Sony kann anscheinend doch Superhelden.

Mit Sam Raimis "Spider-Man"-Trilogie legte Sony den Grundstein für den heutigen Superhelden-Hype – danach ging es allerdings rasant bergab. Die nachfolgenden Comic-Verfilmungen des Studios floppten. Trotzdem hält Sony weiter an Plänen für ein eigenes Superhelden-Universum fest.

Den Anfang macht Tom Hardy als "Venom". Der ist eigentlich ein Widersacher von Spider-Man. Inzwischen gehört er aber zu den beliebtesten Anti-Helden in den Marvel Comics. Seine Superkräfte bekommt Venom alias Eddie Brock von einem außerirdischen Parasiten, mit dem er in ständiger Symbiose lebt. Zimperlich ist das Gespann nicht gerade: Venom verstümmelt und tötet seine Gegner nicht nur, manchmal verspeist er sie auch direkt. Lecker, oder?

Venom gehört zu meinen absoluten Marvel-Lieblingen. Auf einen Film mit ihm warte ich schon seit meiner Grundschulzeit. Und genau deswegen hatte ich ziemliche Angst.

Ich geb's zu: Ich habe Sony nicht zugetraut, Venom gerecht zu werden. 

Eigentlich ist seine Geschichte untrennbar mit der von Spider-Man verstrickt. In der Comic-Vorlage trägt Venom sogar das Spinnen-Symbol auf der Brust. Jahrelang war er als böser Doppelgänger des Netzschwingers berühmt-berüchtigt. Der Film findet für dieses Problem eine ebenso effektive wie radikale Lösung:

Venom kriegt einfach eine ganz neue Hintergrundgeschichte verpasst. Lediglich das Grundkonzept und der monströse Look bleiben erhalten. Ansonsten hat der Film mit der Comic-Vorlage wenig zu tun. Nerds und Puristen werden aufschreien. Aber:

Wenn man sich erstmal auf die Geschichte von "Venom" einlässt, macht sie ziemlich Bock.

Tom Hardy ist das klare Highlight des Films. Seine Dialoge mit dem Parasiten, den er in seinem Kopf hört, sind Comedy-Gold. Sie erinnern an die witzigsten Szenen aus Filmen wie "Bad Boys" oder "Lethal Weapon". Ja, stellenweise entwickelt "Venom" sich fast zur Buddy-Comedy – nur, dass hier ein und derselbe Schauspieler beide Buddys spielt.

Dank Hardys Charme ist Eddie zwar von Anfang an sympathisch, wir erfahren allerdings nur wenig über ihn. Eddies Ex nennt ihn einen Egomanen, der Parasit bezeichnet ihn als Loser – beides muss der Zuschauer so hinnehmen. Wie diese Einschätzungen zustande kommen, zeigt "Venom" leider nicht. Auch der ein oder andere Twist in der Story kommt scheinbar auf dem Nichts. 

Ein paar Minuten mehr hätten dem knackig kurzen Abenteuer sicher nicht geschadet. 

Aber in Zeiten von überlang ausgewalzten Kino-Epen ist das ja irgendwie auch ein Kompliment.

"Venom" ist nicht so rund wie Marvels Eigenproduktionen. Spaß macht er trotzdem. Aus der Masse der oft sehr ähnlich wirkenden Superhelden-Filme sticht das Leinwand-Debüt schon mal klar heraus. Hier und da hätte "Venom" sich sogar noch ein ganzes Stück mehr trauen können, aber dafür gibt es ja (hoffentlich) einen zweiten Teil. Der wird in einer Post-Credit-Szene auch direkt angeteasert und enthält den Gastauftritt einer weiteren Hollywood-Größe.

Auf diesen zweiten Teil freue ich mich jetzt schon – und das heißt wohl, dass "Venom" unterm Strich so einiges richtig gemacht hat.


Gerechtigkeit

Angela Merkel findet den Vorstand der Jungen Union zu männlich – und erklärt, warum sich das ändern muss
Merkel mal ungewöhnlich feministisch.

Seit Freitag trifft sich die Junge Union auf ihrem Deutschlandtag in Kiel. Auf der Rednerliste stehen zahlreiche Kritiker der Kanzlerin – und auch Angela Merkel selbst. Die überraschte vor allem mit einem Satz in ihrer Rede.

Worum geht es bei dem Deutschlandtag der Jungen Union in Kiel?

Unter anderem wurde am Freitag auf dem Deutschlandtag der neue Vorsitz der Jugendorganisation von CDU und CSU gewählt: Der Vorsitzende Paul Ziemiak ist für weitere zwei Jahre im Amt bestätigt worden. 

Der 33-Jährige erhielt am Freitagabend auf dem JU-Deutschlandtag in Kiel 91 Prozent der Stimmen der rund 300 Delegierten. Das ist nach Angaben des Unions-Nachwuchses das beste Ergebnis, das ein JU-Chef jemals erzielt hat. (SPIEGEL ONLINE)

Auch die Stellvertreter von Paul Ziemiak wurden gewählt: