Bild: Netflix
Viele sind ihr dafür dankbar.

Seit dem 18. Mai steht die zweite Staffel der Netflix-Serie "Tote Mädchen lügen nicht" online. Schon am darauffolgenden Tag hat eine Twitter-Nutzerin eine Liste veröffentlicht, in der sich Zeitangaben der krassesten Szenen für fast jede einzelne Folge der neuen Staffel finden.

So sieht der Tweet und die Liste aus:

Die Nutzerin schreibt dazu:

"Hier habt ihr eine Liste mit Trigger-Warnungen, die ich für fast jede Folge und mit Zeitangaben angefertigt habe, sodass ihr die Serie trotzdem schauen könnt, auch wenn ihre diese Szenen vermeiden wollt."

In der Liste werden Szenen aufgeführt, in denen etwa eine Vergewaltigung erwähnt oder gezeigt wird, der Gebrauch von Drogen, Waffengewalt oder auch Erbrechen. All diese Dinge könnten in Menschen etwas auslösen – im Englischen hat sich dafür der Begriff triggern durchgesetzt.

Was sind Trigger-Warnungen?

Trigger-Warnungen sind Hinweise auf Themen, die bei manchen Menschen beispielsweise Angst- oder Panikgefühle auslösen können. Das kann etwa bei einer Schilderung von sexuellem Missbrauch sein, wenn die Person selbst Opfer eines Missbrauchs geworden ist. Menschen, die traumatische Erfahrungen gemacht haben, können dank Trigger-Warnungen die erneute Konfrontation vermeiden.

Warum hält die Nutzerin Trigger-Warnungen für die Serie für sinnvoll?

"13 Reasons Why", wie die Serie im Original-Titel heißt, dreht sich um den Suizid der Highschool-Schülerin Hannah Baker, die kurz vor ihrem Tod Kassetten aufnimmt, in denen sie erklärt, warum sie Suizid begeht. Schon nach der ersten Staffel hatten viele die Serie kritisiert, weil sie das sehr Thema Suizid bewusst zum Thema macht:

  • Hannahs Suizid und die Methode werden in der Serie sehr detailliert dargestellt. In einer Behind-the-Scenes-Folge erzählen die Macher der Show, der Grund dafür sei, dass man solche Situationen ehrlich zeigen und das Bewusstsein für Suizid und sexuellen Missbrauch schärfen wolle. Gesundheitsorganisationen und Experten meinten aber: Die dargestellten Szenen könnten Menschen mit psychischen Problemen eher auf den Gedanken bringen, Suizid zu begehen (bento).
  • Tatsächlich zeigen Studien, dass sich suizidgefährdete Menschen durch Medienkonsum beeinflussen lassen können (University of Pennsylvania). Ohne genau zu wissen, was dabei die jeweiligen Beweggründe waren, zeigte sich auch ein erhöhtes Suchvolumen für den Begriff "Suizid" nach Veröffentlichung der ersten Staffel von "Tote Mädchen lügen nicht". Netflix reagierte im vergangen Jahr mit Warnhinweisen und der Einrichtung einer Krisenhotline.
  • Eine konservative Organisation namens "Parents Television Council" hatte sogar versucht, die zweite Staffel der Serie zu verhindern. (bento)

Suizid - Hilfe in scheinbar ausweglosen Lebenslagen

Kreisen deine Gedanken darum, dir das Leben zu nehmen? Rede mit anderen Menschen darüber. Per Chat, Telefon, E-Mail oder im persönlichen Gespräch. Hier findest du - auch anonyme - Hilfsangebote in scheinbar ausweglosen Lebenslagen.

Wer steckt hinter der Liste?

Das ist nicht ganz klar. Es scheint sich aber um eine junge Frau zu handeln, die sich bei Twitter den handle @lovesickplaces gegeben hat.

Wie reagieren die Menschen auf Twitter?

Einige kritisierten die Liste mit Trigger-Warnungen, die die junge Frau angefertigt hat. Sie sagen, sie würde übertreiben, oder die Serie schlecht machen. Die meisten sind aber dankbar dafür, dass sie ich die Mühe gemacht hat und anderen Menschen damit helfen möchte.

So reagieren die Menschen auf die Trigger-Warnungen:

1/12

Netflix selbst hat für die zweite Staffel noch einmal die Sicherheitsmaßnahmen verschärft: Jede Folge beginnt mit einem Warnhinweis und einem kurzen Video. Darin warnen die Schauspielerinnen und Schauspieler der Serie selbst vor den möglichen Folgen, die das Schauen der Serie haben könnte. (Teen Vogue)


Streaming

Jetzt ist es fix: Obamas produzieren bald Netflix-Shows
Sie haben sogar schon eine eigene Produktionsfirma gegründet.

Michelle und Barack Obama haben einen Vertrag mit der Streaming-Plattform Netflix unterschrieben. Das gab das Unternehmen am Montagabend auf Twitter bekannt. Der Vertrag gehe demnach über mehrere Jahre. Die Obamas sollen Filme und Serien für Netflix produzieren. Dabei könne es sich um Features, Dokumentationen, Doku-Serien sowie geskriptete Serien handeln oder um solche ohne festes Drehbuch.