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Bevor du Ende Mai wieder kündigst.

Gerade läuft die achte und letzte Staffel von "Game of Thrones". Wer die Serie in Deutschland sehen will, kann einzelne Folgen oder die ganze Staffen bei iTunes oder Amazon kaufen – allerdings erst am Dienstag. Dafür "hat" man die Folgen dann gekauft. 

Schneller geht es mit Sky. Dort sind die Folgen schon am frühen Montagmorgen verfügbar. Wer die ganze Serie sehen möchte, braucht ein Abo des Bezahlsenders. Den günstigsten Zugriff gibt es über Sky Ticket, den monatlichen Serien-Streamingpass. Das Ticket kostet 9,99 Euro im Monat. 

Macht rund 20 Euro für zwei Monate. Dafür gibt es die neuen Folgen und Zugriff auf alle bisherigen Staffeln. Wer das Ticket danach kündigt, verliert den Zugriff auf die Folgen. Dafür sind im Preis während der Ticket-Laufzeit weitere Serien verfügbar. Wir haben uns durchgeschaut:

1 Fabian empfiehlt: "Der Pass"

Genau auf der Grenzmarkierung zwischen Deutschland und Österreich wird eine grausam arrangierte Leiche gefunden. Wenig später folgen weitere Morde. Das klingt zunächst nach einem Abklatsch der skandinavischen Krimiserie "Die Brücke", entwickelt sich aber eher in die Richtung von "True Detective": Der Serienkiller will etwas gegen den moralischen Verfall der Menschheit tun, die Ermittler verzweifeln beinahe an ihren erfolglosen Versuchen, ihn zu schnappen. 

Anfangs wirken die Unterschiede zwischen den Ermittlern gewollt und überspitzt – auf der einen Seite die übereifrige deutsche Kommissarin, auf der anderen der kaputte, korrupte Österreicher. Aber "Der Pass" funktioniert – vor allem durch das Zusammenspiel der ungleichen Kollegen. Eine absolut spannende Thriller-Serie, die sich von anderen abhebt.

2 Vicky schaut "The Good Fight"

Ja, "Suits" ist wahrscheinlich eine der spannendsten Anwaltsserien, die es je gab. Aber: Das Spin-Off "The Good Fight" aus der Serie "The Good Wife" ist noch besser. Warum? Durch die "Suits"-Staffeln zieht sich vor allem eine Botschaft: Es sind weiße Männer in dunklen Anzügen, die wissen, wie es um Recht und Unrecht steht – und wie man die Welt (oder zumindest reiche Menschen in New York) retten kann. Auch "The Good Fight" ist faszinierend, weil die Serie die Irrungen und Wirrungen des amerikanischen Justizsystems aufzeigt und man mitfiebert, ob die Kanzlei aus Chicago den Fall für sich entscheiden kann. Aber es sind vor allem Anwältinnen, die es schaffen, rechtliche Schlupflöcher zu nutzen und sich so immer wieder den Mächtigen (Männern) in den Weg stellen. 

Im Vordergrund steht die junge Anwältin Maia, die dank reicher Eltern bislang eher sorglos lebte, plötzlich aber alles Geld verliert und unfreiwillig in den Finanzskandal ihres Vaters verwickelt wird. Unterstützt wird Maia von den Anwältinnen Diane Lockhart und Lucca Quinn, beide bekannt aus "The Good Wife". Die Frauen stärken sich gegenseitig, kämpfen für das Gute, lassen sich nicht entmutigen – auch wenn sie sich auf ihrem Weg immer wieder kurzzeitig geschlagen geben müssen.

"The Good Fight" ist derzeit unter anderem auch bei Amazon, iTunes oder MagentaTV verfügbar.

3 Basti gönnt sich "Sex and the City"

Ganz im Ernst: Als ich die Serie mit 19 das erste Mal schaute, hat mich "meine Freundin dazu gezwungen". Inzwischen muss ich mich nicht mehr schämen, Carrie, Samantha und Co. bei ihren Romanzen und Abenteuern zuzuschauen. Die Serie ist, das muss ich zugeben, nicht immer perfekt gealtert – etwa, wenn die Freundinnen eine Gruppe Transsexuelle als "Zwitter" beleidigen oder Carrie sich regelmäßig ganz unironisch modischen Konsum-Orgien hingibt.

Andernorts springen einem aktuelle Themen wie Feminismus, Selbstliebe und Empowerment aber geradezu ins Gesicht. Immer pointiert von Carries Erzählerstimme zu einem schönen, zwanzigminütigen Paket zusammengeschnürt. Nicht umsonst hat die Serie eine ganze Generation von Frauen (und dazu "gezwungenen Partnern") gut unterhalten.

"Sex and the City" ist unter anderem auch bei Amazon, Maxdome oder iTunes verfügbar.

