die Mediasteak-Tipps der Woche
Braunschlag
(Bild: WDR/ORF/Superfilm)

In Braunschlag ist die Hölle los – dabei glauben seine Bewohner (fast) alle an den Himmel. Der Grund für die Aufregung sind die Kumpels Gerhard und Richard – der eine ist Bürgermeister, der andere besitzt eine Dorfdisko. Um dem fast bankrotten Kaff in Niederösterreich wieder zu mehr Attraktivität zu verhelfen, faken die zwei latenten Alkoholiker eine Marienerscheinung. „Das Wunder“ von Braunschlag wird tatsächlich zur Attraktion für zahlreiche Pilger, doch für die beiden Freunde beginnt der Spuk erst jetzt.

Zwischen UFO-Landeplatz und Vatikan trifft Wahnsinn auf Eheprobleme und irgendwie sind alle ein bisschen „deppert“ in „Braunschlag“. Die achtteilige Kultserie von David Schalko ist total absurd und so urösterreichisch, dass man sich manchmal Untertitel wünscht!

Deutschboden
(Bild: WDR/Florianfilm/André Schäfer)

„Mandy du bitch“ – ein Schriftzug, der die Kleinstadtromantik eigentlich schon ziemlich gut zusammenfasst. Aber es gibt mehr zu sehen als nur Graffiti auf grauem Spritzbeton: Deutschlandfahnen, Spaghetti-Eis und getrimmte Augenbrauen. Körper-Tuning gehört hier nämlich genauso zum guten Ton wie die Kippe zum Bier. Willkommen in Zehdenick!

Für sein Buch „Deutschboden“ begab sich Moritz von Uslar ins beschauliche Brandenburg, um in seiner teilnehmenden Beobachtung den „Superproll“ zu finden. Der gleichnamige Dokumentarfilm von André Schäfer begleitet von Uslar in den „Wilden Osten“ und entstanden ist ein liebevoller Film über Heimat, Hartz IV und Hackepeterbrötchen.

Wo lang? Where to? Berlin, Märkisches Viertel
(Bild: Max Kerkhoff)

Das Märkische Viertel gehört nicht unbedingt zu den beliebtesten Bezirken Berlins. Über die Stadtgrenzen hinweg schallt es von Jugendgangs, Kriminalität und Verrohung - und das nicht nur aus Sidos "Mein Block". Was die Medien oft aufbauschen, sieht vor Ort fast langweilig aus. In den grauen Betonklötzen sitzen überwiegend Rentner und die wenigen Kids schlagen hier ihre Zeit tot, wie an vielen anderen öden Orten auch.

Max Kerkhoff hat für seine Doku "Wo Lang? Berlin, Märkisches Viertel" eine Gruppe Jugendlicher während der Sommerferien begleitet. Zwischen Biertrinken, Kartenspielen und Abhängen erzählen sie offen von ihrem Leben im MV und von Perspektiven, die meist noch nicht weiter als bis zum Realschulabschluss gehen. Eine sehr schöne kleine Sozialstudie und ein ehrlicher Einblick in die Köpfe der Jungs und in einen Bezirk, über den wir vermeintlich viel und eigentlich doch kaum was wissen.

Mediasteak x bento

MediasteakAnne und Laura von Mediasteak zeigen, was in den Mediatheken steckt. Jeden Freitag empfehlen sie die besten Spielfilme, Dokumentationen und Serien bei bento.