Gut gemeint ist nicht gleich gut gemacht.

Die Oscars 2019 sind vergeben. In der Königskategorie "Bester Film" waren in diesem Jahr einige Filme nominiert, die sich mit Rassismus ausienandersetzen, zum Beispiel "BlacKkKlansman" und "Roma", irgendwie auch "Black Panther". Gewonnen hat aber eine andere Rassismus-Erzählung: "Green Book". 

Der Film erzählt eine wahre Geschichte über Rassismus in den US-Südstaaten der Sechzigerjahre. Ein wichtiges Thema, ein prominent besetzer Film, der dann auch noch den Oscar holt.

Super, oder? 

Trotzdem haben viele eher so auf den Sieg von "Green Book" reagiert:

Warum ist der Sieg von "Green Book" so umstritten?

Der Film setzt sich zwar mit Rassismus auseinander. Viele finden aber, dass er das aus der falschen Perspektive tut. Die Hauptperson Tony "Lip" Vallelonga ist nämlich weiß. Als Chauffeur und Leibwächter begleitet er den schwarzen Konzertpianisten Don "Doc" Shirley auf seiner Tournee durch die Südstaaten. 

Damit erfüllt der Film das Klischee des "White Saviour", also des weißen Retters. Der Held ist ein toller weißer Mann, einer von den Guten, der den armen Schwarzen vor Rassismus rettet. Die Perspektive der eigentlich Betroffenen ist nebensächlich (SPIEGEL ONLINE)

Der Vorwurf, das von Rassismus betroffene Personen in "Green Book" nicht ausreichend zu Wort kommen, erhärtet sich beim Blick auf die Sieger auf der Bühne. Divers ist anders

Auch Regisseur Spike Lee, der mit "BlacKkKlansman" auch für den besten Film nominiert war, ist – milde ausgedrückt – kein Fan von "Green Book". Angeblich soll er bei der Verkündung den Saal verlassen haben.

Seine Reaktion, als er später auf den Sieg von "Green Book" angesprochen wurde: 
Wenn man nichts Nettes zu sagen hat, lieber gar nichts sagen. 

Auf Twitter verpacken einige Nutzerinnen und Nutzer ihre Kritik an "Green Book" in einem Meme. Sie personifizieren den Film als weiße Person, die denkt, sich gegen Rassismus einzusetzen, dabei aber ziemlich naiv und kritikresistent vorgeht. 

Als den Typen, der es schon für antirassistisch hält, mit People of Color befreundet zu sein. 

Als die Person, die aufgrund der "Lebendigkeit" und der "Kultur" in eine multikulturelle Gegend zieht und dann dauernd die Polizei ruft.

Als die Person, die "keine Farben sieht".

Und als die Person, die *sogar* für einen schwarzen Präsidenten gestimmt hat und beeindruckt ist, wenn People of Color sich gut ausdrücken können. 


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