Bild: Netflix
Time's Up?

Trotz der gruseligen Story verbindet man mit der Retro-Serie "Stranger Things" vor allem Positives: Die coole Musik, die witzigen Auftritte der Hauptdarsteller.

Doch offenbar geht es hinter den Kulissen nicht gerade lustig zu. Das behauptet nun eine technische Mitarbeiterin der Serie, Peyton Brown, auf ihrem Instagram-Kanal. Sie beschuldigt die Regisseure und kreativen Köpfe hinter der Serie, die Brüder Ross und Matt Duffer, des Machtmissbrauchs. (Mashable)

Ich habe selbst zwei Männer in Machtpositionen gesehen, die sich Frauen rausgepickt und sie dann beschimpft haben.

In ihrem Post behauptet sie, dass die Duffers während der Produktion mehrere Frauen "verbally abused" haben sollen. Das lässt sich beispielsweise mit "beschimpft", "angeschrien" oder "gemobbt" übersetzen. Den Namen der Duffers nennt sie zunächst nicht.

Sie habe persönlich mitbekommen, wie zwei mächtige Männer auf dem Set mehrere Frauen beschimpft hätten, schreibt Brown. Sie werde deshalb künftig nicht mehr am Set der Serie arbeiten.

Die Duffer-Brüder.(Bild: Netflix)
So beschreibt Peyton, was am "Stranger Things"-Set passiert sein soll: 
Es wurde geschrien, es wurde beleidigt, es wurde gedroht und Menschen wurden wegen ihnen gefeuert oder zur Kündigung gezwungen.
Dass sich ihr Vorwurf tatsächlich gegen die Duffer-Brüder richtet, bestätigte sie in einem inzwischen gelöschten Kommentar:  

An der dritten Staffel von "Stranger Things", deren Dreharbeiten im April 2018 beginnen sollen, werde sie nach eigenen Angaben nicht mehr mitarbeiten, weil sie "mit ihren Schwestern stehe".

Peyton Brown beendet ihren Post mit folgenden Worten: 

Frauen in der Filmindustrie sind MÄCHTIG. Wir werden aufstehen und von Berggipfeln schreien, um uns gegenseitig zu unterstützen. Und ich werde meine Zeit, Anstrengung und mein Talent nicht an solche ausfälligen ('abusive') Menschen verschwenden. Es gibt genug atemberaubende und hochgradig respektable Männer in Machtpositionen, mit denen ich wirklich gerne zusammen gearbeitet habe. Das sind die Menschen, mit denen ich mich umgeben möchte. Das sind die Projekte, an denen ich teilhaben will.

Netflix und die Duffer-Brüder haben bisher nicht öffentlich auf die unbewiesenen Vorwürfe reagiert. Die Anfragen von Medien blieben unbeantwortet. Erst im Februar hatte die Firma Gerüchte dementiert, dass die Duffers die Serie nach Vollendung der dritten von insgesamt sechs geplanten Staffeln verlassen würden. (Entertainment Weekly)

Der Streamingdienst ist bekannt dafür, rigoros zu reagieren, wenn durch öffentlichen Druck das Image des Unternehmens gefährdet wird. Zuletzt hatte Netflix Hauptdarsteller Kevin Spacey nach Missbrauchsvorwürfen aus seiner erfolgreichen Serie "House of Cards" geworfen. (bento)

Peyton Brown postete ihre Anschuldigungen am Weltfrauentag. Sie versah den Post mit dem Hashtag #Timesup, obwohl sie den Regisseuren keinen sexuellen Missbrauch vorwirft. Die Bewegung "Time's up" entstand im Zuge des MeToo-Skandals: Vorwürfe gegen den Hollywood-Filmproduzenten Harvey Weinstein hatten im Herbst eine weltweite Debatte über Missbrauch und sexuelle Ausbeutung ausgelöst. 

Die Initiative will der Belästigung von Frauen in der Filmindustrie und im amerikanischen Berufsalltag ein Ende bereiten und setzt sich für mehr Gleichheit in den Chefetagen von Filmstudios und Talentagenturen ein. (bento)


Fühlen

Seit wann ist es geil, Fleisch so abzufeiern?

Wenn ich früher Tiere aß, fühlte ich mit ihnen. Ich litt unter ihrem Leid im Stall, auf Tiertransportern, im Schlachthof. Es schmeckte mir nicht mehr.

Ich bin Vegetarierin, aber ich fange keinen Streit mit denen an, die Fleisch mögen. 

Es gab schon immer die, die gern Fleisch aßen – und die, die das nicht taten. Aber ich habe das Gefühl, dass es noch immer cool ist, mit seinem Fleischkonsum anzugeben, ihn abzufeiern.

Wenn im Fernsehen Kochsendungen laufen, gehört es dazu, sich über Fleisch zu freuen. Beim "Perfekten Dinner" wird gejubelt, wenn kein Vegetarier in der Runde sitzt: "Geil, dann gibt’s ordentlich Fleisch!" Wenn bei "Grill den Henssler" Fleisch ausgepackt wird, raunen die Anwesenden: "Das ist ein derbe gutes Stück."

Die Zeitschrift "Beef" feiert Fleisch seit Jahren mit großem Erfolg, die Hefte mit triefenden Buletten auf dem Cover finden reißenden Absatz. Sie titeln: "Rohkost für Männer", "Pimp your Steak", oder allen Ernstes: "Leider lecker!", dazu das Foto eines (lebendigen!) Lamms.