Bild: Beth Dubber/Netflix
Und Netflix soll die Preise reduzieren.

Extrem erfolgreich und extrem gefährlich? Die erste Staffel der Netflix-Serie "Tote Mädchen lügen nicht" war vor allem bei jungen Menschen sehr erfolgreich. Aufgrund der kontroversen Themen, die in der Serie behandelt werden, geriet sie jedoch auch in die Kritik. Nun soll die zweite Staffel verhindert werden. 

Worum geht es in der Serie "Tote Mädchen lügen nicht"? 

Die Serie basiert auf einem US-amerikanischen Jugendbuch von Jay Asher. Das Buch erschien bereits 2007 landete auf der Bestseller-Liste der "New York Times". Die Geschichte handelt vom Suizid einer Highschool-Schülerin: Kurz vor ihrem Tod nimmt sie Kassetten auf, in denen sie erzählt, warum sie Suizid begeht.

Eigentlich sollte die zweite Staffel noch dieses Jahr starten – doch jetzt müssen sich die Macher mit heftiger Kritik auseinandersetzen: Die Organisation "Parents Television Council" fordert, dass Netflix die Produktion der Serie stoppt. 

Was wollen die?

Die Serie soll erst weitergehen, wenn "wissenschaftliche Experten festgestellt haben, dass der Konsum der Serie sicher ist. Vor allem für ein Publikum, dass vor allem aus jüngeren Kindern besteht." (The Hollywood Reporter)

Neben dem Stopp der Serie fordert die Organisation außerdem, dass Netflix die Preise reduziert: Nutzer, die sich gegen "erwachsene oder explizite" Sendungen entscheiden, sollen weniger zahlen. 

Was ist der PTC und was macht er? 

Die PTC ist eine US-amerikanische Lobbyisten-Organisation, die sich mit Zensur auseinandersetzt. Sie wurde 1995 von dem erzkonservativen Aktivisten L. Brent Bozell III gegründet. Ziel der Organisation ist es, sich für Anstand und Verantwortung in der Unterhaltungsindustrie einzusetzen. 

Auf ihrer Website versuchen sie die Nutzer mit Newslettern oder Filmkritiken zu informieren – und von "familienfreundlicher Unterhaltung" zu überzeugen. 

Wie lief das bei der ersten Staffel?

In der Serie werden Hannahs Suizid und die Methode sehr detailliert dargestellt. Die Macher der Show erzählen in einer Behind-the-Scenes-Folge, das sei mit Absicht so entschieden worden. Man wolle solche Situationen ehrlich zeigen und das Bewusstsein für Suizid und sexuellen Missbrauch schärfen.

Nach Veröffentlichung der Serie reagierten viele Experten und Gesundheitsorganisationen: Die dargestellten Szenen könnten Menschen mit psychischen Problemen auf den Gedanken bringen, Suizid zu begehen. SAVE, eine Organisation für die Prävention von Suizid, hat sogar eine Liste mit Tipps zum Schauen der Serie gepostet.

Suizid - Hilfe in scheinbar ausweglosen Lebenslagen

Kreisen deine Gedanken darum, dir das Leben zu nehmen? Rede mit anderen Menschen darüber. Per Chat, Telefon, E-Mail oder im persönlichen Gespräch. Hier findest du - auch anonyme - Hilfsangebote in scheinbar ausweglosen Lebenslagen.

Was steckt dahinter? Studien zeigen, dass sich suizidgefährdete Menschen durch Medienkonsum beeinflussen lassen können. (University of Pennsylvania) Ohne genau zu wissen, was dabei die jeweiligen Beweggründe waren, zeigte sich auch ein erhöhtes Suchvolumen für den Begriff "Suizid" nach Veröffentlichung der Serie. Netflix reagierte im vergangen Jahr mit Warnhinweise und der Einrichtung einer Krisenhotline. 

Was sagt Netflix dazu?

Brian Yorkey, einer der Macher der Serie, sagte im vergangen Jahr auf einer Veranstaltung, dass es immer eine Herausforderung sei, Unterhaltung für junge Menschen zu machen. Das Ziel dabei sei immer, einen positiven Effekt auf das Leben der Zuschauer zu haben. Das hieß für "Tote Mädchen lügen nicht": 

"Wir wussten von Anfang an, dass wir die Geschichten so ehrlich wie möglich erzählen mussten. Dass wir die Charaktere und die Geschichten, die sie durchmachen mit so viel Authentizät wie möglich erzählen müssen."

Viele Menschen hätten nach der Veröffentlichung nach Hilfe gesucht. Es hätte Menschen dazu gebracht, über ihre Probleme zu reden. Zu den aktuellen Vorwürfen von PTC habe sich Netflix bisher noch nicht geäußert.


Grün

Schüler haben Floridas Gouverneur verklagt, weil er nichts gegen den Klimawandel macht
Ihre Chancen stehen gut.

Florida gehört zu den US-Bundesstaaten, die mit am stärksten vom Klimawandel betroffen sind: Die Küste ist vom steigenden Meeresspiegel bedroht.

Nun haben acht Schülerinnen und Schüler den Gouverneur von Florida verklagt – weil er ihrer Meinung nach zu wenig gegen den Klimawandel unternimmt.

Die Schüler zwischen 10 und 19 Jahren haben gegen Gouverneur Rick Scott Klage eingereicht, außerdem gegen den Staat Florida selbst und einige seiner Behörden. (Hier geht's zur Klageschrift)

  • Ihr Ziel: Florida soll anerkennen, dass der Klimawandel eine reale Bedrohung ist.