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Hier sind alle Gewinner im Überblick

Moderator Jimmy Kimmel hat die Messlatte für den Abend gleich zu Beginn der Oscar-Verleihung hoch gelegt. Die Kamera zeigte auf die Schauspielerin Lupita N'yong'o. Kimmel stellte sie vor als geboren in Mexiko, aufgewachsen in Kenia: 

Und nun lasst den Twittersturm von der Präsidententoilette beginnen!

So politisch ging es weiter. In nur zehn Minuten schlug Kimmel den Bogen von "MeToo" zu Trump, stellte herausragende Frauen Hollywoods vor und den Filmproduzenten Harvey Weinstein bloß. Dann eröffnete er den Abend mit einem Wunsch an alle: "Sagt, was euch auf dem Herzen liegt."

Frances McDormand tat genau das. 

Als sie den Oscar für die beste Hauptdarstellerin in "Three Billboards Outside Ebbing, Missouri" gewann, bat sie alle anderen Frauen im Saal, aufzustehen. Es wurde zum starken Zeichen der "MeToo"-Bewegung.

Bester Film wurde allerdings "The Shape of Water" – ein Film über die Solidarität unter den von der Gesellschaft Ausgegrenzten, erzählt von Guillermo del Toro, einem Einwanderer aus Mexiko.

Hier sind die wichtigsten Oscar-Gewinner in der Fotostrecke:

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Und hier findest du alle weiteren Ausgezeichneten auf der Homepage der Academy.

  • "The Shape of Water" hat insgesamt vier Preise geholt, 
  • "Dunkirk" drei Oscars und 
  • je zwei Oscars bekamen "Blade Runner 2049", "Coco", "Three Billboards Outside Ebbing, Missouri" und "The Darkest Hour".

Und das waren die besten Momente der Oscar-Nacht:

  • Lupita Nyong'o und Kumail Nanjiani haben den Oscar für Produktionsdesign präsentiert. Aber ihre Rede war eine Ansage an Trump: "Träume sind die Basis von Amerika. Also an alle Dreamer da draußen – wir sind bei euch." Als Dreamer werden in den USA minderjährige Flüchtlinge bezeichnet, Trump will ihren Status aberkennen (bento).
  • Den Oscar für den besten Animationsfilm hat "Coco" gewonnen. Der Film handelt von einem jungen Mexikaner, der das Reich der Toten bereist. In ihrer Dankesrede betonte das Produktionsteam, wie wichtig es ist, verschiedene Kulturen im Kino abzubilden – und brachten ebenfalls eine Spitze gegen Trump: Menschen, die klein gehalten werden, verdienen es, repräsentiert zu werden.
  • Mitten in der Verleihung hat Jimmy Kimmel die "spontane" Idee, den Kinobesuchern etwas zurückzugeben – also marschiert er mit einigen Stars in ein Kino gegenüber der Straße. Der Saal war vorab mit Kameras präpariert, aber die Kinobesucher wussten nichts – und dann schießen plötzlich Gal Gadot und Mark Hamill Snacks aus Hotdog-Kanonen auf die Gäste im Saal.
  • Als Frances McDormand gewann, bat sie alle Frauen im Saal aufzustehen. Dann sagte sie: 
Schaut euch um. Wir haben alle Geschichten zu erzählen und Projekte zu verwirklichen.

Es war eine Kampfansage an das alte Hollywood der Männer. Und ein Appell an Kamerafrauen wie Rachel Morrison und Regisseurinnen wie Greta Gerwig – die beide nominiert waren, aber leer ausgingen – ihre Filme zu verwirklichen.


Gerechtigkeit

4 weitere Jahre GroKo – hier kommen die gute und die schlechte Nachricht
Ein Kommentar

Puh! Das Ergebnis ist verkündet: Deutschland wird, mal wieder, von einer GroKo regiert werden. Weil 66,02 Prozent der gültigen, abgegebenen Stimmen von SPD-Mitgliedern für die Große Koalition waren. (bento)

Jubeln will trotzdem keiner so recht. 

Denn dieses Ergebnis ist eine schlechte Nachricht. Und gleichzeitig eine gute.