Bild: Film: "Vier gegen die Bank"/ Stephan Rabold/ Warner Bros. GmbH/ dpa

Erst im Dezember soll "Hot Dog" in die Kinos kommen, eine Action-Klamotte von Til Schweiger und Matthias Schweighöfer. Doch schon jetzt gibt es eine Debatte um den Film. Der Grund: das Niveau. 

Der Streifen soll bei den ersten Test-Vorführungen radikal durchgefallen sein, berichtet "Bild" und beruft sich auf Testresultate. Viele halten "Hot Dog" angeblich für zu schlecht. Woher die Infos stammen, schreibt die Zeitung nicht. Die Produktionsfirma bestreitet die schlechten Resultate gegenüber bento.

Was ist von dem Film wirklich zu halten? Wir haben zwei gesprochen, die "Hot Dog" vorab gesehen haben. Sie finden: Der Film sei eine Zumutung. 
Worum geht's?

In "Hot Dog" geht es um zwei gegensätzliche Polizisten. Sie sollen gemeinsam die entführte Tochter eines moldawischen Botschafters retten. 

Die Hauptrollen sind genau passend für Schweiger und Schweighöfer: Es gibt den haudraufigen GSG-9-Polizisten Luke (Til Schweiger) und den smarten Security-Mann Theo (Matthias Schweighöfer). 

Die Regie übernahm Torsten Künstler, der zuvor Co-Regisseur bei den Schweiger-Schweighöfer-Projekten "Keinohrhasen" und "What A Man" war. (IMDb)

Die ersten Szenen aus dem neuen Film "Hot Dog"(Bild: Pantaleon Films Warner Bros Entertainment)
Das sagt unser 1. Testzuschauer: "Es ist der schlechteste Film, den ich je im Kino sah."


Unser Testzuschauer

Wir haben mit André* gesprochen, 28 Jahre alt, aus Hamburg. Er saß im April im Testpublikum. André ist regelmäßiger Kinogänger und -tester. Er war insgesamt schon viermal bei Vorab-Screenings dabei. Auch von Schweiger und Schweighöfer hat er schon viele Filme gesehen. Seine Bewertung: "Ich fand die bisherigen Filme eigentlich immer ganz gut." 

*Name von der Redaktion geändert

André kann dem Film nur wenig abgewinnen. Er saß nach eigenen Angaben mit etwa 200 Testzuschauern im Kinosaal. "Zu Beginn war noch alles super, alle haben sich auf den Film gefreut", sagt André. 

Dann sei es zunehmend schlechter geworden, etwa 30 Personen hätten den Film vorab verlassen. "Wir hätten das auch gern gemacht, aber wir wollten unbedingt unser Bewertungen abgeben und sind deshalb geblieben."

Denn: Feedback zum Film kann nur abgeben, wer ihn ganz gesehen hat, Marktforscher laden Freiwillige dazu ein. In der Regel darf ein Interessierter nur alle sechs Monate zu solch einer Testvorführung. 

Aber jetzt hätten viele Witze "einfach nicht gezündet". Ein paar Beispiele:
SPOILER: Achtung, hier verraten wir Inhalte über den Film "Hot Dog".
André stört vor allem der Fäkalhumor. In einer Situation wird einer Frau aus einem oberen Stockwerk auf den Kopf gekotzt.
In einer anderen Szene werden zwei Personen von einem großen Tier vollgekackt, dem sie im Hintern herumwühlen. André: "Ich denke mal, das sollte lustig sein."
Was die Polizeiarbeit angehe, sei der Film voller Klischees, "die man schon aus Hunderten anderer Filme kennt, nur schlechter dargestellt".
Til Schweiger gebe wieder den harten Kerl, der keine Gefühle zeigen kann: "Er agiert völlig übertrieben und in unlogischen Actionszenen."
Matthias Schweighöfer sei der "tollpatschige Computernerd, der auch sein Klischee voll bedient".
Generell gebe es viele Explosionen und Kämpfe – "die wirken aber alle eher lächerlich als cool".
1/12
Auch der 2. Zuschauer war wenig begeistert. 

