Taucht ein in Datenströme und die dunkle Seite des Internets!

Heute morgen das Müsli für Instagram fotografiert, gestern das obligatorische Selfie im Gym gemacht und am Wochenende via Facebook im Berghain eingecheckt: Mit jeder Aktion im World Wide Web hinterlassen wir ein immer umfassenderes Bild von uns.

Perfekt für Marketingstrategen, die ein genaues Profil von uns haben und so treffende Werbung platzieren können. Und das ist nur ein Aspekt des digitalen Kosmos', in dem wir leben.

In den folgenden Dokus erhalten wir Einblicke in unterschiedliche Themenbereiche unserer digitalisierten Welt. Es geht um Internet-Trolle, Social-Media-Sucht, kriminelle Machenschaften im sogenannten "Darknet" und Sex im digitalen Raum.

The Power of Privacy | The Guardian

In der Dokumentation "The Power of Privacy" geht die Journalistin Aleks Krotoski der Frage nach, welche Bedeutung Privatsphäre im 21. Jahrhundert noch hat. In Zeiten von Facebook, Twitter, Instagram, Snapchat und Co. hinterlässt fast jeder Mensch einen mehr oder weniger großen digitalen Fußabdruck. Doch welche Informationen geben wir freiwillig oder unfreiwillig über uns preis? Und wer kann auf diese Informationen zugreifen?

Viele Menschen fühlen sich relativ sicher im Internet. Einige haben vielleicht ein Antivirus-Programm auf ihrem Rechner installiert. Ansonsten wird aber fröhlich alles geteilt; vom perfekt inszenierten Müsli-Frühstück auf Instagram, über Strandfotos im Bikini bei Facebook bis zu den Bankdaten im Online-Shop. Ist das naiv? Wie sicher sind unsere Daten im Internet?

Nicht besonders, wie die Doku zeigt. Und es sind nicht nur die freiwillig von uns geteilten Informationen, die gefährdet sind. Ein Klick auf einen Phishing-Link kann genügen, um einem Hacker uneingeschränkten Zugriff auf den eigenen Computer zu verschaffen. Besonders unheimlich: Selbst die Webcam kann so fremdgesteuert werden.

Die digitale Liebesindustrie | VICE
(Bild: vice )

Online-Dating, virtuelle Blow-Jobs oder ferngesteuerte Social-Sextoys – unser Liebesleben im digitalen Zeitalter ist nicht mehr zu vergleichen mit unseren Cybersex-Eskapaden in den 90ern. Dank Oculus Rift und Co. kann sich der Nutzer nun auch an maßgeschneiderten Sex-Erlebnissen erfreuen und seinen dreckigsten Fantasien frönen.

Doch kann die Beziehung zwischen Mensch und VR-Brille die Zärtlichkeiten im realen Leben wirklich ersetzen? Und wie beeinflussen interaktive Pornos unsere echten Romanzen, wenn Fantasie und Realität immer mehr miteinander verschmelzen? VICE hat sich in der Dokumentation"The Digital Love Industry" mit dieser Frage beschäftigt und untersucht die Zukunft unseres Sex- und Liebeslebens.

A Social Life – Kurzfilm über Handy-Sucht

Und täglich grüßt das Murmeltier – doch die Protagonistin des Kurzfilms "A Social Life" sitzt nicht wie Bill Murray in einer Zeitschleife fest – Meredith ist vielmehr in einer Social-Media-Spirale gefangen, die aus täglich inszenierten Instagram-Bildern und der Sucht nach Likes besteht.

Meredith sieht gut aus, treibt regelmäßig Sport, ernährt sich gesund und geht gerne aus. Doch das vermeintlich tolle Leben lebt sie nur für ihre Follower. Hinter der Instagram-Fassade liegt sie einsam zu Hause auf der Couch. Die einzige Farbe in ihrem Leben ist der blaue Schimmer ihres Handy-Displays im Gesicht. Als sie eines Morgens ihre Sucht erkennt, lässt sie ihr Telefon fallen und geht hinaus ins echte Leben. Das Ende des Film ist ziemlich kitschig, doch die Botschaft ist gut.

Auch das Verschmelzen der realen mit der virtuellen Welt hat die Regisseurin Kerith Lemon filmisch besonders gut umgesetzt: Sie löst Merediths bunten Instagram-Feed von ihrem Handybildschirm und setzt ihn neben ihr tristes Leben.

Waffen, Drogen, Dissidenten – Das Darknet
(Bild: Motherboard )

Das Darknet ist die dunkle Unterwelt des World Wide Web. Durch die Verschlüsselung der IP-Adresse wird das Internet zum rechtsfreien Ort, an dem sich düstere Gestalten herumtreiben, die gewiss keine neuen Kochrezepte oder hilfreiche Handwerkertipps suchen. Vielmehr geht es im anonymisierten Deepnet um den illegalen Handel mit Drogen und Waffen.

VICE Chefredakteur Tom Littlewood trifft neben Experten einen ignoranten Waffendealer und muss feststellen, dass im Internet bestelltes MDMA auch nicht der beste Deal ist. Die Doku seht ihr hier.

