Bild: Drop-Out Cinema
Sharknado macht dich aber nicht schlauer.

Viel Blut, nackte Frauen und manchmal Raumschiffe – Fans von Trash-Filmen sollten jetzt genau lesen. Denn: Eine Studie hat versucht herauszufinden, warum Menschen sich diese Filme überhaupt anschauen. Die Ergebnisse dürften vor allem die Fans freuen.

Trash-Filme sind sehr erfolgreich, obwohl die Produktionskosten nicht besonders hoch sind, die Story nicht besonders tiefgründig und die Effekte – naja. In dem Film "Sharknado" zum Beispiel wirbelt ein Tornado Haie durch die Luft, die dann Menschen fressen. Mittlerweile ist der Hai-Horror so erfolgreich, dass der fünfte Teil in Planung ist. Der Fernsehsender TELE 5 hat für Trash sogar eine Reihe eingeführt: SchleFaZ – die schlechtesten Filme aller Zeiten.

Der Filmwissenschaftler Keyvan Sarkhosh und ein Kollege fragten sich in einer Studie für das Max-Planck-Institut für empirische Ästhetik in Frankfurt, welche Menschen sich Trash-Filme freiwillig anschauen und warum sie das tun.

"Auf den ersten Blick erscheint es paradox, dass sich jemand freiwillig schlecht gemacht, peinliche und manchmal sogar verstörende Filme anschaut und sich dabei gut unterhalten fühlt", schreibt Sarkhosh.

Dafür entwickelten sie eine Online-Umfrage, die sie in Foren und über die Produktionsfirmen verteilen ließen. 372 ausgefüllte Fragebögen werteten sie letztlich für ihre Studie aus; wobei sie natürlich vor allem jene Menschen erreichten, die sowieso Trash-Filme gucken und schätzen.

Zu Beginn der Studie versuchten die Forscher herauszufinden, was einen Trash-Film überhaupt ausmacht. Diese Wörter nannten die Befragten dabei am häufigsten:
  • billig
  • belustigend
  • blutig
  • unterhaltend
  • Gewalt
  • Low Budget
  • übertrieben
  • exploitation
  • schlecht
  • unfreiwillig komisch
  • Sex

Die Teilnehmer wurden außerdem nach Filmen gefragt, die sie spontan als Trash-Filme bezeichnen würden.

Häufig gaben sie diese Titel an:
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Weitere Ergebnisse:
  • Auf die Frage danach, wo und mit wem sie sich Trash-Filme angucken, antwortete die Mehrheit: "zu Hause" und "alleine" oder "mit Freunden".
  • Die Mehrheit der Teilnehmer habe außerdem einen Universitätsabschluss oder sei dafür qualifiziert.
  • Die meisten Teilnehmer seien an anderen unterschiedlichen Kunst- und Medienformen interessiert, vor allem an populärer Musik und qualitativen Filmen.
  • Fast 90 Prozent der Teilnehmer seien männlich gewesen, weswegen Sarkhosh davon ausgeht, dass vor allem Männer an Trash-Filmen interessiert seien.
  • Trash-Filme seien für Filmliebhaber eine "willkommene Abwechslung" vom Mainstream.

Das Fazit von Sarkhosh: "Wir haben es hier mit überdurchschnittlich gebildeten Zuschauern zu tun, die man in gewisser Weise als 'kulturelle Allesfresser' bezeichnen könnte. Sie interessieren sich für ein breites Spektrum an Kunst- und Medienformen jenseits traditioneller Grenzen von Hoch- und Populärkultur." (Max-Planck-Gesellschaft)

Gute Nachrichten also: Wer auf fliegende blutrünstige Haie steht, ist keinesfalls doof. Er ist einfach nur ganz besonders schlau.

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