(Bild: Arizona Films)
Die langen hellen Tage

"Komm, ich will dir etwas zeigen", sagt Lado. "Es ist doch gar nicht mein Geburtstag“, antwortet Natia. "Mach deine Augen zu", meint er – und drückt ihr eine Knarre in die Hand. "Was bedeutet es wohl, wenn dir ein Mann so etwas schenkt?", fragt Natia später ihre Freundin Eka. "Dass er dich beschützen will."

Was bedeutet es wohl, wenn dir ein Mann so etwas schenkt?
Natia

Der Film "Die langen hellen Tage" spielt 1992 im postsowjetischen Georgien. Das Land befindet sich im Bürgerkrieg – doch die beiden 14-Jährigen Natia und Eka beschäftigen andere Dinge. Sie sind gerade dabei, erwachsen zu werden. Und die Regisseure Nana Ekvtimischwili und Simon Groß zeigen sehr eindringlich, was das für georgische Mädchen bedeutet.

Da gilt eine Waffe etwa als Liebesbeweis. Ein Entführung führt zur Hochzeit. Eifersucht löst man mit Butterflymessern. Kurz, es ist die Welt der Männer, in der sich die zwei bewegen – gewaltvoll und einsam. Die emotionale Ödnis spiegelt der Film auch formal wieder. So wird die Hauptstadt Tiflis in ausgeblichene Farben getaucht, als hätte jemand die Wäsche zu lange in der Sonne hängen lassen.

Wie kommt man in so einer Welt klar? Ohne Vorbilder? Ohne Perspektive? Der Film findet von Minute zu Minute eine immer deutlichere und abgeklärtere Antwort darauf: Vergiss die Männer, vergiss alle. Vertrau auf dich selbst – und vielleicht noch auf deine beste Freundin.

(Bild: Luc Peter)
Broken Land

Amerika, Land der unbegrenzten Möglichkeiten, Land der Freiheit. Doch der Dokumentarfilm "Broken Land" zeigt ein ganz anderes Bild: Er berichtet aus dem Grenzgebiet zwischen den USA und Mexiko und beleuchtet das Leben in einer Gegend, in der der Horizont nur bis zum Grenzzaun reicht. Dabei kommt der Film von Stéphanie Barbey und Luc Peter ganz ohne Kommentar aus und lässt die Bilder und Protagonisten für sich sprechen.

Die Doku zeigt US-Amerikaner, die aus Angst vor "Eindringlingen" in Häusern leben, die wie Festungen erscheinen: Kameraüberwachung und hohe Maschendrahtzäune gehören dort genauso zum Alltag wie Wachhunde und Schusswaffen auf dem Nachttisch. Andere führen als selbsterklärte Grenzschützer ihren ganz eigenen Krieg gegen die vermeintliche Bedrohung von der anderen Seite. Schwer bewaffnet ziehen sie durch die Wüste um Menschen aufzuspüren, die illegal die Grenze überquert haben. Manche der dabei geäußerten Meinungen muten geradezu grotesk an.

Während die einen Waffen unter ihrem Kopfkissen verstecken, stellt die Dokumentation auf der anderen Seite auch Menschen vor, die sich von den übermäßigen Schutzmaßnahmen an der Grenze eingeengt fühlen und versuchen, den Vorurteilen und dem Hass, Verständnis und Menschlichkeit entgegenzusetzen. So zeichnet "Broken Land" ein eindrucksvolles Bild der amerikanischen Gesellschaft an der Grenze zu Mexiko im Spannungsfeld zwischen Sicherheit und Freiheit, Angst und Verständnis.

(Bild: MDR / Capa Presse)
Putins geheimes Privatvermögen

Wladimir Putin: Ein Mann des Volkes. Seine Hobbys eher konventionell. Ob Klavierspielen, Judo oder Angeln- Wladimir ist auf dem Boden geblieben. Was soll er auch groß mit seinem 12.000 Dollar-Gehalt, das er monatlich verdient, anstellen ? Wieso wirft man diesem bescheidenen Kerl nur ständig Geldwäsche und Korruption vor? Was hat der Naturbursche denn getan, dass alle Welt gegen ihn ist?

Sein Laster: Er kann Geld und Politik einfach nicht trennen. Angeblich verdiente sich Putin (Codename: Michail Iwanowitsch) in den 16 Jahren, die er jetzt schon ununterbrochen im Zentrum der Macht verbringt, durch lukrative Nebengeschäfte eine goldene Nase. Putins geheimes Privatvermögen wird auf 40 Milliarden Dollar geschätzt. Gerade lässt er sich in aller Ruhe einen prunkvollen Palast im Süden Russlands bauen, schätzungsweise ist die neue Bude eine Milliarde Dollar wert. Alles streng geheim, versteht sich. Angeben oder gar prahlen wäre ja auch eher unangebracht. Wären da nur nicht diese verdammten Luxusuhren, die der Politiker so gerne sammelt. Naja, wird schon keiner merken.

Mediasteak x bento

MediasteakAnne und Laura von Mediasteak zeigen, was in den Mediatheken steckt. Jeden Freitag empfehlen sie die besten Spielfilme, Dokumentationen und Serien bei bento.


Style

Hotel in Neuseeland verbietet Radlerhosen beim Frühstück – wegen der "unansehnlichen Beulen und Wölbungen"

Duschen, fix die enge Sporthose überstreifen, im Frühstücksraum noch einen Toast zwischen die Zähne schieben – und dann rauf aufs Rad. Das kleine Plough Hotel auf Neuseelands Südinsel hat so seine Erfahrung gemacht mit Aktivurlaubern.

Sie sind für Mike Saunders, den Manager des Sechs-Zimmer-Etablissements in Rangiora, eine Last. Er kann ihre Kleidung nicht ertragen und hat nun seinen Kunden verboten, in Radlerhosen den Speiseraum zu betreten. "No Lycra Shorts allowed please", steht auf einer Tafel, die er vor der Eingangstür aufstellte.