SOMEBODY – eine App, die für dich Schluss macht

Face to Face war gestern. In Zeiten, in denen Pärchen am selben Tisch sitzend nicht mehr miteinander reden, stattdessen aber einen dezent bläulichen Schein ihres Smartphone Displays im Gesicht haben, kommt nun endlich eine neue App daher.

Du möchtest deinen Freund verlassen, bist aber total schlecht im Schluss machen? Oder willst du deiner Liebsten einen Heiratsantrag machen, scheißt dir vor Aufregung aber in die Hosen? Durch den Nachrichten-Service SOMEBODY der Künstlerin Miranda July brauchst du jetzt endlich nicht mehr mit deinen Freunden persönlich reden, denn Fremde übermitteln deine gute beziehungsweise schlechte Nachricht verbal an den Empfänger. Und du kannst gemütlich zu Hause vor der Glotze hängen, während ein anderer für dich die Drecksarbeit erledigt. Quasi dein Double 2.0.

July erfasst in dieser neuen Folge der Kurzfilmserie Women's Tales sehr treffend die seltsame Zärtlichkeit unserer zeitgenössischen Beziehungen.

Die Trolle | NDR

Tag für Tag werden wir im Internet und besonders in den sozialen Medien mit Informationen bombardiert. Geteilt wird alles, was im Feed landet: Nachrichten der etablierten Medien, aber auch Meldungen, deren Ursprung völlig unklar ist. Obwohl viele dieser Meldungen frei erfunden sind, verbreiten sie sich rasend schnell.

Hinter den Falschmeldungen stecken oft Trolle. Im Schutze der Anonymität verbreiten sie Hass und Angst, indem sie bewusst Gerüchte streuen. Vor allem auf sozialen Netzwerken wie Facebook tauchen immer wieder zweifelhafte Nachrichten auf – und werden zum Teil millionenfach geteilt. Der NDR-Dokumentarfilm "Die Trolle" geht dem Phänomen auf den Grund. Wer verbirgt sich hinter dem grinsenden Trollface? Und was kann man gegen die Gerüchteküche unternehmen?

"Die Trolle" ist eine interessante Dokumentation mit aktuellem Bezug. Sie stellt die Frage nach dem Stellenwert von medialer Glaubwürdigkeit in einer Zeit, in der das Vertrauen in die klassischen Medien immer weiter sinkt.

Error404: File Not Found

Manche Menschen filmen sich nicht nur bei den herkömmlichsten Dingen, sie stellen die Videos danach auch ins Netz (Stichwort: Chewbacca Mom). Egal ob Amateur-Filmer, Go-Pro-Pro oder Szenen aus Film und Werbung – die Filmemacherin Claire Dubosc hat 200 Videos, die sie auf YouTube oder Vimeo gefunden hat, so zusammengeschnitten, das sie einen Tag aus einem Menschenleben aus 200 verschiedenen Blickwinkeln und Orten der Welt in nur wenigen Minuten darstellen.

Mit ihrem genialen Kurzfilm "Error404: File Not Found" will Claire verdeutlichen, dass wir im Netz eine unglaublich große Menge an Datenvolumen speichern, die in Zukunft als Gedächtnis der Menschheit dienen könnte. Doch was, wenn das System auf einmal komplett zusammenbrechen würde?

Big Earth Data – Die digitalisierte Erde

Schritt für Schritt durchleuchten Mathematiker, Physiker und Geologen unsere Erde und erstellen durch das Zusammenführen unterschiedlicher Datenquellen ein immer präziseres Bild der Welt.

Daten sind eine mächtige und wertvolle Ressource. Die Doku zeigt anhand verschiedener Naturphänomene, dass die Vermessung unserer Welt bereits im vollen Gang ist und welche Vor- und Nachteile sich aus der Datenflut ergeben.

Mensch und Maschine

Und zum krönenden Abschluss ein Video, das zeigt wie kompliziert Internet sein kann.

Mediasteak x bento

MediasteakAnne und Laura von Mediasteak zeigen, was in den Mediatheken steckt. Jeden Freitag empfehlen sie die besten Spielfilme, Dokumentationen und Serien bei bento.

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Dieser Typ verabschiedet sich ganz romantisch von seiner Abschlussarbeit
"Ein Liebesbrief an meine Thesis"

Jeder Student, der schon einmal lange an einer Haus- oder Abschlussarbeit gesessen hat, kennt das: Nachdem du dich wochenlang mit nichts anderem beschäftigt hast, weißt du irgendwann schon gar nicht mehr, wie sich das normale Leben anfühlt.

Du hängst Tag und Nacht am Schreibtisch oder in der Bibliothek, siehst deine Freunde kaum noch und vergisst, dich bei deinen Eltern zu melden. Fast ein bisschen so, als wärt ihr frisch verliebt – nur ohne knutschen. Genau aus diesem Grund, ist es auch so ein seltsamer Moment, wenn du dich am Abgabetag von deiner Arbeit trennen musst.