Hat Disney wirklich nichts gelernt?

Ach, Disney! Noch bevor der neueste Film "Vaiana" (engl. "Moana") in die Kinos kommt, ist in den USA eine Rassismus-Debatte entbrannt. Wegen eines Kostüms.

Dabei hatte Disney dieses Mal eigentlich alles richtig machen wollen. Die Heldin von "Vaiana" ist ein selbstbewusstes Mädchen. Sie muss sich nicht erst verlieben, um ein Abenteuer zu erleben. Und ihre polynesische Kultur soll im Film möglichst rücksichtsvoll und vielfältig dargestellt werden. Aber...

Den Trailer zu "Vaiana" findest du hier:

Worum geht es?

Offensichtlich hat bei Disney niemand daran gedacht, wie typische Disney-Filme vermarktet werden. Mit viel Werbung und noch mehr Spielzeug. Genau hier beginnt das Problem. Denn neben Puppen und Kuscheltieren gibt es auch ein Kostüm, die der männlichen Hauptfigur Maui nachempfunden ist.

Der bullige Halbgott ist über und über tätowiert und dunkelhäutig. Genau so ist das Kostüm, das rechtzeitig zu Halloween für 44,99 Dollar (ca. 40 Euro) verkauft wird. Die Verkleidung besteht aus einem Baströckchen, Halsschmuck – und dunkler, tätowierter Haut. Darüber regen sich jetzt viele auf. So sieht es aus:

(Bild: Disney)
Warum regen sich jetzt viele auf?

Viele Kritiker empfinden die dunkle Haut zum An- und Ausziehen als rassistisch. Sie sagen: Jeder Mensch kann in die Kleidung anderer schlüpfen, aber niemand kann einfach die Haut anderer übernehmen. Erst Recht nicht die Probleme und Erfahrungen, die man erfährt, wenn man als nicht-weißer Mensch geboren wurde.

Dass sich Weiße als Nicht-Weiße verkleiden, hat eine lange und düstere Tradition. Im 19. Jahrhundert warben Theater in den USA mit dem "Blackfacing" ihrer weißen Darsteller. Noch heute werden in Hollywood-Filmen "schwarze" Geschichten oft von weißen Schauspielern erzählt. Und gerade Disney wird immer wieder dafür kritisiert, "fremde" Kulturen als exotische Kulisse zu missbrauchen.

Genau das scheint jetzt wieder passiert zu sein – zwar außerhalb des Kinosaals, dafür aber passend zu Halloween. Nicht wirklich viel besser.

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