Bild: dpa / Paul Zinken
"Wer hat Burak erschossen?"

Während wir alle sehnsüchtig auf die zweite Staffel von "Serial" warten (die übrigens noch 2015 erscheinen soll), starten die Berliner Sender Radio Eins und das Kulturradio ihre Podcast-Serie "Wer hat Burak erschossen?". Darin soll ein ungelöster Mordfall wöchentlich aufgerollt werden. Die Hintergründe sind rätselhaft, die polizeilichen Ermittlungen bisher ohne Ergebnis.

Worum geht es?

Der 22-jährige Burak trifft sich am 4. April 2012 in Berlin-Neukölln mit Freuden. Sie gehen in einen Park, ziehen zusammen um die Häuser. Um 1.15 Uhr nachts taucht ein Mann mit Kapuze auf, schießt auf die Gruppe und verschwindet. Niemand konnte den Täter genau erkennen. Burak wird getroffen und stirbt. Zwei seiner Freunde werden schwer verletzt.

Wer hat geschossen? Und warum?

"Es ist ein Fall, der viele Fragen aufwirft und der in seiner Brutalität und Unerwartetheit einfach Angst macht", sagt der Autor Philip Meinhold in der ersten Folge. Die Recherchen sind zum Start der Sendung noch nicht abgeschlossen und entwickeln sich Woche für Woche weiter.

In der ersten Folge spricht Meinhold mit Buraks Mutter, lässt seinen ehemaligen Ausbilder und Fitnesstrainer zu Wort kommen. Der Autor erzählt Buraks Lebens- und Familiengeschichte nach, redet mit Freunden. In der zweiten Episode soll es um den Tag gehen, an dem Burak ermordert werden: Wie lief er ab, was genau ist passiert, kurz bevor die tödlichen Schüsse fielen. Ob der Kapuzenmann schließlich gefunden wird — offenbar noch völlig offen.

Wo kann ich mir das anhören?

Vom 15. Oktober bis 10. Dezember 2015, immer donnerstags um 9.10 Uhr auf Radioeins und um 14.10 Uhr im Kulturradio vom RBB, jeweils fünf Minuten. Die ungekürzte Version (20 Minuten pro Folge) gibt es hier und hier online. Noch mehr Infos liefert die Webdoku zum Fall.

Von links, nach rechts: Regisseur Nikolai von Koslowski, Toningenieur Martin Seelig (sitzend), Autor Philip Meinhold und Redakteur Jens Jarisch(Bild: rbb/Vivien Schütz)
Ist es so gut wie das Original?

Vielleicht. Nach der ersten Folge stellt der Hörer schnell fest, dass die Machart sehr ähnlich ist. Wie spannend "Wer erschoss Burak?" wird und ob auch deutsche Zuhörer bald bei Reddit über den Fall diskutieren, wird sich zeigen.

Rechtlich wird es für die kommenden Folgen einige Unterschiede geben: Die "Serial"-Autorin Sarah Koenig arbeitete unter anderem mit Aufzeichnungen aus dem Gerichtssaal und dem Verhörraum der Polizei. Die Verwendung solcher Aufnahmen dürfte in Deutschland kompliziert bis unmöglich sein. Das Strafgesetzbuch kennt dazu den Paragrafen 201, Verletzung der Vertraulichkeit des Wortes. Das Gerichtsverfassungsgesetz verbietet im Paragrafen 169 Aufnahmen vor Gericht.

"Burak Bektas war ein junger Mann. Er ist um sein Leben betrogen worden..."