Bild: Warner Bros
Der Film tappt nicht in die Frauen-Falle.

Die beliebte "Ocean"-Reihe geht in eine neue Runde. In "Ocean's 8" tritt George Clooney alias Danny Ocean allerdings nur noch als Produzent in Erscheinung – im Rampenlicht steht seine Schwester Debbie, gespielt von Sandra Bullock.

Kaum aus dem Gefängnis entlassen, plant Debbie direkt den nächsten Raubzug. Und natürlich bekommt sie dabei Unterstützung: Zur Bande gehören Cate Blanchett, Helena Bonham-Carter und Rihanna, sie spielt eine Hackerin.

Frauen-Power liegt voll im Trend.

Und so langsam merkt Hollywood auch, was das eigentlich heißt: Einfach stumpf Männer durch Frauen ersetzen, das bringt's nicht. Das mussten zuletzt die Macher des "Ghostbusters"-Reboots einsehen.

  • Hier wurde die Story einfach mit vertauschten Geschlechtern neu geschrieben.
  • Alle Rollen, die im Original männlich besetzt waren, wurden von Frauen gespielt, und umgekehrt.
  • Das Ergebnis: Ein fader Neuaufguss des Kult-Films mit ebenso faden Kopien der Charaktere. 

Diese Vorgehensweise nennt sich "Gender Swapping" – und sie führt selten zum Erfolg.

"Ocean's 8" tappt nicht in diese Falle.

Debbie und ihre Crew sind sicher nicht die tiefgründigsten Figuren aller Zeiten, aber sie haben eine eigene Geschichte und einen eigenen Charakter. So wird ihr Raubzug zum soliden Popcorn-Kino. Also ein klassischer "Ocean"-Film. Immerhin.

(Bild: Warner Bros)

Gender Swapping ist ein Gimmick. Aber ein Gimmick ist keine Geschichte, und das Frausein allein macht eine Figur noch lange nicht interessant. Tatsächlich funktionieren oft die Geschichten am besten, die keine große Sache aus dem Geschlecht ihrer Heldinnen machen:

  • Das Kino-Debüt von Super-Amazone "Wonder Woman" machte Patty Jenkins zur finanziell erfolgreichsten Regisseurin aller Zeiten. Die Comic-Verfilmung spielt auch mit Rollenklischees, ist aber vor allem eine spannenden Heldenreise.
  • In "Atomic Blonde" mischt Charlize Theron als Geheimagentin Berlin im Kalten Krieg auf. Und dabei geht’s härter zu als in manchem Bond-Film.
  • "Lady Bird" erzählt eine angenehm unaufgeregte Geschichte übers Erwachsenwerden. Sowohl die rebellische Christine als auch als ihre besorgte Mutter Marion werden dabei als echte Menschen mit echten Gefühlen dargestellt.

Andere Filme und Serien setzen ausdrücklich auf eine weibliche Perspektive, um Missstände zu beleuchten, die sonst nur selten thematisiert werden. Hier geht es oft um Fragen der Gleichberechtigung.

  • In "Dietland" kämpfen feministische Terroristinnen gegen die Schönheitsindustrie und das Patriarchat.
  • "The Handmaid's Tale" spielt in einem post-apokalyptischen Religionsstaat, in dem Frauen rechtlose Gebärmaschinen sind. Für die Darstellung der unbeugsamen Magd Offred wurde Elisabeth Moss 2017 mit einem Emmy ausgezeichnet.
  • In "Tully" erleben wir Charlize Theron als die wohl authentischste Kino-Mutter aller Zeiten. Der Film ist eine Kampfansage an die dauerlächelnden, stets perfekt geschminkten Mütter, die wir sonst auf der Leinwand zu sehen kriegen.

Weibliche Charaktere verkaufen keine Kinokarten – so lautete noch vor wenigen Jahren die Devise in Hollywood. 

Diese Zeit ist zum Glück vorbei. Denn natürlich sind weibliche Hauptfiguren unerlässlich, wenn weibliche Perspektiven auf die Welt gezeigt werden sollen. Die Erfolge der letzten Jahre haben offenbar auch endlich den Hollywood-Machern gezeigt: Weibliche Charaktere können ebenso gut unterhalten wie männliche. Egal, ob Mann oder Frau: Am Ende kommt es darauf an, wie stark der Charakter ist.


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