Bild: Amazon
30 Prozent der Serien sollen aus europäischen Produktionen kommen.

Die besten Serien auf Netflix oder Amazon Prime sind US-Produktionen. Egal, ob "House of Cards", "Breaking Bad" oder "The Walking Dead" – alle laden zum Bingewatchen ein, am besten immer direkt zum US-Start und immer in Originalton (oder doch nicht?). 

Geht es nach der EU, sollen europäische Serien und Filme künftig im Angebot der Streamingdienste deutlich hervorgehoben werden.

Sowohl das Europäische Parlament als auch der Ministerrat (in dem die EU-Mitgliedsstaaten vertreten sind) haben sich dafür ausgesprochen, dass 30 Prozent des Angebots aus europäischen Produktionen bestehen müssen ("Frankfurter Allgemeine Zeitung"). Es soll also eine Quote für Heimatproduktionen geben – damit die US-Formate nicht überhand nehmen.

In der EU sind insgesamt 28 EU-Mitgliedsländer für die Initiative. Großbritannien, die Niederlande, Dänemark, Finnland und Luxemburg leisteten allerdings Widerstand. 

Noch gibt es kein Gesetz – aber da sich die Länder und das Parlament einig sind, könnte die Regelung noch in diesem Herbst umgesetzt werden. Die Hoffnung dahinter: Die Branchenriesen geben künftig mehr Geld für europäische Filmprojekte aus.

Was bedeutet das für Netflix & Co.?

Genau kann das keiner wissen – denn die Streamingdienste veröffentlichen keine Anteile an länderspezifischen Serien. In der EU-Kommission heißt es, dass zum Beispiel Netflix mindestens 20 Prozent Nicht-US-Inhalte habe. 

  • Für Frankreich wurde zum Beispiel die Serie "Marseille" gedreht, international bringt die Serie "Sense8" mehrere Nationen zusammen. 
  • Konkurrent Amazon Prime hat in Deutschland "You Are Wanted" mit Matthias Schweighöfer gedreht. 

Quotenregelungen sind übrigens nichts Neues.

In Deutschland setzt die Regierung beim Radio auf eine freiwillige Selbstregulierung – das heißt, die Sender sollen ohne Zwang darauf achten, eine gute Mischung aus deutschen und internationaler Musik zu spielen. Der Bundestag empfiehlt einen Anteil von 35 Prozent deutscher Produktionen (die Songs müssen aber nicht auf Deutsch gesungen sein).

In Frankreich ist die Quote gesetzlich festgelegt, dort müssen zu 40 Prozent französische Titel im Radio gespielt werden.


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