Der Bass vibriert und die Lichter tanzen über die Leinwand - der Kinofilm "So was von da" bringt die Party aus dem dunklen Club direkt in den Kinosaal. Auch als Zuschauer kann man die Enge im Club spüren, riecht die verschwitzten Körper, das Bier und den Zigarettenrauch.

"So was von da" basiert auf dem gleichnamigen Roman des Autors Tino Hanekamp. Er handelt von dem Clubbetreiber Oskar, der mit seinen Freunden in der Silvesternacht die letzte Party in seinem Club "Rakete" feiern will. Der Club muss schließen und die letzte gemeinsame Party wird eskalieren. Es wird eine chaotische Nacht, voller Drogen, Freundschaft und mit viel lauter Musik.


Große Teile des Films sind improvisiert, nur wenige Szenen orientieren sich an einem konventionellen Drehbuch. Die Party, die Dialoge - sie wirken echt und nah. Als Zuschauer ist man mittendrin, mach mit Oskar und seinen Freunden die Nacht durch.

Wir haben den Regisseur Jakob Lass in Hamburg getroffen und ihn nach dem Geheimnis einer guten Party gefragt. Wir wollten wissen: Wie bringt man Schauspieler dazu, zu eskalieren?

(Bild: Imago / Future Image)

Dein Film ist eine einzige verrückte Party. Was kann ich tun, damit mein Instagram-Feed genauso aussieht?

Angenommen, die Party ist nicht geil genug für die richtigen Bilder: Mach einen Spaziergang. Versuch, spannende Leute zu finden, mit denen die Feier doch noch gut werden könnte, statt deine Zeit damit zu verschwenden, eine Party für deine Insta-Story zu faken.

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Was darf auf einer guten Party nicht fehlen?

Die richtigen Leute eben. Da ist es auch egal, wenn es nur drei sind. Und natürlich Musik.

Partys entstehen zuerst im Kopf. Wenn du wollen würdest, könntest du hier und jetzt eine Party feiern. Was zählt ist dein Spirit, deine Einstellung. Drogen oder Alkohol sind egal. Es gibt genügend Geschichten von Leuten, die einen Kasten alkoholfreies Bier getrunken haben, ohne es zu wissen – und die beste Nacht ihres Lebens hatten, obwohl sie nüchtern waren.

(Bild: DCM Film)
Partys enstehen zuerst im Kopf
Regisseur Jakob Lass

War es dir wichtig, dass die Schauspieler in deinem Film vor den Dreharbeiten ordentlich feiern waren?

Party-Erfahrung war nicht zwingend eine Voraussetzung für die Schauspieler beim Casting. Tatsächlich haben wir aber viel Fake-Alkohol ausgeschenkt und während des Castings so getan, als wären wir betrunken. Statt Wodka haben wir Wasser getrunken oder uns im Kreis gedreht, bis uns schwindelig war.

Auch während der Dreharbeiten haben wir immer wieder versucht, Glückszustände herzustellen. Wir haben getanzt und herumgealbert. Es ist schön, wenn das in so einem vertrauensvollen Umfeld passieren kann, wie wir es am Set hatten. Wir haben losgelassen und uns dem Moment hingegeben.

Für die vielen Party-Szenen im Film habt ihr einen Pop-Up Club in Hamburg eröffnet. Jeder, der Lust hatte, konnte dort vorbeikommen und feiern. Wie lief das ab?

Insgesamt vier Nächte lang haben wir Schauspieler und Statisten in dem Club feiern lassen. Die Partys wurden von Nacht zu Nacht besser. Auf der ersten war die Stimmung noch etwas verklemmt. Die Leute kamen rein und sahen direkt die riesigen Kino-Kameras. Obwohl sie ja wussten, dass gefilmt wurde, war das natürlich komisch. Aber wir hatten an jedem Abend Live-Konzerte und DJs. Im Gegensatz zu den Partygästen im Film war niemand aggressiv oder unangenehm drauf. Auf einmal war es sieben Uhr morgens.

(Bild: DCM Film)
Es gibt Dinge, die kannst du in dir finden, ohne sie erlebt zu haben
Regisseur Jakob Lass

Mussten sich die Schauspieler an Regeln halten, damit die Dreharbeiten nicht aus dem Ruder liefen – und sie ihren Job noch machen konnten?

Glücklicherweise war es nicht meine Aufgabe, Regeln aufzustellen oder Polizist zu spielen. Aber es sollte klar sein, dass Trinken und Drogen nehmen nicht geht. Da würde auch keine Versicherung mitmachen.

Es gibt den Irrtum, dass Drogen und Alkohol beim Schauspielern helfen. Ich halte das für einen Mythos. Erfahrungen mit Drogen helfen bestimmt, wenn man einen zugedröhnten Partygänger spielt. Einige meiner Schauspieler hatten solche Erfahrungen, andere nicht. Aber du musst ja auch niemanden umgebracht zu haben, um einen Mörder zu spielen. Es gibt einfach Dinge, die kannst du in dir finden, ohne sie erlebt zu haben.

Also gab es keinen echten Stoff am Set?

Die Drogen, die die Schauspieler im Film konsumieren, sind alle nicht echt. Wir haben uns vorher informiert, womit zum Beispiel Kokain in der Drogenszene gestreckt wird. Häufig mit Milchzucker, also weißes Pulver, das der Droge sehr ähnlich sieht und so zur Fake-Droge werden kann.

Ich habe mich total darauf verlassen, dass wir die Leute auch ohne echte Drogen locker kriegen und der Film eine authentische Party wird.

Und?

Haben wir hinbekommen.


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