Bild: Getty Images/Frazer Harrison

So prestigeträchtig und begehrt die Academy Awards in der Filmbranche auch sind, so häufig stehen sie auch in der Kritik: 

Denn wenn die Oscars für eines nicht stehen, dann ist es Diversität.  

Der durchschnittliche Oscar-Gewinner ist nämlich männlich und weiß. Auf diesen Missstand machten in den letzten Jahren viele unter dem Hashtag #OscarsSoWhite aufmerksam.

Eine Recherche von "Time Labs" hatte gezeigt, dass seit der ersten Verleihung der Academy Awards 1929 bis zum Jahr 2016 nur 6,4 Prozent der Nominierten nicht weiß war. Schaut man sich die Zahlen ab 1991 an, dann waren nur 11,2 Prozent der Nominierten nicht weiß. (Time)

Hier kannst du mehr zu Hollywoods Diversitäts-Problem nachlesen:

Dieses Jahr stehen die Hollywood-Preisverleihungen ganz im Zeichen der Frauen.

Bereits die Verleihung der Golden Globes Awards war stark durch die #MeToo-Debatte geprägt und es ist zu erwarten, dass sie auch die Oscars nicht verschonen wird. Denn immer mehr und immer lauter wird über die Situation von Frauen in Hollywood diskutiert. Darum war dieses Jahr auch die große Frage: 

Wie viele Frauen werden unter den Nominierten sein? 

Schon bei der Verleihung der Golden Globes Awards fiel auf, dass in einigen Kategorien die Namen von weiblichen Künstlerinnen fehlten, worauf etwa Natalie Portman bei der Vorstellung der Nominierten für "Beste Regie" aufmerksam machte: 

Kommt nach #OscarsSoWhite jetzt #OscarsSoMale?

So sind Frauen unter den diesjährigen Academy-Award-Nominierten vertreten: 
Zum ersten Mal in der Geschichte der Oscars (!) wurde eine Frau für die "Beste Kamera" nominiert: Rachel Morrison für "Mudbound".
In diesen Kategorien ist gar keine Frauen nominiert:
Beste Filmmusik, Bester Tonschnitt, Beste visuelle Effekte.
Nur eine Frau ist jeweils in diesen Kategorien nominiert:
Bester Schnitt, Beste Kamera, Bester Ton, Bestes adaptiertes Drehbuch, Beste Regie.
In diesen Kategorien sind am meisten Frauen nominiert:
Bestes Kostümdesign, Bestes Szenenbild.
1/12

Man sieht also: Auch wenn es Verbesserungen gab, sind Frauen immer noch in vielen Kategorien – vor allem in ganz entscheidenden, wie Regie und Kamera – unterrepräsentiert.

Das Fehlen von Frauen zieht sich durch die Geschichte der Oscars: 

  • Seit die Oscars im Jahr 1929 das erste Mal verliehen wurden, waren nur vier Frauen für die beste Regie nominiert. Nur eine einzige hat jemals gewonnen, nämlich Kathryn Bigelow für den Film "The Hurt Locker".
  • In der Kategorie "Bestes Drehbuch", die erst seit 1941 existiert, haben bisher drei Frauen den Preis gewinnen können. Das erste Mal 1992 gewann Callie Khouri mit "Thelma & Louise". Ansonsten wurden Frauen nur in Schreiberkollektiven mit Männern gekürt, etwa 1947 die Autorin Muriel Box gemeinsam mit ihrem Mann Sydney Box. 
  • Für die "Beste Kamera" war in der Geschichte der Academy Awards noch nie eine Frau nominiert – bis jetzt. Für den Netflix-Film "Mudbound" kann in diesem Jahr Rachel Morrison auf die Trophäe hoffen.
Woran liegt es, dass so wenige Frauen nominiert werden?

Die Nominierten werden von den Mitgliedern der "Academy of Motion Pictures Arts and Sciences" bestimmt. Nach Zahlen der Los Angeles Times von 2012 sind 94 Prozent weiß und 77 Prozent männlich. Die Zahlen sollen sich bis heute nicht stark verändert haben. (Deutschlandfunk)

Eine jüngste Studie aus Hollywood hat zudem gezeigt: Seit 1998 gab es keinen signifikanten Anstieg bei der Anzahl der Frauen hinter der Kamera, also in Positionen wie Regisseurin, Produzentin oder Kamerafrau. Sie liegt konstant bei 18 Prozent

Zum einen sind also diejenigen, die die Nominierten auswählen, überwiegend Männer. Und zum anderen gibt es auch weniger Frauen in den besagten Positionen. 

Hier kannst du mehr über die Studie nachlesen:

Ein weitere Grund ist aber auch, dass Frauen oft Filme über Frauen machen, also Filme, in denen Frauen in der Hauptrollen zu sehen sind. Es zeigt sich, dass solche Filme seltener nominiert werden, als Filme, mit Männern in den Hauptrollen. (Forbes)

Die Oscars werden dieses Jahr zum 90. Mal vergeben, die Verleihung findet in der Nacht vom 4. auf den 5. März statt. 


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