Michael*, sah den Film ebenfalls bei einer Vorführung im April – und habe seitdem von mehreren weiteren Testläufen erfahren. 

Das größte Problem war für mich, dass der Film sich nicht entscheiden kann, ob er 'harter Actionfilm" oder "Furzkomödie" sein will.​

Alle Charaktere seien nur Karikaturen ihrer selbst und auch die Dramaturgie hat Michael nicht gefallen. Er sagt: "Ich habe jedenfalls nicht verstanden, warum dieser Film gedreht wurde – außer aus dem Grund, Schweiger und Schweighöfer in einen Film zu packen."

Die "Bild" behauptet übrigens, dass nur neun Prozent der Frauen "Hot Dog" gefallen hat, Männer bewerteten den Actionfilm demnach noch schlechter. Keinem einzigen hätte er gefallen. 

Das sagen die Kritisierten:

Dan Maag ist Geschäftsführer bei Schweighöfers Produktionsfirma Pantaleon Films und Produzent von "Hot Dog". Er sagt, was Produzenten über ihre Filme sagen müssen: "Es stimmt nicht. Es sind die besten Testergebnisse, die wir je bei 'Pantaleon' hatten." Zigmal sei der Film während der Produktion getestet worden, wie bei allen anderen Produktionen auch. 

"Unser Ergebnis: Til und Matthias ziehen zusammen noch viel mehr als einer von beiden allein." Das Ziel sei gewesen, dass die Zuschauer Tränen lachen. "Das haben wir geschafft", sagt Maag.

Besonders kritikfähig scheint im Schweiger-Schweighöfer-Universum kaum jemand zu sein. Til Schweiger bürstet Filmkritiken gewöhnlich mit einem "Mir scheißegal" ab. Filmkritiker hätten keine Ahnung von seiner Arbeit – das echte Publikum wisse besser, was gut ist. In einem Facebook-Post pöbelte Schweiger mal:

"Ich habe viiiieel mehr Ahnung von der Craft( Materie)....KUNST.... als die meisten von diesen Trotteln, die darüber schreiben!!!!"

Produzent Maag hat noch ein anderes Gegenargument anzubieten:

Wir würden allein schon mehr als neun Prozent der Frauen glücklich machen, wenn Matthias und Til nur 90 Minuten geradeaus in die Kamera gucken würden.
Produzent Maag

Testvorführungen sind bei großen Kinoproduktionen normal. Und auch Nachbesserungen. Meist werden im Schnitt noch mal Szenen verändert, manchmal müssen auch teure Nachdrehs geordert werden. 

Gab es bei "Hot Dog" nach den Testvorführungen Nachbesserungen?

Das möchte Produzent Maag nicht beantworten. Es sei jedenfalls nicht erneut gedreht worden. "Selbst bei unserem erfolgreichsten Film 'Der Schlussmacher' haben wir drei Tage nachgedreht. Bei 'Hot Dog' keinen einzigen." Jetzt sei der Film fertig geschnitten, es werde nichts mehr geändert. Wie gut oder schlecht der Film dann ist, werden dann die Zuschauer entscheiden. Am 28. Dezember soll der Film in die Kinos kommen.

Aber zurück zu Til Schweiger! Kannst du seine Filme nur am ersten Satz erkennen? 

Gerechtigkeit

Was Trump in geleakten Telefonaten über Merkel behauptet
Die Aussage zu ihrer Flüchtlingspolitik dürfte der Kanzlerin nicht gefallen.

Bundeskanzlerin Angela Merkel hat im Sommer 2015 entschieden, Hunderttausenden Flüchtlingen die Einreise nach Deutschland zu ermöglichen. Angeblich soll sie das nun angeblich bereuen. Das hat zumindest US-Präsident Donald Trump in einem Telefonat mit dem australischen Premierminister Malcolm Turnbull gesagt.

Über die geleakten Mitschriften der Telefonate hatte die "Washington Post" berichtet. Trumps Einschätzung muss nicht zwingend stimmen. Es wäre nicht das erste Mal, dass Trump lügt oder nicht wirklich gut informiert ist.