Und das liegt nicht nur an Tony Danza.

TJ ist der sauberste Polizist, den die Welt je gesehen hat. Sogar an einer offensichtlich kaputten Ampel wartet er minutenlang. Sein Lebensmotto: Brichst du eine Regel, brichst du sie alle. Und wohin das führt, sieht TJ an seinem Vater, Tony Senior: Der korrupte Ex-Cop wurde erst kürzlich aus der Haft entlassen. Jetzt wohnt er bei TJ und versucht, wieder auf die Füße zu kommen.

Hier der Trailer zur neuen Netflix-Serie "The Good Cop":

Die kriminelle Vergangenheit seines Vaters hat TJ schwer gezeichnet, das ist von der ersten Folge an offensichtlich. Und trotzdem ist Tony Sr. einfach sympathisch.

Kein Wunder: Die Rolle spielt Tony Danza, bekannt aus "Wer ist hier der Boss?". In der 90er-Sitcom ließ Tony als Hausmann und Vater einer Patchwork-Familie die Zuschauerherzen schmelzen. Dasselbe versucht er 2018 noch einmal. Schon das langsame, jazzige Intro zur Serie versetzt den Zuschauer mit einem Schlag zurück in die Neunziger.

Tony ist eindeutig eine verkrachte Existenz. Aber er liebt seinen Sohn – auch das macht "The Good Cop" von Anfang an klar.

Jeden Morgen erinnert er TJ zum Abschied daran, seine kugelsichere Weste zu tragen. Dabei bleibt es aber nicht: Tony mischt sich auch in die Ermittlungen seines Sohnes ein. TJ ist das natürlich gar nicht recht. Oft genug führen die schmutzigen Tricks seines Vaters dann aber doch zum entscheiden Durchbruch. Wo der neurotische Saubermann TJ scheitert, hat der gewiefte Tony Erfolg – und umgekehrt.

Die Dynamik zwischen Tony und TJ funktioniert perfekt. Das ist aber auch keine Überraschung: Serien-Schöpfer Andy Breckman hat schon mit "Monk" bewiesen, dass er nichts besser versteht als überdrehte Charaktere.

Und trotzdem: Nach den ersten beiden Folgen von "Good Cop" war ich enttäuscht. Das Set-Up der Serie hätte mehr hergegeben als schrägen Humor und eine Handvoll Charakter-Momente. "The Good Cop" hätte Polizeigewalt thematisieren können, Rassismus oder die vielen Grauzonen des Rechtssystems. Wenigstens einen ehrlichen Blick auf Vater-Sohn-Beziehungen in all ihrer Komplexität hatte ich erwartet. Aber "The Good Cop" hat anderes vor.

Moralische Zwickmühlen und komplexe Fragen werden in der Netflix-Comedy bestenfalls angerissen. Aber: Mehr will sie offenbar auch gar nicht.

"The Good Cop" möchte weder "Mad Men" noch "Better Call Saul" sein. Die Serie ist nicht dazu da, an einem Wochenende durchgesuchtet zu werden. Sie ist eine Liebeserklärung an die Sitcoms der Neunziger, die Woche für Woche ein neues Problem in knackigen 25 Minuten lösten, um dann zum Status Quo zurückzukehren. "The Good Cop" gönnt sich im Schnitt 45 Minuten pro Folge; der Rest der Sitcom-Formel bleibt aber unverändert.

Das kann man schade finden. Muss man aber nicht. Solide Feierabendunterhaltung ist "The Good Cop" nämlich allemal. Fans von Serien wie "The Big Bang Theory", "Monk" oder eben "Wer ist hier der Boss?" haben auch hier reichlich zu lachen.


Haha

Belgischer Politiker wird von Facebook gesperrt – weil er mit Nachnamen "Anus" heißt
He puts the "Po" in "Politiker".

Wenn du ein Anus bist, musst du deinen Namen auf Facebook ändern, sonst wirst du gesperrt – das weiß der belgische Kommunalpolitiker Luc Anus aus eigener Erfahrung. Und ja, er heißt wirklich so.

Eigentlich wollte Luc Anus auf Facebook nur für seine Kandidatur werben – mit Bildern wie diesem: