Amanda Jakucs sang bei "The Voice of Germany" am Donnerstagabend eine langsame Version von Kygos "Stargazing", und man merkte gleich: Amanda kann verdammt gut singen. Allerdings erfuhren wir in der Sendung noch mehr über sie: zum Beispiel, dass sie vor drei Monaten zum ersten Mal Sex hatte.

Äh...okay?!

Die Spots, in denen die Kandidatinnen und Kandidaten vor dem Singen vorgestellt werden, sind im Laufe der "Voice of Germany"-Staffeln immer länger geworden. Inzwischen werden die Kandidaten außerdem regelmäßig von Lena oder Thore zu Hause oder beim Sportkurs überrascht, ihre Familien werden ausgiebig interviewt, ihre Arbeitsplätze gefilmt. Amandas Vorstellungsvideo wurde jedoch noch ein ganzes Stück intimer.

Sie sprach vor allem über ihre Beziehung zu ihrem Freund Patrick, den sie vor drei Monaten geheiratet hat. Er sei ihr bester Freund, sagt sie. Und dass die Basis ihrer Beziehung die gemeinsame Liebe zu Jesus sei. Wir sehen gemeinsame Fotos von ihnen – beim Paddeln, bei ihrer Hochzeit. Ein sympathisches Paar, das sehr verliebt wirkt. Und dann auf einmal der Satz:

Für uns beide war klar, dass wir keinen Sex vor der Ehe haben werden.

Das Warten habe sich aber auf jeden Fall gelohnt, erfahren wir noch, heißt wohl: Der Sex war, als er dann passierte, richtig toll.

Danke für die Info. Fragt doch bitte den nächsten Kandidaten auch noch nach seinem Analbleaching oder die Mutter einer angehenden Sängerin nach der Anzahl ihrer Sexualpartner – alles für's Produkt!

Die Show heißt zwar "The Voice of Germany" – tatsächlich geht es aber meistens um weit mehr als die Stimmen der Kandidatinnen und Kandidaten.

Und eigentlich ist das auch okay so. Denn es macht die Sendung schließlich auch spannender, etwas über diejenigen zu wissen, die da singen. Hätte man so mit der 16-jährigen Lena mitgefiebert, wenn man im Einspielfilm nicht gesehen hätte, wie nervös sie ist? Hätte man sich so für sie gefreut, als Michael Patrick Kelly buzzerte, wenn man nicht gehört hätte, wie sehr sie sich ihn als Coach wünscht?

Vermutlich nicht.

In den Einspielfilmen kann man als Zuschauer seine Sympathien sortieren und entwickelt ein Gefühl für die Singenden. Dabei hilft es natürlich, ein wenig Privates über die Kandidatinnen zu erfahren. Aber muss man dazu wirklich ihre intimsten Details kennen?

Dass Kandidatin Amanda sehr gläubig ist, war interessant zu wissen – es gab einen Einblick in ihre Einstellung zum Leben (hoffnungsvoll), und auch in die Art von Musik, die sie gern macht (Worship, also Lobpreisungslieder).

Wann und wie und weshalb sie und ihr Freund miteinander schlafen, sagt über sie als Sängerin allerdings weniger aus. 

Es ist die neugierige Frage, die Klatschsüchtige auf einer Party stellen, über die sich Bekannte hinter ihrem Rücken lustig machen. Es ist die Frage, die du deinen engen Freunden beantwortest – aber nicht die Frage, die dir ein Fernsehsender stellt, bevor du ein Lied auf einer Bühne singst.

Dass Amanda und ihr Mann so offen mit dieser Frage umgehen, ist cool. Ob sie das Thema von sich aus vor so einem großen Publikum ansprechen wollten, oder ob das "The Voice"-Team sie dazu gedrängt hat? Weiß man nicht.

Immerhin lässt sich die Frage, ob es irgendwas mit Amandas Stimme zu tun hatte, sehr leicht beantworten: Nein, das hatte es nicht. 

Und eigentlich ist Amanda doch auch so interessant genug – ganz ohne Details aus ihrem Sexleben.

Hier kannst du dir den ganzen Auftritt von Amanda bei "The Voice of Germany" angucken.


Gerechtigkeit

Seehofer prüft Disziplinarverfahren: Kriegt Maaßen jetzt doch keine Kohle mehr? 🤑
Wissen zum Mitreden

Nach SPIEGEL-Informationen prüft das Bundesinnenministerium derzeit ein Disziplinarverfahren gegen den ehemaligen Verfassungsschutzpräsidenten Hans-Georg Maaßen

Was ist passiert?

Innenminister Horst Seehofer hatte den ehemaligen Verfassungsschutzpräsidenten Hans-Georg Maaßen am Montag in den einstweiligen Ruhestand versetzt. In einer Rede vor internationalen Geheimdienst- Mitarbeitern soll Maaßen von teilweise linksradikalen Kräften in der SPD gesprochen und sich selbst als Kritiker einer "naiven und linken Ausländer- und Sicherheitspolitik" bezeichnet haben. (bento)

Das Innenministerium versuche nun die genaue Wortwahl in dieser Wutrede beim Treffen europäischer Geheimdienstchefs am 18. Oktober in Warschau herauszufinden. Es existierten zwei Redemanuskripte - ein englisches und ein deutsches. Nur in dem deutschen Text ist demnach von "linksradikalen Kräften" in der SPD die Rede. Diese Fassung war ab dem 24. Oktober zeitweise im Intranet des Verfassungsschutzes zu lesen. (bento)

Die Fachaufseher prüfen, ob sie ein Disziplinarverfahren gegen den ehemaligen Verfassungsschutzpräsidenten einleiten.

SPD-Innenexperte Burkhard Lischka begrüßt die Prüfung einer Einleitung eines Disziplinarverfahrens: "Denn aus Sicht der SPD hat Maaßen gegen das Beamten auferlegte Gebot zur Mäßigung bei politischen Äußerungen klar verstoßen." (Frankfurter Rundschau

Was würde ein Disziplinarverfahren für Hans-Georg Maaßen bedeuten?

Sollte es zur Einführung eines Disziplinarverfahrens kommen, könnte Maaßen jederzeit aus dem einstweiligen Ruhestand zurückgeholt werden. 

Bei einer Entlassung drohte ihm dann der Verlust von Versorgungsansprüchen (Frankfurter Rundschau). Das heißt: Er würde nicht – wie eigentlich üblich – noch mehrere Jahre lang einen Großteil seines vorigen Gehalts bekommen.