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Es gibt in jedem Genre große, durchproduzierte Serien, an denen man fast nicht vorbeikommt: "House of Cards" (Politik), "The Walking Dead" (Zombies), "How I Met Your Mother" (das Leben an sich), um nur ein paar zu nennen. Sie überschatten oft kleinere Produktionen, die weniger bekannt aber nicht weniger sehenswert sind. 

Hier stellen wir 7 Serien vor, die in ihren Kategorien (zu Unrecht) zu wenig Aufmerksamkeit bekommen haben:
"Claws" statt "Orange is the new black"

Desna (Niecy Nash) führt ein kleines Nagelstudio im Süden Floridas. Aber sie möchte gern mehr: Ein echter Salon ist ihr Traum. Um sich den irgendwann erfüllen zu können, kümmern Desna und ihre Angestellten sich nicht nur um die Nägel ihrer Kunden; sie waschen auch das Schwarzgeld der benachbarten Gangster. Die nehmen die Damen aus dem Nagelstudio nicht für voll – und müssen bald feststellen, dass dies ein Fehler war.

"Claws" hat vielschichtige Charaktere, komplexe Verstrickungen und natürlich eine ganz ordentliche Portion Frauen-Power zu bieten. Man fiebert mit Desna und ihren Kolleginnen mit, obwohl man genau weiß, dass sie im Unrecht sind – sie wären eine perfekte Ergänzung zum Cast von "Orange is the New Black". 

Wo läuft es: Die erste Staffel  umfasst 10 ca. 45-minütige Folgen. Die Serie ist unter anderem bei Amazon und maxdome im Programm.

"Z Nation" statt "The Walking Dead"

Drei Jahre nach einer verheerenden Zombie-Epidemie ist Häftling Alvin Murphy (Keith Allan) die letzte Hoffnung der Menschheit: Er ist der einzige, der einen Zombiebiss überlebt hat, ohne selbst zum Zombie zu werden – sein Blut enthält den Schlüssel zu einem Impfstoff. Deshalb muss eine Gruppe Überlebender Murphy in eine Forschungseinrichtung in Kalifornien bringen. Neben Zombies und Wahnsinnigen wird die Gruppe unterwegs allerdings auch mit Murphs dunklen Geheimnissen konfrontiert.

Fans von "The Walking Dead" werden sich in der Welt von "Z-Nation" direkt zu Hause fühlen. Gleichzeitig punktet "Z-Nation" mit einer ordentlichen Prise Humor und einem klar definierten Ziel – zwei Pluspunkte, die "The Walking Dead" nach wie vor abgehen.

Wo läuft es: "Z-Nation" zählt 46 Folgen, alle 45 Minuten lang, die sich auf bisher vier Staffeln verteilen. Die ersten beiden Staffeln sind unter anderem bei Netflix und Amazon im Angebot.

"Channel Zero" statt "American Horror Story"

30 Jahre nachdem ein Unbekannter seinen Bruder Eddie (Luca Villacis) und vier andere Kinder umgebracht hat, kehrt Mike (Paul Schneider) in seine Heimstadt im ländlichen Ohio zurück. Dort entdeckt er auch die verstörende Fernsehsendung "Candle Cove" wieder, die ihm schon als Kind Albträume beschert hat – eine Sendung, an die sich außer seinen alten Freunden niemand mehr erinnern kann. Als die grotesken Figuren aus dem Kinderfernsehen plötzlich in der Realität auftauchen, zweifelt Mike an seinem Verstand – und wieder beginnen Kinder zu verschwinden.

Die Geschichte klingt vertraut? Gut möglich: "Channel Zero" verarbeitet eine urbane Legende des Internet-Zeitalters – eine sogenannte Creepypasta – und entwickelt dabei eine Gruselgeschichte, die gleichzeitig modern und zeitlos wirkt. Wer die bedrohliche Atmosphäre von "American Horror Story" mag, wird die ambivalente Grundstimmung und die verstörenden Bilder in "Channel Zero" lieben – und: Nichts toppt das Kind, das ganz und gar aus Zähnen besteht.

Wo läuft es: Die erste Staffel umfasst 6 ca.45-minütige Episoden. Eine zweite Staffel läuft gerade an. Die Serie ist unter anderem bei Amazon zu sehen.

"Ozark" statt "Breaking Bad"

Jason Bateman gibt sich als Finanzberater Marty Byrde in "Ozark" ungewohnt ernst kein Wunder, denn sein Charakter hat ernsthafte Probleme: In Martys Firma wird das Schwarzgeld von Drogenbaron Del (Esai Morales) gewaschen – und ausgerechnet der fühlt sich betrogen. Um seinen Kopf aus der Schlinge zu ziehen, muss Marty im beschaulichen Ozark innerhalb kürzester Zeit eine riesige Summe Geld für das Kartell waschen. Und auch seine kriselnde Ehe lässt ihm keine Ruhe.

