Und könnte heute Abend bei den Emmys ausgezeichnet werden.

Dass Reality-TV nicht real ist, sollte sich mittlerweile rumgesprochen haben. Der Popularität der Formate ist das nicht abträglich – unzählige Fortsetzungen und Adaptierungen auf der ganzen Welt zeigen das Gegenteil. Schließlich ist nichts einfacher und für manche unterhaltsamer, als sich mit den inszenierten Problemen anderer Menschen zu befassen.

Die Serie "UnREAL" konfrontiert die Zuschauer mit der Wirklichkeit eines kommerziell-agierenden Filmsets und rüttelt sie aus der bequemen Couch-Position.

Darum geht’s:

Im Fokus: "Everlasting" – eine Show, die an "Der Bachelor" erinnert. Regisseurin Gertrud Shapiro war selbst jahrelang im Team der US-Dating-Show und konnte so genug Erfahrung in die Serie einfließen lassen. Ihr Job bestand darin, Frauen zu manipulieren und ihnen Emotionen vor der Kamera zu entlocken. "UnREAL" ist nicht nur gutes Storytelling, sondern ein bewusster Leak aus der Hölle der Mainstreamproduktionen.

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Statt verliebter Blicke zwischen "Everlasting"-Kandidat Adam und einer seiner Auserwählten gibt es gezielte Manipulation der Kandidatinnen. Obwohl die Frauen Verträge unterschrieben haben, wissen sie nicht, worauf sie sich eingelassen haben. Es reicht eben nicht, Zuneigung vorzugaukeln - es muss etwas passieren. Zwei Menschen, die sich angeregt unterhalten, haben noch niemanden vor den Fernseher gelockt.

Wegen dieser Schauspielerinnen solltest du einschalten:

"UnREAL" zeigt gleich zwei interessante weibliche Hauptcharaktere, die mit den Umständen der beruflichen Realität zu kämpfen haben. Als Produzentin muss Rachel (Shiri Appleby) das aufzeichnen, was ihre Chefin Quinn (Constance Zimmer) unter einer "guten Show" versteht.

Constance Zimmer spielt das TV-Pendant von Meryl Streep in "Der Teufel trägt Prada" mit so viel Stärke, dass sie nun zu Recht für einen Emmy nominiert ist. Und auch Shiri Appleby schafft es, Rachels Zerrissenheit glaubwürdig zu verkörpern, ohne in eine stereotype Imitation psychischer Störungen zu verfallen.

In der Fotostrecke: Frenemies Rachel und Quinn
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Hauptsache, du bist ’ne Marionette und tust, was ich sage.

Der Zickenterror, der Neid, die Eifersucht – um die Quoten zu erfüllen, werden Lügen erzählt und Pharmazeutika ein- beziehungsweise abgesetzt. Um medienwirksames Verhalten einzufangen, schrecken die Produzenten vor nichts zurück. Mal ist Rachel ratgebende Freundin, dann wieder Konkurrentin. Der berühmte Unternehmersohn Adam muss glaubwürdig umworben werden. "UnREAL" ist dabei wie Reality-TV und Serie in einem. Mal sitzt der Zuschauer mitten in einer neuen Folge von "Der Bachelor", mal sieht er, wie die für ihn geschaffene Wahrheit hergeleitet wird.

Wie hoch ist der Suchtfaktor?

Die Serie vereint alles, was Binge-Watching ausmacht: Komplexe Hauptcharaktere, die man abwechselnd lieben und hassen möchte. Nebencharaktere mit Persönlichkeit, die nicht wie namenlose Statisten wirken. Gesellschaftskritik ohne moralische Überheblichkeit. Show und Serie gehen fließend ineinander über, ohne dabei Spannung abzubauen. Das Drehbuch brachte der Sendung diverse Preise ein, aktuell ist Shapiro wieder mit einer Episode bei den Emmys nominiert.

Trotz der medienkritischen Perspektive ist "UnREAL" keine Serie, die einen mit bedrückenden Situationen alleine lässt. Immer gibt es einen Lichtblick, eine Party, eine kleine Liaison, die das Leben wieder heiter erscheinen lassen. Obwohl Rachel an ihren eigenen Anforderungen zerbricht, kehrt sie am nächsten Tag wieder ans Set zurück – und gibt ihr Bestes.

Was bleibt den Menschen auch anderes übrig.


Die Lifetime-Serie ist derzeit auf Amazon Prime zu sehen.

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