4 Susan schaut "A Discovery of Witches" 

Ein geheimnisvolles Buch, eine Hexe, die mit aller Macht versucht, ihre magischen Kräfte zu unterdrücken, ein attraktiver Vampir und eine verbotene Liebe – alles schon gesehen. Trotzdem ist "A Discovery of Witches" einen Abend auf der Couch wert! Die Serie basiert auf einem Buch von Deborah Harkness und handelt von der Wissenschaftshistorikerin Dr. Diana Bishop, die für ihre Alchemieforschung an das "All Souls College" in Oxford kommt. Dort schafft sie es, ein Buch auszuleihen, das seit Jahrhunderten als verschollen gilt. Als sie es aufschlägt, passieren seltsame Dinge. Und plötzlich sieht sich Diana Hexen, Dämonen und Vampiren gegenüber, die sich alle für das magische Manuskript interessieren. Und von denen viele heimlich an der Universität Oxford unter gewöhnlichen Menschen studieren. Natürlich knistert es gewaltig zwischen Diana und einem gutaussehenden Vampir namens Matthew. Und natürlich ist das nicht so einfach.

Alles also sehr vorhersehbar. Trotzdem macht es Spaß, den beiden Hauptcharakteren zuzusehen – weil die Chemie einfach stimmt. Wer auf leichte Twilight-Vibes für Erwachsene steht, sollte "A Discovery of Witches" eine Chance geben. Da die Serie aber wöchentlich auf Sky erscheint, müsste man das Sky-Ticket ein wenig später kündigen, wenn man alle Episoden sehen möchte.

5 Fabian findet auch "The Wire" gut 

Von Kritikerinnen und Kritikern wird die Krimireihe oft als beste der Welt bezeichnet: "The Wire" erzählt in fünf Staffeln von der alltäglichen Kriminalität in Balitmore, einer der gefährlichsten Städte der USA. Gefeiert wird die Serie vor allem für ihren Realismus – Serien-Entwickler David Simon hatte zuvor jahrelang als Polizei-Reporter gearbeitet. Auf der einen Seite stehen perspektivlose Jugendliche, die vom Drogenhandel leben, auf der anderen Seite überlastete Polizisten und korrupte Politiker. All das erzählen die Macher in einem sehr ruhigen, fast schon dokumentarischen Stil, der eine unglaubliche Nähe vermittelt – und zu genialen Szenen wie dieser führt:

"The Wire" ist aber definitiv keine Serie, die man zur Entspannung anschauen sollte: Bei Dutzenden Charakteren und äußerst komplexen Handlungssträngen verliert man schnell den Überblick. Aber wer sich darauf einlässt, wird belohnt.

"The Wire" ist derzeit unteranderem auch bei Amazon, Maxdome oder iTunes verfügbar.

BONUS Diese Serie könntest du zwar auch mit deinem Sky-Ticket sehen – solltest du aber nicht. 

Basti hält "Porn Culture" für Zeitverschwendung

Meine Frau und ich sind, sagen wir mal, Connoisseure von Erwachsenenfilmen. Insofern haben wir uns ziemlich gefreut, die Doku-Reihe "Porn Culture" auf Sky zu finden. Nach nur wenigen Minuten der ersten Folge namens "Die geheimen Sünden" wurde aber klar: Das ist Peak-Alman. Der irre Mix aus Hitler-Archivbildern, schwarz-weißen Kunst-Porno-Gewaltszenen im Arte-Schamhaar-Stil und unangenehmen Interviews mit alten weißen Männern (Zitat: "Ich hab die gefickt und die wollte gefickt werden!") ist schwer zu ertragen. Leider! Denn die Idee, der Materie mal eine anständige Pay-TV Aufarbeitung zu schenken, ist eine gute. Und wahrscheinlich hat das Moderatoren-Duo aus Axel Brüggemann und Jennifer "Rostock" Weist im weiteren Verlauf solide Arbeit geleistet. Ich meine: "Zwischen Lederhosen und Deepthroat" oder "Sex bis zum Erbrechen" hören sich ja prinzipiell gut an. Angucken konnten wir uns das aus latenter Fremdscham aber nicht.



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Der Netflix-Film zeigt vier Quereinsteigerinnen im US-Wahlkampf - aber nur eine von ihnen setzt sich gegen das Establishment durch.

Die erste Szene in "Knock Down the House" ist gleich eine der bezeichnendsten der Doku, die vier Politik-Quereinsteigerinnen im Wahlkampf begleitet: Die Demokratin Amy Vilela sitzt bei einer Diskussionsveranstaltung neben anderen -etablierten - Kandidaten ihrer Partei, als die Moderatorin in die Runde fragt, wer von ihnen Gelder von Unternehmens-Lobbygruppen ablehne. Vilela meldet sich als einzige der Kandidaten – aus dem Publikum gibt es dafür Jubelrufe. Doch bei den Vorwahlen in Nevada, bei denen sie wenig später antritt, scheitert die Außenseiter-Kandidatin dennoch: Für sie stimmen nur knapp über 3000 Menschen, rund neun Prozent der Stimmen gehen an sie. Sie ist raus, das Establishment siegt. 

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