Bild: Fox

Bei ProSieben schalten vorwiegend Leute ein, die "übergewichtig und arm" sind. Das sagt so zumindest Thomas Ebeling, Konzernchef von ProSiebenSat1. Die Aussagen fielen in einer Telefonkonferenz, der Mediendienst DWDL hat eine Abschrift des Gesprächs. 

In dem Telefonat ging es um große Streamingdienste wie Netflix oder Amazon

Ebeling lästete gegen die Konkurrenten – und machte klar, dass ProSieben auch weiterhin seine "Kernzielgruppe" habe.

Wörtlich sagte Ebeling in dem auf Englisch geführten Gespräch ins Deutsche übersetzt: 

"All die Hollywood-Blockbuster gibt es auf unseren Sendern, und nicht jeder Netflix-Film ist ein Homerun. Und sehr oft sind deren Inhalte sehr, sehr Arthouse-like. Es gibt Menschen, ein bisschen fettleibig und ein bisschen arm, die immer noch gerne auf dem Sofa sitzen, sich zurücklehnen und gerne unterhalten werden wollen. Das ist eine Kernzielgruppe, die sich nicht ändert."
Später ruderte der ProSieben-Chef von seiner Aussage über "fettleibige" und "ein bisschen arme" Zuschauer zurück: Es habe sich um eine plakative Zuspitzung gehandelt.

Ebeling selbst hatte schon lange vorher seinen Rückzug aus dem Unternehmen angekündigt, 2019 nimmt er seinen Hut. Denn bei ProSiebenSat1 läuft es nicht rund: Lediglich Sitcoms und gelegentliche Spielfilme werden noch gern gesehen. Andere Formate verlieren an Zuschauern und Interesse. 

Das Ergebnis sind Endlos-Schleifen von "Big Bang Theory" und "Two an a half Men". (Spiegel Online)


Gerechtigkeit

AfD-Anhänger hetzen gegen einen Weihnachtsmarkt, der schon seit Jahren "Lichtermarkt" heißt

Elmshorn ist eine Kleinstadt in Schleswig-Holstein nahe Hamburg. Und immer in der Adventszeit steigt in Elmshorn der "Lichtermarkt", ein Weihnachtsmarkt im Stadtkern, mit Glühwein-Ständen und Lebkuchenherzen. Eröffnet wird der "Lichtermarkt" von als Engeln verkleideten Kindern, eines wird an einem Kran "herabgesandt". An den Adventssonnabenden verteilen die Elmshorner Engel dann Süßigkeiten.

Eigentlich könnte der "Lichtermarkt" ein richtig schönes Fest der Liebe sein – wenn nicht rechte Hetzer in diesem Jahr einmal mehr den Untergang des Abendlandes erwarteten.

Im Netz wettern sie gegen den Namen des Festes und die Aufmachung des Plakates. Darauf ist ein schwarzes Kind zu sehen. Das – kombiniert mit dem angeblichen Verschweigen des Wortes "Weihnachten" – sei ein Einknicken vor dem Islam.