Für alle, die von Zeitreisen träumen.

Was haben Cowboy Jesse James, "007"-Schöpfer Ian Fleming und Gangsterboss Al Capone gemeinsam? Sie alle treten in der Netflix-Serie "Timeless" auf. Und damit ist der Kader an berühmten historischen Gaststars noch lange nicht erschöpft. Wie das sein kann? Ganz einfach:

Nachdem es ihm gelungen ist, der US-Regierung eine Zeitmaschine zu stehlen, ist die gesamte Menschheitsgeschichte ein mögliches Ziel für den Terroristen Flynn. 

Durch gezieltes Eingreifen versucht er, den Lauf der Geschichte zu verändern. Nun liegt es an einem bunt zusammengewürfelten Experten-Team, ihn zu stoppen: Geschichtsprofessorin Lucy, Soldat Wyatt und Programmierer Rufus kämpfen gemeinsam um die Realität, so wie wir sie kennen.

Neu ist das Konzept nicht. Zeitreise-Geschichten haben eine lange Tradition im Science-Fiction-Genre. Einige der denkwürdigsten Serienerfolge der letzten Jahrzehnte beschäftigen sich mit dem Thema: 

  • "Doctor Who" ist die langlebigste Zeitreise-Serie überhaupt. Seit 1963 beschützt der namenlose Doctor mit seiner zeitreisenden TARDIS die Welt vor allerlei außerirdischen und übernatürlichen Bedrohungen.
  • In "Quantum Leap" springt Physiker Sam Beckett von Epoche zu Epoche und Körper zu Körper, um geschehenes Unrecht gerade zu rücken. Die Kult-Serie brachte es in den Neunzigern immerhin auf fünf Staffeln – eine beachtliche Länge für das Genre. 
  •  In "11.22.63" erzählt Horror-Ikone Stephen King die Geschichte eines Englischlehrers, der nichtsahnend ins Jahr 1960 stolpert und dort das Kennedy-Attentat verhindern will. 2016 wurde aus dem Bestseller eine erfolgreiche Mini-Serie.

Spoiler-Warnstufe orange

Wir verraten hier etwas über die Serie oder den Film. Nicht das komplette Ende. Nicht die Mörder-Überraschung. Falls du dich aber ärgerst, wenn wir hier gleich Ereignisse vorwegnehmen: Lieber erst anschauen und dann hierher zurückkommen.

Jeder hat sich schon mal gefragt: "Was wäre gewesen, wenn...?" Das Zeitreise-Genre nimmt diese oft brennende Frage auf.

So entstehen Geschichten, die sowohl fantastisch als auch glaubwürdig sind, die gleichzeitig begeistern und nachdenklich machen können. Und "Timeless" knüpft nahtlos an die großen Vorbilder an. Die Serie macht vom ersten Moment an Spaß. Die Abenteuer der Zeitreisenden werden mit viel Tempo und Humor in Szene gesetzt. Gleichzeitig wird aber die drohende Gefahr nie herunter gespielt. Fast fühlt es sich an, als wäre "Timeless" selbst aus der Zeit gefallen.

Wer die Stimmung von Serien-Klassikern wie "Buffy", "Akte X" oder "Fringe" mochte, wird "Timeless" lieben.

Das soll aber nicht heißen, dass "Timeless" nicht mutig wäre. Die Serie zeigt alle Epochen, die sie besucht, so wie sie wirklich waren. Es wäre ein Leichtes gewesen, Sexismus, Rassismus und andere Schattenseiten der Geschichte auszublenden – stattdessen beleuchtet "Timeless" sie bewusst.

Auch scheut die Serie nicht davor zurück, Gedanken konsequent zu Ende zu spinnen. Im Gegenteil: Jede Reise kann nachhaltige Konsequenzen haben. Als das Team nach der ersten Mission in die Gegenwart zurückkehrt, muss Lucy feststellen, dass ihre Schwester einfach nicht mehr existiert. Damit muss sie nun erstmals klarkommen.

In den USA wurde "Timeless" nach der ersten Staffel kurzzeitig abgesetzt. Dank massiver Fan-Proteste fand die Serie jedoch innerhalb weniger Tage einen neuen Sendeplatz für eine zweite Staffel. Ein Glück! Wenn "Timeless" eines verdient hat, dann: Zeit.


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