Das Virtual-Reality-Zukunftsszenario wird zum Nostalgietrip.

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Steven Spielberg is back!

Regisseur Steven Spielberg hat die Popkultur und Filmwelt der 80er-Jahre so sehr geprägt wie kein anderer und sich deshalb direkt mit "Ready Player One" die Rechte an der Verfilmung des Romans von Ernest Cline gesichert.

Im Jahr 2045 ist die Welt heruntergekommen, die Umwelt ist verschmutzt, die Erde überbevölkert. Die meisten Menschen leben in Armut und auch der junge Wade Owen Watts (Tye Sheridan) sieht in der dystopischen Welt keinen Sinn mehr. Deshalb setzt er all seine Hoffnungen in die virtuelle Realität OASIS, in der man alles sein kann, was man sich vorstellen kann. Er entscheidet sich dazu, der junge Held namens Parzival zu sein. Es ist der exzentrische Programmierer James Donovan Halliday (Mark Rylance), der OASIS erschaffen und nach seinem Tod der ganzen Welt mitteilt, dass er in der virtuellen Welt ein Rätsel hinterlassen hat. 

Derjenige, der die Herausforderung meistert, erbt sein Vermögen und die Kontrolle über OASIS. Es beginnt ein Kampf um die unwirkliche Welt und Wade hat mit seinen Freunden Aech (Lena Waithe) und Art3mis (Olivia Cooke) bereits die erste Aufgabe nicht bestanden. Sie geben jedoch nicht auf und treten gegen den skrupellosen Konzernchef Nolan (Ben Mendelsohn) an, der sich OASIS unbedingt unter den Nagel reißen will.

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Eine Ode an die 80er

Der dystopische Bestseller-Roman des amerikanischen Autors Ernest Cline erschien zwar im Jahr 2010 und ist somit gar nicht so retro, ist aber, genauso wie die Verfilmung, eine Liebeserklärung an die Filme, Videospiele, Mode, Technik und Musik der 80er-Jahre. Der Roman ist die Nerdbibel schlechthin und strotzt nur vor Bezügen zur Gamer-Kultur und Filmwelt der Geeks in der Disco-Era. Das Virtual-Reality-Zukunftsszenario wird somit zum Vorwand für einen Nostalgietrip in die Zeit, die von Spielberg so sehr mitgeprägt wurde.

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Das visuelle Erlebnis

Es ist nur allzu verständlich, dass sich die Bewohner im versifften Jahr 2045 die VR-Brille aufsetzen, um mit ihren Gedanken in eine bessere Welt zu fliehen. Spielberg zeigt uns dabei die Wunder der digitalen Welt und nutzt, wie schon in seinen Sci-Fi Filmen "Minority Report" oder "A.I. - Künstliche Intelligenz", den neuesten Stand der Filmtechnik und erreicht erneut ein unglaubliches Level der Visualität. So wirkt es, als säße man selbst an der Steuerung von Parzivals DeLorean und überquere unzählige Hindernisse.

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Der mythologische Bezug

Fun Fact: Die im Film beschriebene Suche nach dem "Easter Egg" kann durchaus mit der Suche nach dem Heiligen Gral verglichen werden. Ein Hinweis darauf ist auch Wades Namenswahl für seinen Avatar. Sein Username lautet Parzival und bezeichnet einen Ritter aus der Artus-Sage, der sich auf die Suche nach dem Heiligen Gral begibt. Genau so begibt sich Wade mit seiner virtuellen Identität auf die Suche nach dem "Easter Egg", um das Spiel zu gewinnen.

Geht mit Parzival auf Eier-Suche:

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Die Frage nach dem Echten

Die virtuelle Realität mag zwar verlockend und schön sein, aber sie bleibt eine Illusion. Der Film beleuchtet die Schattenseiten der Illusion und stellt die Frage nach dem Echten und Unverfälschten. So verliebt sich Parzival zwar in Art3mis, weiß aber nicht, wie sie in Wirklichkeit aussieht oder was ihr wahres Ich ist. Der Zuschauer wird mit dem Gedanken konfrontiert, ob die echte Realität besser ist als die virtuelle Welt. Selbst, wenn einem das Leben schlechter erscheint.


Tech

Hier werden die Fragen an Angela Merkel gestellt, die Menschen wirklich bewegen
Da antwortet sie zwar auch nicht. Aber es ist zumindest witzig.

Angela Merkel ist die Kanzlerin der Deutschen. Und deshalb sollte sie sich um die Anliegen dieser Deutschen kümmern – so die Theorie.

In der Praxis ist es allerdings ziemlich schwierig, Angela Merkel eine Frage zu stellen. Auf ihrer offiziellen Website gibt es zwar einen Link, "Direkt zur Kanzlerin" steht da. 

Aber bevor man irgendein Anliegen äußern kann, muss man sich erstmal durch ein bürokratisch verschwurbeltes Formular kämpfen. Keine offenen Briefe, steht da, keine Beiträge ohne vollständige Namensnennung, keine Beiträge mit verworrenem oder beleidigendem Inhalt. Verdammt, wie soll ich mich denn da frei äußern!?

Ab und an antworten Merkels Pressesprecher hier sogar auf Anliegen, die Antworten sind dann für alle lesbar. Mit den meisten Fragen kann der Durchschnittsbürger allerdings wenig anfangen ("Rechtsbruch an Altübersiedlern"?), ansonsten sammelt sich der übliche Islam-Hass.

Aber wo bleiben die Fragen, die die Bürger wirklich bewegen?