Bild: gettyimages.de / Koki Nagahama / Ian Gavan / Frederick M. Brown
#FemalePerformance

Glitzerroben, schweißnasse Hände und 30 Millionen Zuschauer auf der ganzen Welt. Am 28. Februar ist wieder Oscars-Nacht. Die Trophäen werden dieses Jahr zum 88. Mal in Hollywood verliehen.

Ein Moment der besonderen Freude ist immer jener, in dem kurze Filmausschnitte der besten Szenen gezeigt werden. Da sitzt man dann, mitten in der Nacht, und würde sich am liebsten sofort ins Kino beamen. Die Szenen sind in der Regel ein guter Indikator dafür, ob sich ein Besuch lohnt.

Wir hätten gerne mehr davon. Und obwohl es schwierig, wenn nicht gar unmöglich ist, aus der Masse an Filmmaterial diejenigen Szenen auszuwählen, die es besonders hervorzuheben lohnt, gibt es gleich eine kleine Auswahl an exzellenten, schauspielerischen Leistungen.

Bitte, es geht los.

Emma Thompson und Carey Mulligan in "An Education"

Carey Mulligan spielt eine 16-jährige Schülerin, die sich nicht nur gegen den Willen ihrer Professorin stellt, sondern das Leben als solches hinterfragt. Wozu lernen, wozu studieren? Um den Rest seines Lebens in einem Job gefangen zu sein, der nicht interessiert? Sie möchte nach Paris. Jazz hören und heiraten scheint auf den ersten Blick eine verlockende Option zu sein.

2009 wurde Mulligan für ihre Leistung mit dem Preis des National Board of Review ausgezeichnet.

Kate Winslet in "Revolutionary Road"

Wie schön, Kate und Leonardo wieder gemeinsam vor der Kamera zu sehen. Auch wenn der Kontext diesmal ein weniger romantischer ist. In Zeiten des Aufruhrs geht es um eine Beziehung, die schon lange vorbei sein sollte. Selten offenbart sich Kate Winslets Talent deutlicher, als in dem Moment, als sie zu schreien beginnt.

Dafür gab es 2009 auch einen Golden Globe als Beste Hauptdarstellerin.

Catherine Zeta Jones in "Chicago"

In Chicago spielt Catherine Zeta Jones die Sängerin Velma Kelly, die wegen eines Doppelmordes an ihrem Mann und ihrer Schwester verhaftet wurde. Ihre Bewegungen sitzen genauso perfekt wie der strenge Bob. Catherine bleibt eine der grazilsten Schauspielerinnen ihrer Generation und erhält für ihren Auftritt 2003 den Screen Actors Guild Award.

Renée Zellweger in "Bridget Jones’s Diary"

Es gibt wenige Filme, die man am Sonntagabend besser alleine auf der Couch genießen kann. Bridget Jones ist da, wenn die beste Freundin nicht abhebt.

2002 und 2003 war die Schauspielerin sowohl für Bridget Jones, als auch für Chicago als beste Hauptdarstellerin für den Oscar nominiert.

Oprah Winfrey in "The Color Purple"

Das Drama beruht auf dem Roman von Alice Walker, der 1982 erschienen und mit dem Pulitzer-Preis ausgezeichnet wurde. Der Film thematisiert die damalige gesellschaftliche Stellung und die Lebensbedingungen afro-amerikanischer Frauen in den Südstaaten der USA. Sehenswert, nicht nur wegen Oprah Winfrey und Whoopi Goldberg.

1986 wird sie als beste Nebendarstellerin für den Golden Globe nominiert.

Marion Cotillard in "Deux jours, une nuit"

Sandra hat eine Familie. Einen Mann, zwei Kinder, ein nett eingerichtetes Haus in einer belgischen Provinz. Es ist alles so, wie sie es sich gewünscht hatte. Irgendwann ist sie depressiv geworden, konnte morgens nicht mehr aus dem Bett. Jeder Schritt fällt schwer, das Essen schmeckt nicht. Um ihre Arbeitsstelle zu behalten, muss sie erst ihre Kollegen davon überzeugen, eine Prämie der Geschäftsführung abzulehnen.

2014 erhält sie dafür den New York Film Critics Circle Award.

Audrey Tautou in "Le fabuleux destin d’Amélie Poulain"

Ein Film, der eine erste Vorstellung von Paris vermittelte, noch bevor man das erste Mal im Französischunterricht saß. Die Frau mit der sonderbaren Frisur faszinierte. Weil sie anders fühlte, alles alle um sie herum.

2001 wird sie als Beste Darstellerin für den Europäischen Filmpreis nominiert und erhält den Chicago Film Critics Association Award.

Hilary Swank in "Million Dollar Baby"

Ein Film über prekäre Lebensverhältnisse und den Glauben an ein besseres Leben. In Million Dollar Baby verkörpert Hilary Swank die herzensgute Kellnerin Maggie Fitzgerald, die sich zum Boxprofi hocharbeitet. Die Liebe zwischen Frankie Dunn und seiner Schülerin findet ihren Höhepunkt am Krankenbett.

2005 gewinnt Hilary Swank den Oscar.

Meryl Streep in "The Devil Wears Prada"

Dass sich Ausdauer bezahlt macht und Stil zeitlos ist, beweist Meryl Streep bei jedem ihrer Auftritte. Als skrupellose Chefredakteurin in "Der Teufel trägt Prada" würdigt sie die nebensächlichen Dinge des Lebens keines Blickes und verkörpert die Rolle der etablierten Modeikone wie keine andere. Das lässt sie auch ihre Assistentin wissen.

Für den British Academy Film Award wird sie als beste Hauptdarstellerin nominiert.

Anne Hathaway in "Les Miserables"

Um der Rolle der entlassenen Fabriksarbeiterin gerecht zu werden, musste die Schauspielerin zwölf Kilo abnehmen. Am Ende gab es dafür und für die gesangliche Ausnahmeleistung 2013 einen Oscar.