Bild: MTV

Es ist Herbst. Das bedeutet zweierlei:

  1. Du musst dich nicht mehr schämen, wenn du nachts die dicken Wollsocken anziehst.
  2. Es kommt richtig gut, den dunklen Abend mit Horrorserien zu verbringen.

Hier sind drei furchteinflößende Serien, die jetzt anlaufen oder eine neue Staffel bekommen haben.

Scream

(Bild: MTV)

Worum geht's?

Typische Scream-Handlung mit den stereotypen Charakteren: Es gibt eine Highschool voller Teenager, und die schöne aber hinterhältige Nina wird gleich zu Beginn ermordet. Wer ist das nächste Opfer? Außerdem noch dabei: Die nette Schöne, die sportlichen Typen, die verquere, aber sympathische Lesbe, das IQ-Wunder, der heiße Lehrer, der geheimnisvolle neue Schüler. Keine intellektuelle Überforderung an der Stelle – zumindest zu Beginn.

Wie ist's gemacht?

Scream verulkt sich selbst. Auf einer Teenie-Party an einem einsamen See allein in die Garage gehen, wenn ein Killer unterwegs ist? Eher blöd. Das wissen die Charaktere, sie reflektieren den gängigen Ablauf eines Slasher Movies – und machen trotzdem irgendwie alles falsch. Ganz nach dem Muster der Scream-Reihe. Ohne diese ironischen Elemente wäre die Serie schwer zu ertragen. So aber macht's Spaß.

Was noch auffällt:

Natürlich versucht die Serie an die Lebensrealität heutiger Jugendlicher anzudocken. Das wirkt bisweilen ein bisschen krampfhaft. In der ersten Szene geht ein heimlich gefilmtes Video zweier knutschender Schülerinnen viral. Einer der Charaktere läuft permanent mit einer Videocam rum. Der Mörder filmt seine Opfer heimlich. Die Lieblings-Ausrede der Schüler: "My phone died." Naja.

Wer sollte es schauen?

Fans von Scream. Und alle, die früher nach der Schule OC California geschaut haben, obwohl das schon damals eher was für Teenager war.

Wo?
Die erste Staffel der MTV-Serie gibt es seit dem 1. Oktober bei Netflix Deutschland.

Hier ist der Trailer
Überraschung: Hier gibt es die gesamte erste Folge

Hemlock Grove

(Bild: Netflix)

Worum geht's?

Hemlock Grove ist ein kleines, fiktives und sehr düsteres Städtchen in Pennsylvania. Dort geschehen unheimliche Dinge: Ein Mädchen wird nachts auf dem Spielplatz halb ausgeweidet von einem blutrünstigen Etwas. Die wichtigsten Figuren: Roman, gut gekleideter Vampirschönling, der sich oft komisch fühlt, von seinem Blutdurst aber noch nichts weiß. Er ist der Spross der mächtigen Godfrey-Dynastie. Roman freundet sich mit Peter an. Peter ist neu in Hemlock Grove, ein Einzelgänger mit sanfter Seele und wirren Träumen. Zusammen machen sie sich auf die Suche nach dem Monster, das das Mädchen getötet hat. Dabei stolpern sie über ihre eigenen dunklen Geheimnisse. In der dritten und letzten Staffel nun kann nur noch das Monster in ihnen das "Ende der Tage“ verhindern. Entsprechend apokalyptisch geht es zu.

Wie ist's gemacht?

Hemlock Grove ist Netflix’ hausgemachter Horror. Blut, Sex, echte Liebe und noch stärkere Männerfreundschaft, alles drin. Vampire und Werwölfe? Nicht jedermanns Sache. Trotzdem ist die Serie so spannend erzählt, gespickt mit unvorhersehbaren Wendungen wie man sie sonst eher aus guten Krimis kennt. In Hemlock Grove scheint selten die Sonne und wenn, dann behält das Setting trotzdem einen klirrenden Blaustich, den nur Vampire gut finden können. Mit einer Wolldecke auf dem Sofa aber gut auszuhalten.

Was noch auffällt:

Romans Mutter Olivia, allein schon ihrer Größe wegen. Eine unfassbar gut aussehende, riesige Frau, die einem in jeder Einstellung Angst macht. Gespielt wird sie von Famke Janssen, die auch mal Bond-Girl war und das Marvel Girl in der X-Men-Reihe verkörperte.

Wer sollte es schauen?

Fans von Vampir- Werwolf- und Science-Fiction-Geschichten, die aber nicht auf den Twilight-Kitsch stehen und die ein oder andere Nahaufnahme von menschlichen Eingeweiden aushalten. Auch Krimi-Anhänger könnten Gefallen an der Serie finden und alle Groupies von Famke Janssen.

Wo?

Die 3. und letzte Staffel läuft ab 23. Oktober bei Netflix.

Hier ist der Trailer

The Walking Dead

(Bild: Getty Images/Neilson Barnard)

Worum geht's?

Hauptfigur ist der Polizist Rick, der im Krankenhaus aus dem Koma erwacht und sich in einer Zombie-Horrorwelt wiederfindet. Auf den Straßen wandern Hunderte Untote umher, die aus irgendeinem Grund beschlossen haben, die Welt zu erobern und die Spezies lebender Mensch auszurotten. Gemeinsam mit einer Gruppe Überlebender sucht Rick nach dem letzten, zombiefreien Fleck Erde. Das wird ihnen natürlich schwer gemacht: In der sechsten Staffel tauchen noch ekligere Zombies auf, die sich in der Sonne zu einer klebrigen Masse verwandeln.

Wie ist's gemacht?

The Walking Dead gehört zur Serienkategorie verzweifelter Überlebenskampf, es kämpft Dies- gegen Jenseits mit jeder Menge pflitsch-pflatsch Soundeffekten aus der Splatterbox. Der Kampf wirkt manchmal so ausweglos, dass man als Zuschauer manchmal schneller bereit ist zu resignieren als die Darsteller, die sich ausdauernd nun schon in der sechsten Staffel durch die endlose Zombie-Armee kämpfen. Natürlich mit Thriller-Moves à la Michael Jackson. Und überall Blut, auf Händen, abgewetzten Kleidern, spritzend aus irgendwelchen aufgebissenen Körperteilen. Das gefällt. Die Serie des Schreckens ist eine der erfolgreichsten der Welt.

Wo?

Staffel 6 montags auf Fox im Pay-TV, Sky Go und Sky Online, Staffel 1 bis 4 bei Netflix, iTunes, Amazon, Watchever, Staffel 5 bei Sky Go und Online.

Hier ist der Trailer