Nicht nur die Handlung der Serie erinnert an "Breaking Bad", auch die durchweg starken Leistungen der Schauspieler machen dem großen Vorbild Ehre. Martys Situation wird von Folge zu Folge verzwickter und verzweifelter – abschalten ausgeschlossen.

Wo läuft es: Die 10 ca. einstündigen Folgen der ersten Staffel gibt’s bei Netflix zu sehen.

"White Gold" statt "Better Call Saul"

Schmieriger und ausgefuchster als Rechtsverdreher Saul Goodman kann keiner mehr sein? In "White Gold" beweist "Gossip Girl"-Star Ed Westwick das Gegenteil. In der schwarzen Komödie aus Großbritannien verkörpert Westwick den Fensterverkäufer Vincent Swan, der wirklich alles tut, um sein Produkt zu verkaufen.

Hierbei überschreitet Vincent nicht nur alle Grenzen des guten Geschmacks, er bringt auch sich und seine Angestellten regelmäßig in wahnwitzige Zwickmühlen. Und obwohl er es eigentlich verdient hätte, mal auf die Schnauze zu fallen, macht es doch Spaß, Vincent dabei zuzusehen, wie er den Kopf immer wieder aus der Schlinge zieht.

Wo läuft es: Die erste Staffel "White Gold" zählt 6 ca. 30-minütige Episoden und ist in Deutschland auf Netflix zu sehen.

"Mindhunter" statt "Dexter"

"Wie sollen wir den Verrückten einen Schritt voraus sein, wenn wir nicht mal wissen, wie die Verrückten denken?" Diese Frage steht im Fokus des Netflix-Dramas "Mindhunter". Die Serie erzählt die Geschichte der FBI-Ermittler Holden Ford (Jonathan Groff) und Bill Tench (Holt McCallany), die in den Achtzigern inhaftiere Serien- und Triebtäter interviewen, um deren Gedanken und Motive zu verstehen.

"Mindhunter" basiert auf den Berichten von FBI-Agent John E. Douglas, der als einer der ersten Profiler überhaupt gilt. Daher werden in der Serie auch echte Fälle und echte Serienkiller wie zum Beispiel "Co-Ed Killer" Ed Kemper (Cameron Britton) behandelt und dargestellt. Dadurch gestaltet "Mindhunter" sich zwar weniger blutlustig als Serien wie "Dexter", aber mindestens ebenso tiefgründig und spannend.

Wo läuft es: Die erste Staffel "Mindhunter" umfasst 10 ca. einstündige Episoden und ist exklusiv bei Netflix zu sehen.

"Friends from College" statt "How I met your mother"

Erstens kommt es anders, und zweitens als man denkt – diese Erfahrung müssen auch die befreundeten Harvard-Abgänger in "Friends from College" machen. Anwältin Lisa („How I Met Your Mother“-Star Cobie Smulders) versucht verzweifelt, doch noch Mutter zu werden, während Ehemann Ethan (Keegan-Michael Key) sie mit der gemeinsamen Freundin Sam (Annie Parisse) betrügt. Als die alte Clique in New York wieder zusammentrifft, ist Stress programmiert.

"Friends from College" ist weniger überdreht als viele moderne Komödien, stellt aber eine altbekannte und immer wieder beliebte Frage: Wie sieht es aus, wenn unser Leben anders läuft, als wir dachten? Die grandiose Chemie zwischen den Darstellern lässt den Zuschauer von Anfang an mitfiebern – die Harvard-Clique ist nicht immer sympathisch, aber immer authentisch. Insofern lässt sich „Friends from College“ durchaus als spiritueller Nachfolger von "How I Met Your Mother" beschreiben.

Wo läuft es: Die erste Staffe zählt 8 ca. 30-minütige Folgen. Die Serie ist exklusiv bei Netflix im Programm.


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Verhüllungsverbot in Österreich: Polizei rückt wegen Lego-Ninja aus

Seit dem 1. Oktober gilt in Österreich das umstrittene Anti-Gesichtsverhüllungsgesetz (AGesVG), seit dem 1. Oktober kommt es in Österreich deshalb immer wieder zu skurrilen Polizeieinsätzen. 

Laut Gesetz muss das Gesicht vom Haaransatz bis zum Kinn frei sein, sonst drohen eine vorübergehende Festnahme und eine Strafe von 150 Euro. Auf der Suche nach illegalen Burkaträgerinnen (auf die das Gesetz eigentlich abzielt) verfolgten Polizisten bislang aber vorwiegend Kostümierte.