Bild: Netflix
Netflix, tu es nicht!

Spoiler-Warnstufe orange

Wir verraten hier etwas über die Serie oder den Film. Nicht das komplette Ende. Nicht die Mörder-Überraschung. Falls du dich aber ärgerst, wenn wir hier gleich Ereignisse vorwegnehmen: Lieber erst anschauen und dann hierher zurückkommen.

Als Kind steckt James seine Hand in eine Fritteuse. Einfach so, um etwas zu spüren. Spätestens mit 17 ist für ihn klar: Er ist ein Psychopath. Sein Plan: Er will einen Menschen töten. Dann lernt der stille James die rebellische Alyssa kennen, die das Anecken zur Kunstform erhoben hat. Sie findet James so interessant, dass sie mit ihm abhaut. Sie ahnt nicht, dass James in Gedanken bereits ihren Mord durchspielt.

So beginnt die britische Serie "The End of the F**king World". Selten war eine Geschichte über das Erwachsenwerden und die erste Liebe so düster. 

Vor allem sind James und Alyssa richtig furchtbar. Während James gleichmütig seine Serienkiller-Karriere plant, provoziert Alyssa alles und jeden. Und wenn ihre Opfer nicht schnell genug ausrasten, wie die Bedienung beim ersten Date im Diner, explodiert sie eben selbst und rennt "Cunt"-rufend davon.

Aus der Kleinstadt-Enge brechen sie mit einem gestohlenen Mercedes aus, der dabei blöderweise etwas in Mitleidenschaft gezogen wird. Es folgen Diebstähle, ein Einbruch – und noch bevor ihre Eltern sie als vermisst melden können, stehen sie auf der Fahndungsliste der Polizei. Das war zwar so nicht geplant, aber jetzt müssen sie da irgendwie durch.

Spätestens jetzt werden die Rotzlöffel dann doch sympathisch: Auch wenn sich kaum jemand von uns dermaßen viel Ärger eingehandelt haben dürfte wie die beiden, sind uns die beiden in ihrer Überforderung dann doch ähnlich.

Wer wird denn gleich in die Luft gehen?(Bild: Netflix)

Nach acht kurzen Folgen ist "The End of the F***ing World" vorbei. Auserzählt, am Ende, fertig. 

Eine letzte Frage bleibt offen – und das macht mir Angst. Denn so genial ein offenes Ende wäre, es erlaubt auch eine Fortsetzung. Dann wäre es nur ein Cliffhanger. Ob es weitergeht, hat der britische Sender Channel 4 noch nicht entschieden.

Ich übernehmen das gerne: Tut es nicht! So sehr ich "The End of the F***ing World" liebe, so sehr hoffe ich, dass es nicht weiter geht. Ich möchte keine Fortsetzung, keinen Epilog, kein Remake. Zu oft werden eigentlich perfekte Serien künstlich in die Verlängerung geschickt und bleiben dabei auf der Strecke.

  • "Broadchurch", das britische Crime-Drama um den Mord an einem kleinen Jungen, war genau so lange spannend, bis der Mord aufgeklärt war. Die zweite Staffel, die sich großteils um den Prozess gegen den Mörder drehte, fiel beim Publikum durch.
  • Ganz ähnlich erging es "True Detective": Die erste Staffel begeisterte mit kaputten Polizisten, einem gruseligen Serienkiller und reichlich Südstaaten-Tristesse. Die zweite Staffel wollte daran anknüpfen, mit zwielichtigen Typen,  korrupten Politikern und einem Immobilen-Deal vor der Kulisse eines abgerissenen Kaliforniens – ein Versuch, der trotz namenhafter Schauspieler gründlich scheiterte.
  • "Homeland" verabschiedete sich nach einer grandiosen ersten Staffel für die folgenden Jahre, bis die völlig absurden Geschichten vergessen und gröbsten Schnitzer endlich wegerzählt waren.
  • Auch der Überraschungserfolg "Designated Survivor" schwächelt im zweiten Jahr: Ging es zunächst um einen unbedeutenden Minister, der plötzlich Präsident wird und ein Verbrechen aufklären muss, beschäftigt sich die Serie nun mit der düsteren Vergangenheit von dessen Schwiegermutter und verliert sich in Nebenhandlungen. Wer das sehen will, sei jetzt mal dahingestellt.

Eine solche Zukunft würde ich "The End of the F***king World" gerne ersparen. Mich interessiert nicht, ob James und Alyssa eine rosarote oder blutrote Zukunft haben. Ich will auch nichts über ihre Eltern oder Mitschüler wissen. Und ich will schon gar nicht sehen, wie die beiden ein zweites Mal durchbrennen. Manchmal ist einmal auch genug.


Gerechtigkeit

Auf diese 5 Punkte haben sich IG Metall und Arbeitgeber geeinigt

In Baden-Württemberg hat es zwischen der IG Metall und dem Arbeitgeberverband Südwestmetall in letzter Zeit gekracht: Bei den Verhandlungen um den neuen Tarifvertrag kam es zuletzt zu bundesweiten Warnstreiks, teilweise wurde 24 Stunden lang nicht mehr gearbeitet. (SPIEGEL ONLINE). 

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