Eddie, wenn du tatsächlich zaubern könntest, was würdest du mit dieser Fähigkeit als erstes anfangen?

Wenn ich so nach Amerika blicke, dann würde ich wohl vermutlich als erstes mal einen gewissen Wahlausgang ungeschehen machen. Wie vermutlich sehr viele es sich dieser Tage wünschen.

Ok, machen wir so. Wie steht es denn um deine Zauberkräfte?

Als ich ein Kind war, war das Zaubern eine meiner großen Leidenschaften. Das Größte waren immer die Besuche bei Davenports Magic Shop, einem Zauberladen in London. Der liegt direkt unter dem Bahnhof Charing Cross, da roch es früher immer nach Pisse. Aber ich konnte mir keine schöneren Ausflüge vorstellen. Wo sonst hätte man schließlich das Zubehör kaufen können, um eine Dame entzwei zu sägen?

So etwas hast du gemacht?

Nein, natürlich nicht. Aber ich habe mir ständig neue Zaubertricks angeeignet und überwiegend für meinen kleinen Bruder vorgeführt. Und wenn ich früher meine Großmutter in Schottland besucht habe, ging sie mit mir immer in irgendwelche Zauberläden. Als mein Bruder sieben Jahre alt war, sagte er irgendwann achselzuckend bei jeder meiner Magiernummern: Ich kann sehen, wie du das machst. Da war für mich der Moment gekommen, die Zauberei dann doch an den Nagel zu hängen.

Im Film muss Eddie als Newt Scamander magische Monster einfangen.(Bild: Warner Bros.)
Fast hättest du dich später den dunklen Künsten verschrieben...

Na ja, das klingt jetzt übertrieben. Als vor vielen Jahren für "Harry Potter und die Kammer des Schreckens" nach dem richtigen Darsteller für die Rolle des Tom Riddle – also des jungen Voldemort – gesucht wurde, ging ich gerade zur Uni. Die achte Assistentin des Casting Directors oder so ähnlich kam an meine Uni und guckte sich jeden an, der auch nur im Entferntesten in Frage kam. Ich sprach also vor und kam ungefähr zwei oder drei Sätze weit, bevor ich wieder weggeschickt wurde. Das ist 15 Jahre her, und seither hoffe ich irgendwie, das mit der Schauspielerei doch noch vernünftig hinzubekommen.

In der Fotostrecke kannst du einen ersten Blick auf die magische Welt von "Fantastic Beasts" werfen:
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Mit dem Job hat es ja noch geklappt – und es gab noch einige weitere "Harry Potter"-Filme. War da nie mal eine Rolle für dich drin?

Ehrlich gesagt hatte ich darauf immer gehofft. Wozu gab es denn in den Filmen diese ganzen Weasley-Brüder? Dafür brauchte man immer Darsteller mit rötlichen Haaren, und ich musste mir meine ganze Schulzeit über ständig Sprüche über meine roten Haare und meine Sommersprossen anhören. Eine Zeitlang war ich mir sicher, da würde noch mal jemand wenigstens mit einer Einladung zum Vorsprechen bei mir anklopfen. Aber: Fehlanzeige!

Ein bisschen magisch wurde es ja noch.

Manchmal erlebt man vor laufender Kamera einen Moment, der sich absolut wahrhaftig anfühlt. Da vergisst du alles andere um dich herum und was du erlebst, scheint tatsächlich echt zu sein. Da kriege ich dann immer Gänsehaut. Bei "Phantastische Tierwesen" hatte ich das in der Szene, in der Katherine Waterston und ich uns am Ende verabschieden. Doch wenn so etwas einmal pro Dreh passiert, ist das schon mehr als man erwarten kann.

(Hier sind die beiden im Film)

(Bild: Giphy )
Also sind echte Gefühle magischer als Animationen, von denen es in "Phantastische Tierwesen..." ja viele gibt?

Das kann man gar nicht vergleichen. Außerdem war ich erstaunt, dass es bei vielen Sachen sehr viel praktischer zuging, als gedacht. Für die Szenen mit dem Erumpent, einem riesigen, Nashorn-ähnlichen Wesen, bauten zum Beispiel drei Männer, die auch schon an dem Theaterstück "War Horse" mitgearbeitet hatten, eine riesige Puppe. Die setzten sie dann auch in Bewegung, so dass sowohl ich als auch die Kameraleute die Szenen mit ihr durchspielen und üben konnten. Gedreht haben wir dann ohne diese Puppe, aber die neumodische Computerzauberei kam eben erst ganz zum Schluss zum Einsatz.

Besagtes Erumpent(Bild: Warner Bros.)
Was war der magischste Moment, den du bisher erlebt hast?

Das klingt jetzt wahrscheinlich billig und nach Klischee. Aber meine kleine Tochter ist fünf Monate alt – und der Moment, als ich sie nach ihrer Geburt zum ersten Mal im Arm hielt, war sicherlich der magischste in meinem Leben. Da stand ich dann, vollkommen glückstrunken, und konnte dieses kleine Wunder einfach nicht begreifen. Natürlich habe ich ein bisschen Ahnung von Biologie. Aber es muss auch Magie mit im Spiel gewesen sein, dass dieses bezaubernde Wesen im Bauch meiner Frau entstanden ist. Anders kann ich es mir nicht erklären.

Also nicht der Oscar-Gewinn?

Ach, es war ganz toll und etwas sehr Besonderes, den Oscar zu gewinnen. Doch anders als meine Tochter hat er nicht mein Leben verändert. Eigentlich hat er nicht einmal meine Karriere verändert. Die Rolle in "Phantastische Tierwesen" zum Beispiel hatte ich schon, als ich den Oscar bekam. Und klar, wahrscheinlich bekomme ich seither noch ein paar Angebote mehr als vorher. Doch das, wonach ich suche, und das, was ich will – das ist das Gleiche wie vorher.


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