Bild: Hulu
Die Parallelen zu unserer Zeit sind unübersehbar.

"The Handmaids Tale“ war noch nie eine Serie für schwache Gemüter: 

In der nahen Zukunft herrscht die Sekte Gilead über die ehemaligen USA. Die religiösen Hardliner wollen vor allem Nachwuchs für die eigenen Reihen. Deshalb werden alle fruchtbaren Frauen im Land versklavt. Ihre einzige Aufgabe: Kinder gebären.

 

Von Anfang an hat "The Handmaid's Tale“ schockiert: 

  • Mit Grausamkeit, sei sie körperlich oder psychisch. 
  • Mit dem präzisen Abbild einer Gesellschaft im kollektiven Wahn. 
  • Mit Szenen, die selbst auf einem Bildschirm schwer zu ertragen sind.
Hier kommt der Trailer zu Staffel zwei: 

Und die zweite Staffel knüpft hier nahtlos an. In der ersten Folge der neuen Staffel werden ungehorsame Mägde wie Vieh in ein Stadion getrieben. Als die Flutlichter anspringen, sehen die Frauen, dass ringsum Galgen errichtet wurden. Schreie werden laut. Frauen weinen. Eine von ihnen nässt sich vor Angst ein. 

Das könnte reißerisch wirken. Aber die Grausamkeit der Dystopie in "The Handmaid's Tale“ ist mehr als nur ein Setting. Die Serie scheut sich nicht, die Brutalität des Gilead-Regimes bis ins kleinste Detail zu beleuchten. So wird deutlich, wie jeder kleine Aspekt des Lebens in einer Diktatur beeinflusst wird.

Doch "The Handmaid's Tale“ gibt sich nicht damit zufrieden, diesen Zustand nur zu darzustellen. Die zweite Staffel enthüllt nach und nach, wie es dazu kam. Im Zentrum steht, wie auch in Staffel eins, June, gespielt von Elisabeth MossSie wurde dem Gilead-Kommandanten Fred Waterford zugeteilt. Um die Frauen zu brechen und ihnen ihre Identität zu nehmen, bekommen sie neue Namen. June heißt jetzt "Offred“ – wörtlich: "Die, die die Fred gehört“.  

In einer Reihe von Flashbacks erleben wir das Ende der Vereinigten Staaten und den Anfang des Religionsstaates.

Kurz vor dem Aufstieg von Gilead sieht Junes Leben noch sehr normal aus. Als berufstätige Mutter erntet sie hier und da skeptische Blicke. Ernsthaft besorgt ist sie deshalb aber nicht. Wie schnell es den religiösen Fanatikern gelingen wird, das bestehende System auszuhebeln und die Gesellschaft neu zu ordnen, ahnt niemand.

Die Parallelen zu unserer Zeit sind unübersehbar. Das stimmt nachdenklich. In den USA wird die rote Kluft der Mägde inzwischen sogar auf Demonstrationen getragen. Zuletzt protestierten so zahlreiche Frauen gegen die Politik des erzkonservativen Vizepräsidenten Mike Pence (bento). In June haben viele Frauen offenbar ein Vorbild gefunden.

 

 

Elisabeth Moss dominiert als unbeugsame June jede Szene, in der sie mitspielt.

 

Sie hat keine Superkräfte wie Wonder Woman. Sie ist keine Action-Heldin wie Sarah Connor aus der „Terminator“-Reihe. Sie ist eine ganz normale Frau, die sich selbst unter größtem Druck weigert, zu kapitulieren. Sie riskiert alles, in der Hoffnung, eines Tages wieder frei zu sein. Damit wird sie nicht nur zu einer Gefahr für Gilead, sondern auch zur Inspiration für Fans der Serie. Ein Platz unter den denkwürdigsten Charakteren der Serien-Geschichte ist ihr jetzt schon sicher.

Wer "The Handmaid's Tale“ bisher ignoriert hat, sollte zum Start der neuen Staffel auf jeden Fall einen Blick riskieren. Schon jetzt ist klar: Diese Serie wird einmal in einem Atemzug mit Klassikern wie "Twin Peaks“, "Lost“ oder "Breaking Bad“ genannt werden – vielleicht sogar noch vor ihnen.

Am 2. August geht die Erfolgsserie beim Telekom-Service Entertain TV in die zweite Staffel.


Today

Tausende Mathematikerinnen – aber fast immer bekommen nur Männer dafür Preise
Woran liegt das?

Vor vier Jahren hätte man glauben können, dass in der Mathematik eine neue Ära beginnt. Mit Maryam Mirzakhani bekam zum ersten Mal überhaupt eine Frau die begehrte Fields-Medaille, so etwas wie der Nobelpreis für Mathematik. Frauen und Mathematik - das schien plötzlich gut zusammenzupassen - nachdem viele Jahrzehnte lang fast ausschließlich Männer das Fach dominiert hatten.