiblich, sexy, rechtsextrem
(Bild: WDR)
Warum dieser Titel für den Beitrag gewählt wurde, ist uns ein Rätsel, denn "sexy" ist keine der Damen, die ihr gleich sehen werdet! Dafür geben sie sich familienfreundlich und bürgernah, arbeiten als Pädagoginnen oder in anderen sozialen Berufen. Harmlos, unauffällig, mit Kind und Kegel. So auch Antje Voigt aus der Gemeinde Mihla in Thüringen. Die Bewegungstherapeutin sitzt als NPD-Mitglied im Gemeinderat. Frau Vogt inspiziert Spielplätze auf Mängel. Die sind in Mihla nämlich „unbefriedigend, mangelhaft und sogar gefährlich!“ Doch ihr soziales Engagement täuscht: Im Gemeinderat stimmte die sonst so familienfreundliche NPD-Politikerin erst kürzlich gegen die Unterbringung einer Flüchtlingsfamilie. Die Erklärung der dreifachen Mutter: kein Geld und keinen Platz. "Weiblich, sexy, rechtsextrem" zeigt, wie Rechte durch die "Mutti-Masche" versuchen, braunes Gedankengut gesellschaftsfähig zu machen. Wir sehen Frauen wie Antje Vogt, die sich auf Nazi-Veranstaltungen tummeln, die als Familienfeste getarnt sind und erfahren, dass weibliche Rechtsextreme in der Öffentlichkeit gut ankommen und durch Sympathie bei unentschlossenen Wählern punkten können.

Mediasteak x bento

MediasteakAnne und Laura von Mediasteak zeigen, was in den Mediatheken steckt. Jeden Freitag empfehlen sie die besten Spielfilme, Dokumentationen und Serien bei bento.