Bild: Ovation TV
Die neue Serie in meinem Leben

 "Versailles" ist die neue Serie in meinem Leben. Der französische Canal+ hat das geschafft, was in den letzten Jahren nur HBO mit "Game of Thrones" gelungen ist: Mich süchtig zu machen.

Die Serie erzählt von König Louis XIV. vor der französischen Revolution. Im 17. Jahrhundert verlegte der Sonnenkönig das kulturelle und politische Zentrum des Landes von Paris nach Versailles. Das muss damals etwa so gewesen sein, als würde Donald Trump heute das Weiße Haus von Washington D.C. in einen Vorort in Maryland verlegen. Der Sonnenkönig war entschlossen, Frankreich für immer zu prägen. 

Die Serie hält sich in groben Zügen an die Geschichte – erlaubt sich aber kleine Freiheiten, um das heutige Publikum anzusprechen.

Warum ist diese Serie so gut?

Die  Produktion:

Sehenswert! Das Budget für die erste Staffel (zehn Episoden) betrug rund 30 Millionen Euro. Damit gehört die Serie selbst im internationalen Vergleich zu den teuersten TV-Produktionen. Das lohnt sich: Die Serie überzeugt mit Qualität, von den Kostümen, der Kameraführung, den Schauspielern bis hin zum Drehort. Schauplatz war, wenn möglich, Versailles selbst, andere Sets wurden detailgetreu nachgebaut. 

Die Intrigen:

Spannend! In der Serie ist keiner vor Affären, Mord, Übergriffen und Rachefeldzügen sicher. Es ist riskant, zum französischen Hof zu gehören. Vor allem der Sonnenkönig selbst lebt gefährlich. Immer wieder droht ihm die Macht zu entgleiten: Er hat Probleme mit dem Adel, den Gerichten und der Kirche. Schmerzhaft wird ihm bewusst: Selbst engsten Verbündeten kann er nicht trauen. 

Die Nacktheit:

Schlüpfrig! Louis XIV. ist zwar mit der Tochter des spanischen Königs Philpp IV. verheiratet, ist ihr aber nie treu. Er hat zahlreiche Affären mit den schönsten Frauen. Das Zuschauerauge wird immer wieder mit expliziten Sexszenen unterhalten. Auch Homosexualität ist ein Thema, denn in Versailles darf jeder mit jedem.

Heiraten ist für Louis XIV. ein politischer Akt, Liebe sucht er bei seinen Mätressen. Oder bei der Frau seines Bruders Philippe

Die Brutalität:

Schmerzhaft! Der Sonnenkönig kennt einige Foltermethoden. So werden zum Beispiel die Augen eines Verräters kurzerhand verbrannt – durch die Spiegelung von Sonnenlicht. Anderen wird lapidar der Kopf abgeschlagen, ein Dolch ins Herz gesteckt oder eine Kugel in den Rücken geschossen. Viele erleiden Vergiftungen und kotzen Blut, bis keins mehr übrig ist.

Das Wichtigste an einer guten Serie ist für mich der Spannungsbogen. Versailles schafft diesen bereits nach wenigen Episoden. Die Einblicke in eine andere Welt mit tollen Kulissen und unvorhersehbaren Intrigen stimmen mein Herz selig. Eine gute Serie ist für mich mehr als nette Unterhaltung. Sie ist ein Hobby. Ich werde euphorisch, wenn das Intro anläuft. Ich verbringe viele Stunden mit den Seriencharakteren und diskutiere leidenschaftlich mit Freunden darüber. 


Die ersten zwei Staffeln von Versailles sind auf Netflix zu sehen. Großer Wermutstropfen: Es folgt nur noch eine dritte, dann ist bereits wieder Schluss. Die Macher der Serie dazu: 

Am Ende der dritten Staffel hat Louis XIV. die absolute Macht erlangt. So haben wir das Ende des Erzählbogens erreicht, den wir uns für die Serie überlegt hatten.

Leider hat es auch nicht geholfen, dass die Fans mit dem Hashtag #SaveVersaillesSeries um den Erhalt gekämpft hatten.


Streaming

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"Late Night Berlin" läuft ab sofort zweimal wöchentlich

Es könnte ProSiebens Art sein zu sagen: Wir versuchen es noch mal. Wir und Klaas. 

Für "Late Night Berlin", die Show von Klaas, die nach dem Ende von "Circus HalliGalli" montags irgendwie immer dafür sorgte, dass sich Fernsehen noch ein bisschen nach Joko und Klaas anfühlte, interessieren sich nicht ganz so viele Menschen.