Es ist kompliziert. Das mit der Liebe und den ganzen Apps, die sie ursprünglich bereichern sollten. Aber auch mit den Freunden, die klügere Ratschläge geben als man selbst – und noch dazu ein vermeintlich perfektes Leben führen.

Die neue Netflix-Serie "Easy" spielt in Chicago und zeigt in acht Episoden acht verschiedene Geschichten, die sich diesen Gedanken und den damit verbundenen Fragen der Gegenwart widmen.

Neben New Girl-Nick Jake Johnson spielen Orlando Bloom und Malin Åkerman in der von Joe Swanberg produzierten und geschriebenen Serie mit. Der unkonventionelle Zugang zu Geschlechterfragen und Sexualität ist Swanbergs Kompetenz als Indie-Filmemacher zu verdanken. In den vergangenen Jahren hat er unter anderem mit Greta Gerwig, bekannt aus dem Film "Frances Ha", zusammengearbeitet.

Der Trailer zu "Easy":
Um was geht’s?

Um eingeschlafene Beziehungen, die Nervosität vor dem ersten Date und den gemeinsamen Haushalt, sobald man Kinder hat. Fragen nach gesellschaftlicher Zugehörigkeit werden durch authentisch geschilderte Erfahrungen und Perspektiven der Protagonisten beantwortet, ohne den Zuschauer zu bevormunden.

Trotz bekannter Narrativa ("Mann und Frau sind seit 20 Jahren zusammen, leben in der Vorstand und haben zwei Kinder") gibt es immer wieder Überraschungen im Handlungsstrang.

Nicht dein Geschmack? Versuch's doch mal damit:
1/12

"Easy" thematisiert offene und homosexuelle Beziehungen. Eine Serie, die sich medial von stereotypen Hollywood-Klischees wegbewegt, kann nur als Fortschritt gewertet werden – auch wenn die Schauspielerinnen und Schauspieler mit ihrer Makellosigkeit einen Tick zu stark an H&M-Katalogmodels erinnern.

(Bild: Netflix)
Warum einschalten?

Es ist schon eine ganze Weile her, dass Orlando Bloom als Legolas beziehungsweise Will Turner Menschen in den Kinosaal lockte. Wer nicht weitere zehn Jahre warten möchte, sollte einfach gleich bei der Folge "Utopia" einsteigen.

Bei Blooms ersten Auftritt denkt man erst, dass das ein sehr gutes Double sein muss. Einige Sekunden später ist der Fakt dann ergoogelt ("Er ist es tatsächlich!") – gerade noch rechtzeitig, bevor er sich mit Malin Åkerman auf dem Kellerboden vergnügt. Die beiden spielen ein Paar, das einen Dreier über Tinder sucht.

Der technologische Einfluss auf unser aller Beziehungen bildet neben Sex eines der Überthemen. Sollte man Tinder nutzen, obwohl man vergeben ist? Wie stellt man sich dort als Paar dar? Und: Wie echt ist das, was wir im Internet erleben wirklich? Die Episoden tragen vielversprechende Namen wie "Vegan Cinderella", "The Fucking Study" und "Chemistry Read".

Ein Highlight der Staffel ist die Episode "Art and Life", in der ein bekannter Comic-Zeichner nach dem Sex mit einer Kunststudentin (Emily Ratajkowski) von dieser gegen seinen Willen fotografiert wird – und beim Anblick des Fotos in einer Ausstellung vollkommen ausrastet. Ist die Privatsphäre tatsächlich tot?

(Bild: Netflix)
Ein Manko bleibt.

Trotz hohem Anspruch und prominenter Besetzung bleibt die Qualität der Episoden nicht konstant. Man spürt beinahe, an welchem Tag das Team weniger motiviert ans Werk ging. So wirken ausgelassene Clubszenen wie Nachmittagsbesuche in Cafés, mache Dialoge nicht zu Ende gedacht.

"Easy" ist mehr Short-Film als Serie. Die Protagonisten wechseln jede Folge, wodurch sich der Zuschauer immer wieder aufs Neue einlassen muss. Sympathiepunkte bleiben so nur kurzzeitig erhalten – der Suchteffekt ist dementsprechend niedrig.

Immerhin: Wer schon mal eine Stunde vor Netflix verbrachte, ohne sich einigen zu können, wird für ein paar Tage von dieser Entscheidung befreit. Zudem sind die einzelnen Folgen weniger flach als man es von Slapstick-Serien aus den Zweitausenderjahren kennt. Und damit eine durchaus akzeptable Alternative für den Kino-Abend.


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