Gute Gründe, warum du im Litchfield-Gefängnis vorbeischauen solltest.

Achtung: Mini-Spoiler

Wolltest du immer schon mal wissen, wie man im Frauenknast zum Boss wird? Wie man seinen Platz in der Gefängnishierarchie findet? Was du machen würdest, wenn du plötzlich aus deinem Normalo-Dasein herausgerissen wirst, weil du vor Jahren einen Fehler begangen hast?

Dann könnte „Orange is the New Black“ deine neue Lieblingsserie werden, denn genau das ist die Geschichte von Piper Chapman, hippe Unternehmerin aus New York, die wegen eines zehn Jahre zurückliegenden Drogenvergehens für 15 Monate ins Correctional Institute Litchfield muss.

Die Story basiert auf den Erlebnissen von Piper Kerman, die in einem Buch über ihre Zeit in einem US-Frauengefängnis berichtet, von den Erniedrigungen, der Angst und den Freundschaften.

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Es gibt knallharte, tiefgründige, tolle, verletzliche, unterschiedliche Frauenfiguren.

Die Russin Red, die mit harter Hand nicht nur die Knastküche sondern auch den Warenein- und -ausgang kontrolliert. Die Transfrau Sophia, die im Gefängnis ganz langsam den Kontakt zu ihrem entfremdeten Sohn wieder aufnimmt. Pipers Ex-Freundin Alex, die noch im Gefängnis vor dem Druglord Angst hat, für den sie einst arbeitete. Die verurteilte Stalkerin, die sich mit immer mehr Lügen eine eigene Welt schafft. Die gläubige Fanatikerin, die Ex-Heroinabhängige.

Und das sind nur ein paar der Frauen und Schicksale, die uns die Serien-Autoren vorstellen. Alle sind authentisch. Kein Wunder: „30 Sekunden in der Schminke, Overall überziehen uns los geht’s.“ So beschreibt „Boo“-Darstellerin Lea DeLaria die Vorbereitungen am Set.

Fantastisches Storytelling

Hinter OITNB steckt Serienprofi Jenji Kohan, die bereits für „Weeds“ gefeiert wurde, und die Drehbuch für Drehbuch zeigt, warum sie zu den Besten der Branche gehört. Gefängnisserien haben oft das Problem, dass ihnen der Handlungsstoff ausgeht (oder hat jemand nach der 3. Staffel noch „Prison Break“ gesehen!?).

Aber hier wird Piper Folge für Folge tiefer in die Welt von Litchfield gezogen, wird vom Außenseiter zum Insider. Gleichzeitig erfahren die Zuschauer nach und nach, warum die einzelnen Frauen in Haft sind. Das ist eindrucksvoll umgesetzt, für die Regiearbeit konnte man für einige Episoden sogar Jodie Foster gewinnen.

„Piper wird Folge für Folge tiefer in die Welt von Litchfield gezogen, wird vom Außenseiter zum Insider. “

We love to hate them: der Serienbösewicht

Für viele ist König Joffrey Baratheon aus „Game of Thrones“ der Fiesling Nummer Eins, aber George ‚Pornstache’ Mendez spielt in einer ganz eigenen Liga. Pablo Schreiber spielt die Figur des Wachmanns derart eklig, dass es schon wieder Spaß macht, ihm zuzusehen.

„Die Serie thematisiert Minderheiten, Diskriminierung, Waffenbesitz, ungerechten Justiz und LGBTQ-Rechte.“

Viel mehr als nur Comedy.

Die Serie ist 2013 als Comedy-Format gestartet. Jenji Kohan hat aber die Tonalität der Serie von Staffel zu Staffel so verändert, dass man es mittlerweile mit einer sozialkritischen Dramaserie zu tun hat. Themen zu Minderheiten, Diskriminierung, Waffenbesitz, ungerechter Justiz und LGBTQ-Rechten werden immer wieder aufgegriffen, ohne dass die Serienmacher jemals mit dem erhobenen Zeigefinger daherkommen. Zuletzt rückte das marode US-Gefängnissystem in den Fokus.

Uzo Aduba als "Crazy Eyes"

Lichtblick in Litchfield

Uzo Adubas wunderbare Verkörperung von Crazy Eyes, für die die 35-Jährige bereits mehrfach ausgezeichnet wurde. Daneben die liebevollen Augenblicke in der sonst eher grimmigen Gefängniswelt und die kleinen Siege, die die Frauen allen Widrigkeiten zum Trotz für sich verzeichnen können.

Wann bist du spätestens hooked?

Netflix kann dazu genaue Angaben machen. Eine Untersuchung des Sehverhaltens der Nutzer ergab 2015: Nach der Folge in der ersten Staffel, in der Insassin Crazy Eyes ihre Liebe für Neuzugang Piper offenbart, schauen 70 Prozent der Zuschauer auch den Rest der Staffel.

Lass uns Freunde werden!

Die vierte Staffel "Orange is the New Black" ist ab 17. Juni komplett auf Netflix zu sehen.

Nicht deine Serie? Vielleicht ist hier etwas dabei:


Style

2006 oder 2016: Wann hat man sich mit diesen Klamotten auf die Straße getraut?
"Hab ich von Lacoste."

2016 ist, wenn du nicht mehr weißt, ob du früher gut oder scheiße ausgesehen hast. Kids der Neunziger tragen wieder das, was man vor drei Jahren auf dem Flohmarkt entsorgte. Niemand wollte die alten Ralph-Lauren-Hemden kaufen, heute wären sie wieder Gold wert.

Nike-Kappen, Socken von Adidas und bauchfreie T-Shirts: Erkennst du, wann diese Fotos aufgenommen wurden?