Spoiler-Warnstufe grün

In diesem Beitrag verraten wir ein bisschen was über die Serie, das Spiel oder den Film — aber eigentlich nichts, was dir den Spaß verderben könnte.

Alles beginnt mit einem Todesfall: Als am Morgen des 4. Juli der reiche und beliebte Footballspieler Jason Blossom bei einem Bootsausflug verschwindet, ändert sich das Leben der Kleinstadtbewohner schlagartig. Denn wie in jeder Kleinstadt üblich, hat jeder etwas zu verheimlichen.

Jasons Schicksal ist extrem. Oder, mit den Worten von Erzähler und Schul-Emo Jughead:

Unsere Geschichte handelt von einer Stadt, einer Kleinstadt. Und den Menschen, die in der Stadt leben. Aus der Ferne präsentiert sie sich wie so viele andere Kleinstädte rund um die Welt... Sicher. Anständig. Unschuldig. Aber kommst du näher, dann siehst du die verborgenen Schatten. Der Name unserer Stadt ist Riverdale.
Das sind die Charaktere:
  • Der rothaarige Highschool-Schüler Archie hat sich über die Sommerferien verändert – und eine Romanze mit einer älteren Frau begonnen.
  • Seine in ihn verliebte Nachbarin Betty, ein unschuldig wirkendes Blondchen, wird von ihrer dominanten Mutter eingeschüchtert und navigiert ihr Leben still durch die Intrigen ihrer Schulkameradinnen – bis die reiche Großstädterin Veronica die Stadt besucht und sich ihr anschließt.
  • Die gemeine, eingebildete Cheryl ist die unangefochtene Königin der Schule. Sie macht trotz ihres toten Bruders weiter wie zuvor und nutzt Mitleid und Aufmerksamkeit zu ihrem Vorteil.
  • Und dann ist da noch der undurchsichtige Jughead (gespielt von Disney-Channel-Veteran Cole Sprouse), der als introvertierter Blogger auch die Rolle des meist unsichtbaren Erzählers übernimmt.
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Hier ist der Trailer:

Wem das alles bekannt vorkommt: Die Hauptfiguren und der Ort Riverdale entstammen der Comic-Reihe Archie. Abgesehen von den Namen hat die Serie allerdings nicht viel mit der Vorlage zu tun. Denn da geht es eher um knappes Taschengeld oder darum, nicht von Muskelmann "Moose" verprügelt zu werden.

Die Charaktere in "Riverdale" sind deutlich diverser als im Comic: Der Schulhof-Tyrann "Reggie" ist ein Asiate und Football-Star "Moose" schwul. Trotzdem gibt es natürlich die typischen Teenie-Zutaten: "Soll ich nach der Schule Musik machen oder Football spielen?", fragt sich Archie, während die Cheerleader bei Schulpartys tun, was sie im Fernsehen am besten können – gemein sein.

Doch der Mord an Jason und die verbotene Liebe, die sich zwischen Archie und seiner Lehrerin entspannt, geben der Serie eine zweite Ebene, machen sie tiefgründiger. Leider schafft "Riverdale" es nicht immer, diesen Vorteil gegenüber anderen Teenie-Serien auch zu nutzen und verliert sich im Nachspielen von Klischees.

Die Eulen sind nicht, was sie scheinen.
Twin Peaks
Das Beste: Die Serie ist eine Dauer-Hommage an "Twin Peaks".

Vom Schwenk über das Ortsschild bis zum bedrückenden Wahnsinn einer Kleinstadt nach dem Verschwinden eines Teenagers – die kultige David-Lynch-Serie von 1990 wird deutlich zitiert. Bonus: "Twin Peaks"-Darstellerin Mädchen Amick (Shelly Johnson aus dem Double R Diner) spielt Bettys Mutter, im Haus finden sich auch zwei Eulen.

Die verwirrenden Dialoge der beliebten Vorlage gelingen in "Riverdale" aber nicht. Und auch die Charaktere sind, so man das nach zwei ausgestrahlten Episoden sagen kann, deutlich platter und schubladiger.

Leider nimmt sich die Serie in allem, was sie tut, auch etwas zu ernst. Dafür sieht "Riverdale" klasse aus und zeigt schon in den ersten Minuten, wie man aus der Magie einer im Wald versteckten Kleinstadt tolle Bilder generieren kann.

Ein zweites "Twin Peaks" ist "Riverdale" auf jeden Fall nicht – das bekommt ja aber auch gerade eine Fortsetzung. Anschauen kann man "Riverdale" trotzdem, sofern man ein bisschen Freude daran findet, sich mit Teenie-Problemen zu beschäftigen.

  • Titel: Riverdale
  • Stoff: Eine Staffel (läuft gerade) mit 13 Episoden á 42 Minuten = um die 9 Stunden
  • Für Fans von: Pretty Little Liars / hübschen rothaarigen Menschen / den Szenen in "Teen Wolf", in denen nicht gekämpft wird / den Szenen in "High School Musical" und "Glee", in denen nicht gesungen wird
  • Wo gucken: Neue Episoden immer Freitags auf Netflix

Gerechtigkeit

Warum Merkel keine Flüchtlingskanzlerin mehr ist
"Rückführung, Rückführung und nochmals Rückführung"

Angela Merkel galt lange Zeit als die "Flüchtlingskanzlerin". Viele lobten ihre Entscheidung, im Sommer 2015 Tausenden Schutzsuchenden in Deutschland Asyl zu gewähren. "Wir schaffen das", sagte sie (bento). Seitdem gehörten Merkel und die Willkommenskultur irgendwie zusammen.

Tatsächlich ist von dieser Kultur in der CDU, Merkels Partei, nicht mehr viel übrig. Die Bundeskanzlerin hat einen 16-Punkte-Plan aufgestellt, mit dem abgelehnte Asylbewerber schneller abgeschoben werden können. Am Donnerstag hat sich die Bundesregierung mit den Landesregierungen auf den Plan geeinigt.