In New York wird es langsam voll: Nach "Daredevil" und "Jessica Jones" schicken Marvel und Netflix ihren mittlerweile dritten Superhelden in die Stadt: "Luke Cage". Wie seine Vorgänger bekommt Cage eine eigene Serie – mit eigenem Setting, eigenem Gegenspieler, ganz eigener Stimmung.

Und wie schon "Daredevil" und "Jessica Jones" ist das kein bisschen langweilig – weil Marvel es schafft, das Superhelden-Genre immer wieder neu zu erfinden.

Wo "Daredevil" düster und absolut ist, spielt "Jessica Jones" mit den Zweifeln und Sorgen ihrer Protagonistin (und schuf so ganz nebenbei eine der stärksten Heldinnen-Rollen überhaupt).

"Luke Cage" bringt nun einen eigenen Blick auf das Dasein als Übermensch mit. Und ist auch eine Hommage an das schwarze Amerika.

Erst mal der Trailer:

Spoiler-Warnstufe grün

In diesem Beitrag verraten wir ein bisschen was über die Serie, das Spiel oder den Film — aber eigentlich nichts, was dir den Spaß verderben könnte.

Und worum geht's?

Luke Cage war als "Power Man" der erste schwarze Marvel-Held mit eigener Comic-Reihe: Unverschuldet ins Gefängnis gekommen, erhielt Cage durch ein fehlgeschlagenes Experiment Superkräfte.

Seine Haut ist stahlhart, Gewehrschüsse und Schwerthiebe können ihm nichts anhaben. Doch von den Kräften will er zunächst nichts wissen. Erst Stück für Stück wird er sich seiner Verantwortung bewusst und befreit seinen Heimatstadtteil Harlem von Gangstern und Mafia-Clans.

Die Comic-Reihe aus den Siebzigerjahren hieß "Hero for Hire" – und genau als solcher verdingt sich Luke Cage zunächst. Marvel und Netflix haben jedoch noch mehr vor: Gemeinsam mit den Helden Daredevil, Jessica Jones und mit Iron Fist, der 2017 ebenfalls eine eigene Serie bekommen wird, ist auch das Serien-Crossover "The Defenders" geplant.

Gut für Fans von:

Logisch: "Daredevil" und "Jessica Jones". Aber auch: "The Wire" und "The Get Down".

"Luke Cage" in Bildern – darum geht's in der Serie:
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Wer spielt mit?
  • Mike Colter ("Million Dollar Baby" und "Zero Dark Thirty") hatte Luke Cage bereits in einem Gastauftritt in "Jessica Jones" gespielt. Jetzt kann er sein ganzes Potenzial als stiller Vulkan entfalten. Und als stiller Komödiant: Eine Flashback-Folge verbeugt sich vor dem eher albernen Outfit von "Power Man" aus den Siebziger-Comics.
  • Mahershala Ali (Remy Danton in "House of Cards") gibt den Gegenspieler Cornell “Cottonmouth” Stokes als eine schwarze Version des Kingpin – böse, berechnend und eitel. In seinem Büro hängt ein Poster von Notorious B.I.G. mit Krone, "Cottonmouth" positioniert sich gerne so davor, dass er wirkt, als trage er die Krone.
  • Simone Missick (bisher Gastauftritte in "Ray Donovan", "Scandal" und "Wayward Pines") spielt die Polizistin Misty Knight. Comic-Fans wissen, dass so ein Name eigentlich für mehr als nur eine Beamtin steht. Braucht es hier aber nicht: Missick ist eine großartige Neuentdeckung.
Was macht die Serie so gut?

Luke Cage ist zunächst Held wider Willen – das macht ihn menschlich. Er braucht lange, um sich seiner Verantwortung bewusst zu werden. Als er sie erkennt, schlägt sie sich hochpolitisch Bann: "Black Lives Matter" gehört zu den wichtigen Sätzen der Serie.

Mit Cage ist da plötzlich dieser unkaputtbare Schwarze, ein Monolith gegen all die Polizeigewalt und jene Politiker, die Harlem immer im Dunkel der Geschichte ließen.

Das ist auch der größte Verdienst der Serienmacher: "Luke Cage" nimmt die schwarze US-Geschichte ernst. Die berühmten Vorbilder für Cage werden schon im Intro in Form von Straßenschildern sichtbar: "Lenox Avenue" und "Malcolm X Street" sorgen für das richtige Setting.

Der Cast ist fast vollständig mit nicht Weißen besetzt. Und auch die Musik bringt die Serie zum Vibrieren: Im Club von Bösewicht Cottonmouth tritt jede Folge ein Musiker auf und bringt eine Hommage an die schwarze Musikgeschichte.

Die Serie wird so zur eine Mischung aus Film Noir und Hip-Hop-Anthology – über weite Strecken vergisst man als Zuschauer, dass das hier tatsächlich eine Comic-Verfilmung ist. Auch Cage selbst braucht kein Cape und keine bösen Monster oder Aliens als Gegenspieler. Er ist ein Held im Hoodie.

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